29. September 2020 – dpa

Nach Ende des Warnstreiks in MV: Verdi zufrieden

Im Frühjahr gab es bereits Ausstände im Öffentlichen Nahverkehr in MV für höhere Einkünfte der Beschäftigten. Nun schlossen sich die landesweit knapp 2000 Bus- und Bahnfahrer dem bundesweiten Warnstreik für einen einheitlichen Rahmentarifvertrag an.

Das Verdi-Logo prangt an einer Warnweste.
Das Verdi-Logo prangt an einer Warnweste. , Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

Schwerin/Rostock (dpa/mv) - Nach dem Ende des Warnstreiks im Öffentlichen Nahverkehr Mecklenburg-Vorpommerns hat sich die Gewerkschaft Verdi zufrieden mit der Resonanz unter den Arbeitnehmern gezeigt. «Die Kollegen sind inzwischen streikerprobt, wir können uns auf sie verlassen», sagte Verdi-Fachbereichsleiter Verkehr, Karl-Heinz Pliete, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Alleine in Rostock waren nach Schätzungen der Straßenbahn AG (RSAG) rund 30 000 Pendler und Schüler vom Stillstand der öffentlichen Verkehrsmittel betroffen.

Es gab in allen öffentlichen Nahverkehrsunternehmen mit Ausnahme der Unternehmen in Schwerin, Anklam und Neubrandenburg sowie der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen einen Warnstreik. Der Ausstand begann um 6.00 Uhr und dauerte drei Stunden.

Bei dem bundesweiten Warnstreik ging es um einen einheitlichen Rahmentarifvertrag für die rund 87 000 Beschäftigten. Die Gewerkschaft verlangt Regeln etwa für Sonderzahlungen, Urlaub, Schichtzulagen oder den Ausgleich von Überstunden. Pliete betonte, dass dieser Warnstreik nichts mit den aktuell laufenden Verhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern Mecklenburg-Vorpommerns über einen Manteltarifvertrag zu tun hat.

Weitere Warnstreiks auf Bundesebene konnte Pliete nicht ausschließen. «Jetzt müssen wir den Arbeitgebern erstmal Zeit geben, um zu überlegen, ob sie nicht doch noch an den Verhandlungstisch zurückkommen wollen.»

Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) in MV hatte den Warnstreik als eine unnötige Eskalation bezeichnet. «Es ist gerade einmal fünf Monate her, dass wir nach schwierigen Verhandlungen (...) Einkommenszuwächse in Höhe von mehr als zwölf Prozent bis Mitte 2022 vereinbart haben. Damit haben die Arbeitgeber im bereits bestehenden Lockdown ein starkes Signal gesetzt», sagte KAV-Verhandlungsführerin Gabriele Axmann.

Pliete wehrte sich gegen die seiner Meinung nach Vermengung der beiden Verhandlungen durch den KAV. «Das führt zu Irritationen und Missmut.» Er räumte allerdings ein, dass es schwer sei, die verschiedenen Sachverhalte verständlich zu machen.

Bei dem bundesweiten Warnstreik an diesem Dienstag im Nahverkehr gibt es auch keinen Zusammenhang mit der großen Entgelttarifverhandlung im Öffentlichen Dienst. Deshalb war es bereits zu mehreren Warnstreiks in anderen Bundesländern gekommen.

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