Überflutung Elbe Alex Stuth

Reporter Alexander Stuth an der Elbe bei Dömitz.

Mecklenburg-Vorpommern ist mit einem blauen Auge an einer Hochwasser-Katastrophe vorbei geschrammt. Trotz der Rekord-Pegelstände auf der Elbe haben die Deiche zwischen Dömitz und Boizenburg gehalten. Der Katastrophenalarm im Kreis Ludwiglust-Parchim wurde am Montagmittag, 17.06.13, wieder aufgehoben. Die völlig durchnässten Deiche müssen aber weiter überwacht werden. Parallel dazu beginnt in unserer Elbregion das große Aufräumen.
Unser Reporter Alexander Stuth war in den vergangen Tagen in unserer Elbregion im Kreis Ludwigslust-Parchim unterwegs und hat über die aktuellen Entwicklungen informiert. Auch auf dieser Spezial-Seite haben wir euch in den vergangenen  zwei Wochen über die Hochwasser-Situation im Südwesten unseres Landes auf dem Laufenden gehalten.

 

P A R T Y   F Ü R   A L L E   H E L F E R

Am Freitag, 28.06.13, laden das Amt Dömitz-Malliß und Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern zur großen Dankeschön-Party für alle Flut-Helfer nach Heiddorf ein.  Alle Infos dazu …hier.

 

S P E N D E N    F Ü R    H O C H W A S S E R O P F E R

Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Hilfsbündnis

Aktion Deutschland Hilft e.V.
Spendenkonto: 10 20 30
Bank für Sozialwirtschaft, Köln
BLZ 370 205 00

Aktion Deutschland Hilft ist das 2001 gegründete Bündnis von 22 starken deutschen Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Die beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der humanitären Auslandshilfe zusammen, um so die bisherige erfolgreiche Arbeit noch zu optimieren. Unter dem gemeinsamen Spendenkonto 102030 bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln ruft das Bündnis zu solidarischem Handeln im Katastrophenfall auf. Mehr Infos: …hier.

 

F L U T H E L F E R – S O N G    “ G E M E I N S A M   S I N D   W I R   S T A R K “ 

„Gemeinsam sind wir stark“ ist ein Song von Benjamin Hildebrand, Jens Leonhardt und Edward Steinfatt aus Malliß bei Ludwigslust. Benjamin und seine Band haben als Betroffene selbst in Heiddorf mit angepackt und den Song praktisch „nebenbei“ zwischen den Sandsäcken geschrieben. Und der Song kommt richtig gut an! Inzwischen wurde er schon mehrere hundert Mal bei Facebook, Twitter und Co. geteilt und auf Youtube angeklickt. Außerdem gibt es eine Download für 99 Cent – der Erlös soll für Flutopfer gespendet werden …hier.

 

A K T U E L L E   P E G E L S T Ä N D E   D E R   E L B E

Im Internet könnt ihr euch aktuell über die Pegelstände der Elbe informieren, die aus Sachsen-Anhalt/Brandenburg kommend bei Dömitz Mecklenburg-Vorpommern erreicht: …HIER.

 

H O C H W A S S E R – S I T U A T I O N   I N   D E U T S C H L A N D

Über die Hochwassersituation in ganz Deutschland informiert aktuell der Live-Ticker unserer Kollegen von focus.de …HIER.

 

+++ AMTLICHE INFORMATIONEN & HOTLINES +++ AMTLICHE INFORMATIONEN & HOTLINES +++


H O T L I N E   F Ü R   H O C H W A S S E R O P F E R

Das Bundes-Verbraucherministerium bietet Informationen und Unterstützung von Experten der Verbraucherzentralen, insbesondere zu Vertrags- und versicherungsrechtlichen Fragen (von Schäden an Autos, Möbeln und Einrichtungen bis hin zu Handy- und Reiseverträgen). Die kostenlose Hotline: 0800 – 100 3711 (montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr)


K R E I S   L U D W I G S L U S T – P A R C H I M

Bürgertelefon des Landkreises ist ab sofort nicht mehr geschaltet. Die Kreisverwaltung ist zu ereichen unter 03871 / 722-0 (Parchim) und 03874 624-0 (Ludwigslust).

– Homepage des Landkreises …HIER.

– Homepage der Stadt Boizenburg/Elbe …HIER.

Info-Telefon des Staatlichen Schulamtes (z.B. Schulschließungen): 0385  588 78 130

 

E L B – N A C H B A R N

– Brandenburg > Landkreis Prignitz / Bürgertelefon Landesumweltamt Brandenburg: 038 201 442 – 542
– Niedersachsen > Bürgertelefon für den Landkreis Lüchow-Dannenberg: 05841 120-222
– Niedersachsen > alle aktuellen Infos auf der Homepage des Amtes Neuhaus …hier.
– Schleswig-Holstein > Stadt Lauenburg / Pegelstandansage Hohnstorf: 04139 194 29

 

+++ AKTUELLE MELDUNGEN +++ AKTUELLE MELDUNGEN +++ AKTUELLE MELDUNGEN +++

 

S A N D S Ä C K E   W E R D E N   V E R S C H E N K T

(19.06.13) Allein in Lübtheen liegen noch 65.000 vorsorglich gefüllte Sandsäcke. Da die Mitarbeiter mit der Entlerung überfordert sind, könne sich Anwohner jetzt kostenlos Sandsäcke abholen. Los geht’s am Donnerstag, 20.06.13, ab 17 Uhr auf dem Bauhof im Jessenitzer Weg. Individuelle Terminabstimmungen unter 0162-730 72 79.

V E R D I E N S T A U S F A L L    B E A N T R A G E N

(18.06.13) Arbeitgeber haben Anspruch auf Erstattung der ihnen entstandenen Ausfallkosten für Beschäftigte, die als Angehörige der der Freiwilligen Feuerwehr, einer Hilfsorganisation oder sonstiger Einrichtungen als Hochwasserhelfer beim Elbehochwasser 2013 im Landkreis Ludwigslust-Parchim im Einsatz waren. Erforderlich für die Erstattung ist eine Bestätigung der jeweiligen Einheit, dass und in welchem Zeitraum ein Arbeitnehmer als Hochwasserhelfer tätig war. Ein entsprechender Vordruck steht im Internetportal des Landkreises www.kreis-swm.eu unter der Rubrik Elbehochwasser 2013 zur Verfügung. Vollständig ausgefüllt und vom Landkreis geprüft, dient dieser Vordruck als Bestätigung zur Vorlage beim jeweiligen Arbeitgeber. Der wiederum kann sich auf dieser Grundlage mit dem Landkreis Ludwigslust-Parchim zur Erstattung des Dienstausfalles in Verbindung setzen.

K A T A S T R O P H E N A L A R M   A U F G E H O B E N

(17.06.13) Der Katastrophenalarm wegen des Elbehochwassers ist am Montagmittag für den Landkreis Ludwigslust-Parchim aufgehoben worden. Nach einer Woche Unterrichtsausfall an 19 Schulen, darunter am Schulzentrum Dömitz und am Gymnasium Boizenburg, finde von Dienstag an wieder überall regulärer Unterricht statt, sagte Kreissprecher Andreas Bonin. Am Freitag ist in Mecklenburg-Vorpommern letzter Schultag vor den Sommerferien.
Nach dem schrittweisen Abzug von Bundeswehr und Technischem Hilfswerk blieben noch rund 500 Hilfskräfte und Freiwillige aus der Region vor Ort. Die Helfer seien mit dem Abbau der Sandsäcke zur Entlastung der durchweichten Deiche und mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Die Pegelstände der Elbe sinken weiter, wenn auch sehr langsam.

A B   D I E N S T A G   V O R A U S  S I C H T L I C H   W I E D E R   U N T E R R I C H T

(14.06.13)  Auch am Montag, 17.06.13, gelten die bisher wegen des Elbehochwassers getroffenen Regelungen zum Schulbetrieb im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Diese Maßnahme dient der Gewährleistung der Sicherheit der Schülerinnen und Schüler und ist mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V abgestimmt.

An folgenden Schulen finden kein Unterricht und keine Betreuung und Aufsicht statt:

  • Gymnasiales Schulzentrum “Fritz Reuter” – Verbundene Regionale Schule und Gymnasium mit Grundschule und Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen Dömitz
  • Grundschule “Viktor Bausch” Neu Kaliß
  • Grundschule “Ludwig Reinhard” Boizenburg
  • Grundschule “An den Eichen” Boizenburg
  • Grundschule Eldena
  • Grundschule Gresse
  • Grundschule Ludwigslust/OT Kummer
  • Grundschule Malliß
  • Regionale Schule “P.J. Lenné” Ludwigslust
  • Regionale Schule Malliß
  • Regionale Schule “Rudolf Tarnow” Boizenburg
  • Regionale Schule mit Grundschule Lübtheen
  • Regionale Schule mit Grundschule “Theodor Körner” Picher
  • Regionale Schule mit Grundschule Vellahn
  • Gymnasium Elbegymnasium Boizenburg
  • Goethe-Gymnasium Ludwigslust
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen Diesterweg-Schule Hagenow
  • Berufliche Schule Ludwigslust
  • Berufliche Schule – Nebenstelle Hagenow

In der Zeit des Katastrophenalarms kann die Schülerbeförderung im Landkreis Ludwigslust-Parchim auf dem Gebiet des Altkreises Ludwigslust durch die Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft (LVG) weiterhin nicht abgesichert werden. Die betroffenen Fahrschüler sind vom Unterricht befreit. An allen nicht genannten Schulen im Landkreis Ludwigslust-Parchim findet regulärer Unterricht statt. Regulärer Schulbetrieb an allen Schulen im Landkreis Ludwigslust-Parchim wird voraussichtlich am Dienstag, 18.06.13, wieder aufgenommen.

P E G E L   S I N K E N   W E I T E R

(14.06.13) Trotz der teilweise starken Regenfälle in der Nacht ist der Pegel der Elbe weiter gesunken. Sie liegen inzwischen unter der sogenannten Bemessungsgrenze von 6,80 Meter. Entwarnung gibt es allerdings erst bei 6,50 Meter. Wegen des hohen Drucks auf die Deiche sind diese teilweise durchweicht und werden daher weiterhin ständig kontrolliert. Insgesamt wurden 1,2 Millionen Sandsäcke verbaut, weitere 400.000 liegen bereit, um die Deiche zu verstärken.

D Ö M I T Z    M I T    S I N K E N D E M   P E G E L

(12.06.13) Das Elbehochwasser beginnt in Dömitz leicht zu sinken, die Gefahr von Deichbrüchen bleibt aber hoch. Am Mittwochmorgen 9 Uhr wurden 7,15 Meter gemessen, fünf Zentimeter weniger als am Dienstagabend. Im weiter stromabwärts gelegenen Boizenburg stieg die Flut hingegen in der Nacht weiter von 7,30 auf 7,32 Meter. Normal sind in beiden Städten um die zwei Meter. Die Deiche sind für 6,80 Meter ausgelegt. Am Donnerstag sollen in Dömitz 7,10 Meter erreicht werden, in Boizenburg 7,25 Meter.

P E G E L   D O C H   N O C H   G E S T I E G E N – D E I C H K O N T R O L L E   A U S   D E R   L U F T

(11.06.13) Bis Dienstagnachmittag sind die Pegel doch noch einmal angestiegen. Sie liegen jetzt bei 7,27 Meter in Dömitz und 7,30 Meter in Boizenburg und damit einen halben Meter höher, als die 6,80-Meter-Marke, für die die Deiche ausgelegt sind. Die Bundeswehr überwacht die Deiche mit Hubschraubern und auch ein Sensorflugzeug war schon mehrfach unterwegs. Mit dessen Technik werden Stellen erkannt, an denen die Deiche nachlassen, um dort dann nachbessern zu können.

Ü B E R S I C H T   D E R   G E S P E R R T E N   S T R A S S E N

(11.06.13) Die folgenden Straßen sind nach Angaben der Polizei bis auf Weiteres gesperrt:

Straße Ort Richtung
B 5 Abzweig Neu Gülze Neu Gülze
B 5 / K 1 Abzweig Horst / Nostorf Nostorf
B 5 / K 2 Vier Nostorf
B 5 / K 15 Abzweig Besitz Besitz
B 191 / B 195 B 195 Rüterberg
B 191 / B 195 B 195 Dömitz Stadtzentrum
B 191 / K 44 Heiddorf Raddenfort
B 191 / K 44 Heiddorf Neu Kalliß
B 191 / L 07 Eldena Bresegard
B 195 Boizenburg Bhf. Fritz-Reuter-Str. Bahlen
B 195 / K 46 Brücke Klein Schmölen Dömitz
K 1 Schwanheide Nostorf
K 17 / K 18 Melkhof Garlitz
K 45 / K 48 Neu Göhren Alt Kalliß
K 46 Polz Brandenburg
L 04 / K 40 Leussow Laupin, Grebs
L 04 / K 41 Laupin Niendorf an der Rögnitz
L 04 / L 06 Abzweig Neu Jabel Woosmer
L 06 Abzweig Jessenitz-Werk Jessenitz
L 06 Abzweig Volzrade Briest
L 06 Abzweig Benz Briest
L 06 / K 19 Abzweig Brömsenberg Garlitz
L 06 / K 32 Vielank Tripkau
L 06 / L 061 Jessenitz Niedersachsen
L 07 / K 40 Glaisin Bresegard

sowie die Stadtzufahrten Boizenburg: Berliner Straße, Galliner Straße (B 195), Schwartower Straße, Schwanheider Straße, Hamburger Straße – jeweils in Richtung Stadtzentrum.

A L T S T A D T   V O N   L A U E N B U R G   A U F G E G E B E N

(11.06.13) Nach Informationen des THW haben die Einsatzkräfte in Lauenburg direkt hinter unserer Landesgrenze den Kampf gegen die Flut aufgegeben. Das Wasser läuft über die Deiche in die Altstadt.

S U P E R M Ä R K T E   G E S C H L O S S E N

(11.06.13) In Dömitz werden Supermärkte geschlossen. In den Aldi-, Norma- und Penny-Filialen wurden vorsorglich die Regale ausgeräumt. Boizenburg ist nach unseren Informationen nicht betroffen.

P E G E L S T Ä N D E   S T A G N I E R E N – D E I C H E   S T Ä N D I G  U N T E R   K O N T R O L L E

(11.06.13) Seit 6 Uhr sind die Hochwasserpegel nicht weiter gestiegen. Sie liegen jetzt bei 7,20 Meter in Dömitz und 7,26 Meter in Boizenburg. Neuesten Vorhersagen zufolge soll der Pegel der Elbe im Landkreis Ludwigslust-Parchim bis morgen auf 7,05 Meter sinken. Damit liegen die Stände zwar unter den Prognosen, Grund zur Entwarnung ist das aber nicht. Vor allem der lang anhaltende hohe Druck auf die Deiche macht den Verantwortlichen Sorgen. Die Bundeswehr überwacht die Deiche jetzt auch aus der Luft. Außerdem sind weitere Soldaten auf dem Weg zu uns, um zusätzliche 100.000 Sandsäcke zur Verstärkung der Deiche zu befüllen.

E L B G E B I E T    W I R D   S P E R R Z O N E

(10.06.13) In den vom Elbe-Hochwasser betroffenen Gebieten gilt seit Montagabend eine Sperrzone. Diese umfasst

· die Stadt Dömitz einschließlich der Ortsteile Klein Schmölen, Groß Schmölen, Polz, Heidhof und Rüterberg,

· die Gemeinde Neu Kaliß einschließlich der Ortsteile Neu Kaliß, Kaliß, Heiddorf und Raddenfort,

· die Ortsteile Garlitz, Langenheide, Brömsenberg, Gudow und Jessenitz-Siedlung der Stadt Lübtheen,

· die Ortsteile Hühnerbusch und Neu Gülze der Gemeinde Neu Gülze

· die Gemeinde Teldau einschließlich der Ortsteile Gülze, Bandekow, Vorderhagen, Hinterhagen, Amholz, Schleusenow, Soltow und Groß Timkenberg,

· die Gemeide Besitz einschließlich der Ortsteile Besitz und Blücher,

· die Altstadt von Boizenburg , sowie die Ortsteile Boizenburg Bahnhof, Bahlen, Bahlendorf, und Gothmann

Zutritt zur Sperrzone haben nur noch Anwohner und Arbeiter (Personalausweis/Arbeitsbescheinigung) sowie Einsatzkräfte. Das Zutrittverbot gilt auch für freiwillige Helfer!!! Ortsfremde müssen die Sperrzone bis Dienstag, 16 Uhr, verlassen.

H O F F N U N G   A N   D E R   E L B E – S C H E I T E L W E R T E   U N T E R   P R O G N O S E

(10.06.13) Es gibt Hoffnung, dass die Scheitelwerte der Elbe niedriger werden, als momentan erwartet. Für den 12. Juni werden in Dömitz 7,65 m und am 13. Juni in Boizenburg bei 7,90 m berechnet. Morgen sollen aber neue Werte veröffentlicht werden, in denen auch die Deichbrüche berücksichtigt werden. Dann könnten die Zahlen noch einmal nach unten korrigiert werden.

K R A N K E N H A U S   I N   B O I Z E N B U R G   E V A K U I E R T

(10.06.13) Angesichts des bedrohlichen Wasserstandes der Elbe ist das Krankenhaus in Boizenburg geräumt worden. Am Montagmorgen verließen die letzten Patienten die 54-Betten-Klinik, wie eine Mitarbeiterin sagte. Alle Geräte und Möbel aus dem Erdgeschoss seien nach oben geräumt worden. Patienten, die nicht entlassen werden konnten, seien in Krankenhäuser außerhalb der Hochwasserregion verlegt worden. Das Boizenburger Krankenhaus liegt in direkter Nähe zum Hafen. Am Montagmorgen 6.00 Uhr betrug der Elbe-Pegelstand in Boizenburg 6,78 Meter, normal sind zwei Meter. Die
Deiche sind für 6,70 Meter ausgelegt, wurden jedoch in den vergangenen Tagen um 30 Zentimeter erhöht. Am Donnerstag wird der Flutscheitel mit bis zu 6,90 Meter ewartet. Am Montagvormittag wurde auch ein Altenheim in Dömitz evakuiert. (dpa/mv)

H E I D D O R F   J E T Z T   V O L L   G E S P E R R T

(10.06.13) Die B 191 ist in der Ortslage Heiddorf jetzt voll gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Am Deich in Heiddorf wurde eine Sickerstelle entdeckt, die jetzt speziell geschützt werden muss. Unterdessen bereiten sich die Anwohner auf das Schlimmste vor: Gunter Brockmüller wohnt nur wenige Meter hinter der Müritz-Elde-Wasserstraße und hat sein Haus so gut es geht gesichert (Foto). Außerdem wird am heutigen Montag vorsorglich ein Pflegeheim in Dömitz evakuiert.

HeiddorfFoto 2
Z U N E H M E N D E   K R I T I K   A N   D E R   H I L F S K O O R D I N A T I O N

(10.06.13) In unserer Redaktion und auf unserer Facebook-Seite häufen sich in den vergangenen Tagen kritische Anrufe und Mails von Hochwasserhelfern vor Ort. Amtliche Stellen zum Beispiel bei der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim lehnen Hilfsangebote z.B. zum Sandsackfüllen ab, während an den Stationen vor Ort jede helfende Hand gebraucht wird. Viele schütteln nur noch mit dem Kopf. Unser Reporter Alexander Stuth hat sich davon vor Ort überzeugt, dass die Kritik an der Koordination durch den Kreis oder die Ämter oftmals berechtigt ist. Vermutlich besteht bei den Behörden die Angst, dass durch Hilfsaufrufe so etwas wie ein Hochwassertourismus im Elbgebiet befördert wird. Am Wochenende mussten zum Beispiel mehrere Gaffer von der Polizei der Deiche verwiesen werden.
Trotzdem: Wer helfen will, melde sich am besten vor Ort an den Sandsackstationen (Liste: siehe weiter unten auf dieser Seite). Größere Gruppen sollten sich aber auf jeden Fall im Vorfeld anmelden!!!
Außerdem ist die Essenversorgung der Helfer an einigen Orten mangelhaft. Vor allem kleine Snacks (belegte Brötchen) oder auch Süßigkeiten werden sehnsüchtig erwartet.

M I N I S T E R P R Ä S I D E N T    B R I C H T   A U S L A N D S R E I S E   A B

(10.06.13) Erwin Sellering (SPD) wird heute Nachmittag gegen 16 Uhr den Krisenstab in Ludwigslust und die Elbregion besuchen. Nach Informationen von Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern hat der Ministerpräsiedent kurzfristig entschieden, seine aktuelle Auslandsreise nun doch abzubrechen. In den vergangenen Tagen weilte Sellering zu Wirtschaftsgesprächen in der Türkei und wollte heute eigentlich in die Vereinigten Arabischen Emirate fliegen. Die Oppositionsparteien im Schweriner Landtag hatten Ende vergangener Woche kritisiert, dass der Ministerpräsident trotz der angespannten Lage an der Elbe sein Auslandsreise unbeirrt fortsetzt.

E I N I G E    S C H U L E N   G E S C H L O S S E N

(10.06.13) Zur Einrichtung von Evakuierungsunterkünften, zur Unterbringung von Einsatzkräften und zur Gewährleistung der Sicherheit der Schülerinnen und Schüler in den vom Elbehochwasser bedrohten Gebieten des Landkreises Ludwigslust-Parchim bleiben ab Dienstag, dem 11.06.2013 bis auf Widerruf folgende Schulen geschlossen, es finden kein Unterricht und keine Betreuung und Aufsicht statt:

  • Gymnasiales Schulzentrum „Fritz Reuter“
  • Grundschule „Viktor Bausch“ Neu Kaliß
  • Grundschule „Ludwig Reinhard“ Boizenburg
  • Grundschule „An den Eichen“ Boizenburg
  • Grundschule Eldena
  • Grundschule Gresse
  • Grundschule Ludwigslust/OT Kummer
  • Grundschule Malliß
  • Regionale Schule „P.J. Lenné“ Ludwigslust
  • Regionale Schule Malliß
  • Regionale Schule „Rudolf Tarnow“ Boizenburg
  • Regionale Schule mit Grundschule Lübtheen
  • Regionale Schule mit Grundschule „Theodor Körner“ Picher
  • Regionale Schule mit Grundschule Vellahn
  • Gymnasium Elbegymnasium Boizenburg
  • Goethe-Gymnasium Ludwigslust
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen Diesterweg-Schule Hagenow
  • Berufliche Schule Ludwigslust
  • Berufliche Schule – Nebenstelle Hagenow
  • Verbundene Regionale Schule und Gymnasium mit Grundschule und Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen Dömitz

In der Zeit des Katastrophenalarms kann die Schülerbeförderung im Landkreis Ludwigslust-Parchim auf dem Gebiet des Altkreises Ludwigslust durch die Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft (LVG) weiterhin nicht abgesichert werden. Die betroffenen Fahrschüler sind vom Unterricht befreit.

An den nachfolgend genannten Schulen findet Schulbetrieb statt. Die Schülerbeförderung durch LVG ist in Abstimmung mit dem Landkreis seit dem 10.06.2013 bis auf Widerruf an folgenden Schulen eingestellt:

  • Grundschule Balow
  • Grundschule Gammelin
  • Grundschule „Eldekinder“ Grabow
  • Grundschule „Fritz Reuter“ Ludwigslust
  • Grundschule Techentin
  • Grundschule „Stadtschule am Mühlenteich“ Hagenow
  • Grundschule „Am Friedensring“ Wittenburg
  • Regionale Schule mit Grundschule „Europaschule“ Hagenow
  • Regionale Schule mit Grundschule „Fritz Reuter“ Zarrentin
  • Regionale Schule „Friedrich Rohr“ Grabow
  • Regionale Schule „Prof. Dr. Friedrich Heincke“ Hagenow
  • Robert-Stock-Gymnasium Hagenow
  • Gymnasiales Schulzentrum Wittenburg – Verbundene Regionale Schule und Gymnasium
  • Schule mit den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung Boizenburg
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen J.H. Pestalozzi Ludwigslust
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung Hagenow
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung – Schule an der Bleiche Ludwigslust
  •  „Edith Stein Schule“ Grundschule mit schulartunabhängiger Orientierungsstufe – Schule in freier Trägerschaft
  • Evangelische Schule Hagenow „Dr. E. Schwerin – Schule der Sekundarstufe I mit Grundschule – Schule in freier Trägerschaft
  • Evangelisches Krankenhaus Stift Bethlehem gGmbH Berufliche Schule

Der Linienverkehr der LVG findet nach Ferienfahrplan statt.

Individuelle Schülerbeförderung mit Taxen und Mietwagen zu den vorgenannten Schulen findet eingeschränkt statt. Anfragen richten Sie bitte an die entsprechenden Fahrdienste.

An folgenden Schulen finden weiterhin regulärer Unterricht und Schülerbeförderung statt:

  • Grundschule Neustadt-Glewe
  • Regionale Schule Neustadt-Glewe
  • Grundschule Wöbbelin
  • Grundschule Pampow
  • Gymnasiales Schulzentrum „Felix Stillfried“ Verbundene Regionale Schule und Gymnasium mit Grundschule Stralendorf
  • Regionale Schule mit Grundschule „Ernst Alban“ Rastow
  • Grundschule Wittenförden

Im Bereich Altkreis Parchim finden Unterricht und Schülerbeförderung uneingeschränkt statt.

Beim Staatlichen Schulamt Schwerin wurd ein Info-Telefon eingerichtet – unter 0385 – 588 78 130 werden alle Anfragen beantwortet.

D O C H   W I E D E R   P E G E L S T Ä N D E   Ü B E R   7   M E T E R   E R W A R T E T

(08.06.13) Die Vorhersagen schwanken: Aber der Landkreis Ludwigslust-Parchim rechnet für Dömitz und Boizenburg in der nächsten Woche nun doch mit Pegelständen deutlich über sieben Meter. Das sagte Landrat Rolf Christiansen am Morgen bei der Beratung des Führungsstabes in Ludwigslust. Nach neuen Berechnungen der Hochwasserwerte von Fachleuten in Mecklenburg-Vorpommern müsse bis Mitte der kommenden Woche im Verlauf der Elbe im Land mit 7,50 Meter gerechnet werden. Dieser Stand liege deutlich über dem von der Hochwasserzentrale in Magdeburg vorhergesagten Spitzenwert von 6,85 Metern. Deshalb liefen die Schutzmaßnahmen mit Unterstützung der Bundeswehr in vollem Umfang weiter. Dies betreffe die Elbe-Zuflüsse sowie die Vorbereitungen zur Erhöhung der Elbdeiche mit Sandsäcken. Ob die Elbdeiche um 30 Zentimeter aufgestockt werden, müsse aber noch entschieden werden. Bei 7,50 Meter Pegelstand stünde das Hochwasser nur 30 Zentimeter unter der Deichkrone.
In Dömitz wurde am Samstagmorgen (9.00 Uhr) ein Wasserstand von 5,71 Metern gemessen, in Boizenburg waren es zur selben Zeit 4,44 Meter. Die Dömitzer Elbbrücke war bereits am Freitagabend voll gesperrt worden. Die niedersächsischen Kreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg hatten das auf ihrer Brückenseite ebenfalls getan. (dpa/mv)

V E R K E H R S B E E I N T R Ä C H T I G U N G E N

(08.06.13) Seit Freitagabend ist die Dömitzer Elbbrücke für den Durchgangsverkehr voll gesperrt. Derzeit besteht keine Möglichkeit, die Elbe dort zu überqueren. Auch auf den Bundesstraßen 5, 191 und 195 kommt es im elbnahen Raum aufgrund der aktuellen Hochwasserlage zu Verkehrsbehinderungen. Umfahrt den Bereich am besten weiträumig. Im besten Verkehrsservice für unser Land halten wir euch immer auf dem Laufenden.

L E I C H T E   E N T W A R N U N G   A N   D E R   E L B E   I N   M – V

(07.06.13) Die Elbe-Flut wird nach jüngsten Expertenschätzungen Mecklenburg-Vorpommern weniger schlimm treffen als zunächst befürchtet. Die  Hochwasservorhersagezentrale in Magdeburg erwartet den Höchststand am Dienstag in Dömitz mit 6,85 Meter, wie der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin, am Freitag sagte. Einen Tag später soll die Flut dann in Boizenburg mit 6,90 Meter ihren Höhepunkt erreichen. Normal sind gut zwei Meter. Nach den neuen Prognosen würde das Hochwasser einen halben Meter niedriger ausfallen als noch am Tag zuvor prognostiziert, hieß es vom Staatlichen Amt für Umwelt und Natur in Schwerin. Die nächste Vorhersage soll am Freitagnachmittag veröffentlicht werden. Der jetzt vorhergesagte Wert entspreche in etwa der Bemessungshöhe der Elbdeiche und den bislang höchsten Wasserständen beim Hochwasser vom Januar 2011, sagte Bonin. Deshalb sei die geplante Erhöhung der Dämme mit Sandsäcken um 30 Zentimeter vorerst ausgesetzt worden. Auch ein neuartiges Projekt zur Elbdeicherhöhung ohne Sandsäcke bei Boizenburg wurde gestoppt. Dabei sollte mit schwerer Technik ein 60 Zentimeter hoher Kiesdamm auf die Deichkrone gesetzt werden. An den Zuflüssen wird jedoch weiter an der Stabilisierung und Erhöhung von Deichen gearbeitet. (dpa/mv)

H E L F E R   G E S U C H T

(06.06.13) Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern wird am heutigen Donnerstag mit jedem im Funkhaus entbehrbaren Mitarbeiter in die Elbregion fahren, um beim Abfüllen der Sandsäcke zu helfen. Lediglich das Sendestudio und die Nachrichtenredaktion werden für ein Not-Programm besetzt bleiben. In der Region Dömitz/Boizenburg sind seit gestern Hunderte damit beschäftigt, tausende Sandsäcke abzufüllen. Mit den Säcken sollen die Elb-Deiche für die kommende Flutwelle erhöht und stabilisiert werden. Es ist geplant, die Deiche mit den Säcken um 30 Zentimeter zu erhöhen. Allein auf am westlichen Elbufer im Landkreise Lüneburg werden dafür 650.000 Sandsäcke benötigt. Auf mecklenburgischer Seite (zwischen Dömitz und Boizenburg) sollen in den nächsten Tagen bis zu eine Million Sandsäcke verbaut werden. Deshalb wird derzeit auch jede helfende Hand gebraucht. Meldet euch – möglichst mit einer Schippe ausgerüstet – an den Sandsack-Abfüllstationen in Dömitz, Heiddorf oder Boizenburg – zum Beispiel hier:

– in Boizenburg an der Kiesgrube
– in Schmölen Ausbau an der Sanddüne
– in Heiddorf
– in Dömitz am Bauhof (Ortseingang Ludwigslust)
– im Amt Neuhaus in Preten, Pommau, Bitter und Stiepelse
– in Rüterberg

Größere Gruppen (Schulklassen oder Vereine) sollten sich vorher mit dem zuständigen Amt in Verbindung setzen, damit der Einsatz der Helfer sinnvoll koordiniert werden kann.

OSWFoto

Guten-Morgen-Moderatorin Andrea Sparmann (vorn im Bild) hat am Donnerstag in Heiddorf zusammen mit vielen Kollegen Sandsäcke für die Sicherung der Elbdeiche gefüllt. Foto: osw

HSFoto 2

Guten-Morgen-Mann „Schmiddi“ (vorn links) beim Verladen der abgefüllten Sandsäcke. Foto: osw

BW2Foto 3

Die gerade von den vielen Helfern aufgefüllten Sandsäcke werden von Bundeswehrsoldaten einige Kilometer weiter am Deich von Heiddorf verbaut. Foto: osw

 

K A T A S T R O P H E N – A L A R M   A U S G E L Ö S T

(05.06.13:12 Uhr) Angesichts des nahenden Elbehochwassers hat der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Rolf Christiansen, am Mittwoch Katastrophenalarm ausgelöst. „Die Prognosen deuten auf ein Szenario hin, das wir wirklich noch niemals gehabt haben“, betonte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Er gehe davon aus, dass am Montag, Dienstag, spätestens Mittwoch nächster Woche mit der vollen Wucht dieser Flut zu rechnen sei. Er habe Innenminister Lorenz Caffier (CDU) dringend aufgefordert, unverzüglich den interministeriellen Führungsstab zusammenzurufen. „Wir müssen uns auf eine höchst komplexe und schwierige Lage vorbereiten.“

H A F E N F E S T   A B G E S A G T

(05.06.13) Wegen der Hochwasserlage ist das fürs Wochenende geplante Hafenfest in Boizenburg endgültig abgesagt worden.

H I L F S K R Ä F T E    S T E H E N    B E R E I T

(05.06.13:10 Uhr) Im Innenministerium hat am Mittwoch der Arbeitsstab“Hochwasser“ des Landesamtes für Katastrophenschutz die Arbeit aufgenommen, wie ein Sprecher sagte. Er arbeite eng mit dem Elbe-Landkreis Ludwigslust-Parchim zusammen und werde überregional Hilfe organisieren. Im Stab arbeiten Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und die Bundeswehr mit, sagte ein Sprecher des Bundeswehr-Landeskommandos in Schwerin. Die Bundeswehr halte 200 Soldaten des Panzergrenadierbataillons 401 in Hagenow in Einsatzbereitschaft. Sie könnten an die Elbe verlegt werden, wo 36 Kilometer Deiche zu schützen seien. Das Hochwasser werde höher als 2002 und etwa zehn Zentimeter höher als der gesicherte Deichverlauf erwartet.

 

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

 

H I N T E R G R U N D :   W E S T M E C K L E N B U R G   U N D   D I E   E L B E

NSG Rüterberg

Die Elbtalaue.

Die Elbe fließt auf 21 km durch Mecklenburg- Vorpommern. Die Gesamtlänge der Elbe liegt bei 1.094 km. Im hochwassergefährdeten Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns leben auf einer Fläche von rund 25.000 ha ca. 14.000 Menschen. Insgesamt werden etwa 155 km Deiche unterhalten. Diese befinden sich nicht nur direkt an der Elbe, sondern auch an den Zuflüssen Löcknitz, Müritz-Elde-Wasserstraße, Sude, Schaale, Boize, Brahlstorfer Bach, dem sogenannten Rückstaubereich. Im Bereich der Sude befinden sich darüber hinaus Flutpolder, die z.T. gemeinsam mit dem Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverband (Niedersachsen) betrieben werden. Seit 1991 hat das Land in das Hochwasserschutzsystem Elbe und deren Rückstaugebiete rund 96 Mio. € investiert. Davon wurden 52,4 Mio. € von 2002 bis 2012 realisiert.