ePendler Artikel

Für unseren Alltagstest für Elektroautos haben sich bei Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern und beim Schweriner Verkehrsministerium mehr als 1.200 Bewerber gemeldet. Die Kampagne „ePendler – elektromobil unterwegs“ will zeigen, „Elektroautos sind zuverlässig, günstig im Verbrauch und alltagstauglich“, sagte Verkehrsstaatssekretärin Ina-Maria Ulbrich jetzt nach Abschluss der mehrwöchigen Bewerungsphase in Schwerin. „Wenn über 1.200 Interessierte aus dem ganzen Land genau das testen wollen, zeigt dies die potenzielle Nachfrage.“ Ulbrich rief Hersteller und Händler dazu auf, auf diesen Trend mit attraktiven Preisen und einer wachsenden Modellpalette zu reagieren.

Vom 28.08. bis 05.09.15 stehen insgesamt 34 Fahrzeuge in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung. Die Testpersonen konnten sich über Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern anmelden. Die Tester wurden nach Alter und Geschlecht ausgewählt, um einen Querschnitt der Bevölkerung zu bekommen. Bedacht wurden auch Fahrgemeinschaften, sagte Ulbrich. Neben Fahrten zur Arbeit seien auch Einkaufsfahrten möglich. Die Testpersonen müssen nur das Aufladen der Batterien bezahlen.

Bei Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern werden wir über den großen Praxistest für E-Autos weiter berichten.

Ziel des Bundes ist es, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen. Doch mehren sich angesichts weiterhin geringer Zulassungszahlen und aktuell günstiger Kraftstoffpreise die Zweifel, dass dies erreichbar ist. Laut Kraftfahrtbundesamt waren Anfang 2015 bundesweit 19.000 Elektro- und 107.000 Hybridautos zugelassen. Im Nordosten gab es gerade 126 Elektroautos, knapp 0,02 Prozent des Fahrzeugbestandes im Land. Hinzu kamen 1.750 Autos mit kombiniertem Elektro- und Kraftstoffantrieb.

 

D E R   G R O S S E   A L L T A G S T E S T

Bis zum 09.08.15 konntet ihr euch als „ePendler“ bewerben. Vielen Dank für die zahlreichen Anmeldungen. Unsere insgesamt 34 Elektroautos wurden am Freitag, 28.08.15, im Rahmen des landesweiten „Tages der Elektromobilität“ am Südufer des Pfaffenteichs in Schwerin an die Tester übergeben.

 

TAG 1  |  Freitag, 28.08.15

Testerin Katharina und Reporter Jakob bei der Übergabe der E-Autos.

Testerin Katharina und Reporter Jakob bei der Übergabe der E-Autos.

Am Freitag wurden die Elektroautos feierlich an die Tester übergeben. Mit dabei war auch unser Reporter Jakob Gericke (rechts im Bild), der sich gleich einmal Testerin Katharina (links im Bild) aus Bad Doberan bei Seite genommen hat. Die 20-jährige Auszubildende hat im Radio von der Aktion gehört und sich gleich angemeldet. Als sie am Freitag das erste Mal eine Testfahrt mit ihrem elektrischen VW App gemacht hat, staunte sie über die Geräuschlosigkeit beim Fahren. Katharina war bisher immer mit ihrem VW Polo (natürlich mit Verbrennungsmotor) unterwegs und musste sich erst einmal an das Automatik-Getriebe gewöhnen. Heute fährt sie von Schwerin zurück nach Bad Doberan. Am Montag geht es zurück in unsere Landeshauptstadt, in der sie die Testwoche über auch mit dem Elektroauto unterwegs sein wird. Auch unser Jakob wird die Woche über eines der Elektoautos testen – einen BMWi 3 (Foto). Auf der Rückfahrt von Schwerin nach Rostock ins Funkhaus, musste auch er sich erst einmal an die Geräuschlosigkeit und das Automatik-Getriebe gewöhnen. „Es fühlt sich an, als ob man mit einem Autoscooter unterwegs ist, nur viel viel schneller“, so Jakob. Sowohl Katharina als auch Jakob freuen sich auf die Testwoche und sind gespannt, welche Erfahrungen sie sammeln können.

 

TAG 2 & 3 | Samstag, 29.08.15 und Sonntag, 30.08.15:

Katharina lädt ihren VW App auf dem Parkplatz vom Ostseepark in Sievershagen.

Katharina lädt ihren VW App auf dem Parkplatz vom Ostseepark in Sievershagen.

Testerin Katharina hat sich schnell mit dem Fahrzeug vertraut gemacht. Besonders viel Spaß macht ihr die starke Beschleunigung, die man dem Auto auf den ersten Blick gar nicht ansieht. „Man darf allerdings nicht rasen, ansonsten kann man zuschauen, wie der Energiepegel stetig sinkt“ so die 20-Jährige. Am Samstag ist Katharina aus Bad Doberan zum Ostsee Park in Sieverhagen gefahren, um ein paar Einkäufe zu erledigen. Da kam ihr die Ladestation für Elektroautos auf dem großen Parkplatz gerade Recht – aufgeregt war sie dabei nicht, da ihr der Tankvorgang bei der vorherigen Probefahrt gezeigt wurde. „Ich habe mich sehr gefreut, dass sich diese Anschlüsse direkt in der ersten Parkplatzreihe am Center befinden.“. Nach dem Einkauf war das E-Mobil dann fast wieder vollständig geladen. Im Anschluss ging es wieder nach Haus. Am Sonntag hat Katharina ihre Freunde zu einer Spritztour eingeladen, die ihre Begeisterung teilten.

Unser Reporter Jakob Gericke ist Samstagabend zu einer Familiengrillparty nach Güstrow gefahren und stellte dabei fest, dass Elektroautos vorwiegend für den Stadtverkehr geeignet sind, da lange Autobahnstrecken den Energiehaushalt des Fahrzeugs stark strapazieren. Trotz der relativ kurzen Strecke auf der A19 war Akku in Güstrow nur noch auf 30 Prozent. Zum Glück gibt es am Franz-Parr-Platz in Güstrow eine Ladestation. Damit war der Rückweg gesichert. Auch Jakobs Familienmitglieder waren positiv von dem Gefährt angetan. „Auf dem Rückweg nach Rostock habe ich dann wirklich darauf geachtet, dass ich nicht schneller als 100 km/h über die Autobahn fahre“, so Jakob. Am Sonntag ging es nach Tessin zu den Eltern und direkt auf deren Hof an die Steckdose angeschlossen.

 

TAG 4 & 5 | Montag, 31.08.15 und Dienstag, 01.09.15:

Katharinas Ausflug zum Schweriner Schloss.

Katharinas Ausflug zum Schweriner Schloss.

Täglich sammelt Katharina neue Erfahrungen mit ihrem Elektroauto. Montag ist sie von Bad Doberan nach Schwerin gefahren – hat dabei bewusst die Landstraße gewählt, da sich der Tank über die Autobahn ansonsten sehr schnell leert. Dabei ist sie in einen etwa 20-minütigen Stau geraten. Das ständige Anfahren hat sich leider auch negativ auf den Akku ausgewirkt. Zum Laden wurde das Auto dann sofort auf dem Parkplatz des Schlosspark Centers an die Ladestation angeschlossen. Hierbei fiel auf: Vier der sechs Parkplätze für Elektromobile waren mit Fahrzeugen belegt, die über einen Verbrennungsmotor verfügen. Nach einer Tour durch unsere Landeshauptstadt mit ein paar Freunden ging es dann zu ihrer Wohnung in Schwerin. „Den VW konnte ich gleich um die Ecke auf dem großen Parkplatz der Handwerkskammer abstellen – hier gibt es eine Station für E-Autos.“, berichtete uns Katharina. Auch ließ sie uns wissen, dass es kein Problem sei, in Schwerin eine Ladestation zu finden. Anders sieht es da schon in ihrem Heimatort Bad Doberan aus. Dort wird man nur schwer fündig. Am Dienstag hat sich Katharina eine KFZ-Pause gegönnt und ist nur kurz mit ihren Freunden durch Schwerin gefahren.

Katharinas Zwischenfazit: Sie ist mit dem Elektro-Mobil sehr zufrieden und würde den Wagen am liebsten behalten. Sie kommt sehr gut zurecht, nur das Aufladen ist sehr unhandlich.

 

TAG 6 – 8 | Mittwoch, 02.09.15 bis Freitag, 04.09.15:

Mit vollem Elektro-Tank ging es für Katharina am Mittwoch von Schwerin nach Hause Richtung Bad Doberan. Unterwegs hat sie ihre Freundin abgeholt und ist zum Rostocker Ostseepark gefahren. An der dortigen Ladesäule traf Katharina direkt ein anderes ePendler-Auto von unserer Aktion an. „Ich wurde von erstaunten Passanten angesprochen und zum Thema Elektroauto ausgefragt“, erzählt uns die 20-jährige Pendlerin. Unter anderem wollten diese wissen, ob das Laden kostenlos sei. Am Donnerstag ist Katharina zurück nach Schwerin gefahren. Dabei bemerkte sie als sie die Heizung anstellte, dass sofort 20 km von der Reichweitenanzeige abgezogen wurden. Als ihr das Auto übergeben wurde, warten sie aber die Kollegen von ePendler vor, dass die Heizung viel Leistung verbraucht. Am Nachmittag ging es dann auf Shopping-Tour durch Schwerin. Am Freitag musste Katharina das Elektroauto leider wieder abgeben und war dabei total traurig. „Ich habe die Zeit mit dem Elektroauto sehr genossen und kann es nur empfehlen. Am liebsten hätte ich es behalten“, so unsere fleißige Testerin.

 

V O R R E I T E R   I M   K L I M A S C H U T Z

Elektroautos verursachen keine CO2-Emissionen. Das gilt vor allem dann, wenn das Elektroauto mit Ökostrom geladen wird. Zum Vergleich: Für ein Auto entstehen bei einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 Kilometern rund 2,92 Tonnen CO2.

ePendler Pano

 

M E H R   Ü B E R   e P E N D L E R

Die Initiative „ePendler – elektromobil unterwegs“ wurde vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung in Kooperation mit dem Bundesverband eMobilität e.V. (BEM) und zahlreichen Automobilherstellern ins Leben gerufen.

Zur offiziellen Homepage von ePendler – elektromobil unterwegs – gelangt ihr …hier

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