Dreschvitz (osw | 18.10.11) – Die Fußballer vom Dreschvitzer SV standen am Dienstag, 18.10.11, in Bergen auf Rügen vor Gericht. Ein Sportplatz-Nachbar hat sich geweigert, verschossene Bälle zurück zu geben! Jetzt hat das Insel-Amtsgericht entschieden: Der Nachbar muss vor jedem Heimspiel die Bälle an vier namentlich festgelegte Mitglieder des Vereins wieder herausgeben. Trotzdem herrscht bei den Kickern vom Dreschwitzer SV akuter Ballnotstand, wenn nämlich zu viele Bälle beim Training vor einem Punktspiel auf Nachbars Grundstück landen. Wir von Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern haben deshalb spontan geholfen: Unser Reporter Axel Prokof übergab den Dreschvitzer Fußballern kurz nach dem Urteilsspruch zehn Ersatzbälle, gesponsort von “Sport 2000″ aus Rostock (siehe Foto).

Der Verein, der in der Kreisliga den letzten Platz belegt, war mit einer einstweiligen Verfügung gegen den Nachbarn vorgegangen, der immer wieder die rund 100 Euro teuren Spielbälle einbehalten hatte. Der Verein wollte erreichen, dass die Bälle nach jedem Spiel herausgegeben werden. “Noch besser wäre es gewesen, er hätte uns den Zutritt zu der Wiese gewährt, die ihm gehört”, sagte Vereinschef Bernd Leistikow. Hinter dem umstrittenen Tor steht ein vier Meter hoher Fangzaun, um verschossene Bälle zu stoppen. Einen sechs Meter hohen Zaun – geschätzte Kosten rund 1500 Euro – kann sich der 32 Mitglieder starke, aber äußerst finanzschwache Verein laut Leistikow ebenso wenig leisten, wie den Kauf von immer neuen Bällen. “Wir finanzieren uns aus Mitgliedsbeiträgen und kleinen Zuschüssen der Gemeinde.” Allein ein Punktspiel koste den Verein rund 70 Euro für den Schiedsrichter und
das Benzin für den Rasenmäher, klagte er. Um den Konflikt nicht unnötig eskalieren zu lassen, hatte der Verein in der Vergangenheit während des Trainings nur auf das dem Grundstück abgewandte Tor gezielt. ”Bei Punktspielen lässt es sich nicht vermeiden, dass auch auf das andere Tor geschossen wird”, sagte Leistikow. Der Nachbar hatte die Bälle konfisziert, auch weil in der Vergangenheit einige von Nicht-Fußballern abgeholt worden sein sollen und dann auf Nimmerwiedersehen verschwanden. “Um zu verhindern, dass auf diese Weise weitere Bälle verloren gehen, gibt es nun die Namensliste”, erklärte der Richter. Die Kicker auf Rügen können nun weiter um den Verbleib in der Kreisliga kämpfen. Allerdings hat der Rechtsstreit auch einen Nachteil für den Verein: Er muss Verfahrenskosten von 200 Euro tragen.