Foto: Ostseewelle

(zuletzt aktualisiert 24.06.19 | 19 Uhr)    Zwei Luftwaffenjets vom Typ Eurofighter sind am Montag, 24.06.19, gegen 14 Uhr über der Müritzregion abgestürzt. Offenbar haben sich die beiden Maschinen in der Luft berührt. Danach sind zwei Feuerbälle nördlich des Fleesensees zu Boden gestürzt. Vor Ort gab es auch kleinere Waldbrände. Die Feuer waren schnell gelöscht. Zwölf Feuerwehren mit 100 Einatzkräften und Rettungskräfte der Region waren den ganzen Nachmittag im Großeinsatz. Die Absturzstellen im Raum Nossentiner Hütte und im zehn Kilometer entfernten Jabel sind jetzt militärisches Sperrgebiet und weiträumig abgesperrt. Die Ermittlungen vor Ort werden noch mehrere Tage andauern. Es ist das erste Unglück dieser Art bei der Luftwaffe in Deutschland.

Die beiden Piloten konnten sich zunächst mit dem Schleudersitzen aus den Fliegern befreien. Ein Pilot, der auch als Fluglehrer tätig war, wurde gegen 15 Uhr in der Nähe von Nossentiner Hütte lebend und in 20 Meter Höhe in einem Baum hängend gefunden. Er machte einen relativ gefasst Eindruck, konnte mit den Rettungskräften reden und wurde geborgen, um ins Krankenhaus gebracht zu werden. Er hat keine lebensbedrohlichen Verletzungen. Der zweite, ebenfalls erfahrener Pilot (27 Jahre), ist ums Leben gekommen. Die Piloten verfügen über eine GPS-Ortung. Bei dem tödlich verunglückten Piloten hat das Ortungssystem offenbar nicht funktioniert – er konnte erst mit einiger Zeit Verzögerung gefunden werden.

Am späten Montagnachmitag haben sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Landes-Innenmnister Lorenz Caffier vor Ort ein Bild gemacht. Über der Region Malchow am Ortsrand von Nossentiner Hütte sind außerdem auch Trümmerteile über bewohntem Gebiet niedergegangen. Die Flieger waren nicht bewaffnet. Caffier hat die in der Absturzregion der beiden „Eurofighter“ lebenden Menschen auf längere Einschränkungen und Absperrungen eingestimmt. Das sei nötig, um alle Teile der abgestürzten Maschinen bergen zu können. Denn nur so könne der General für Luftunfallaufklärung auch die Absturzursache ermitteln. Caffier forderte die Bevölkerung auf, sich von den kilometerweit verstreuten Wrackteilen fernzuhalten. Bei der Sicherung der Unfallstelle seien wegen giftigen Rauchs bereits zwei Feuerwehrleute verletzt worden.

Die beiden Eurofighter waren zusammen mit einem dritten Jet zu einer Kampfübung in Rostock-Laage gestartet. Der dritte Pilot hatte das Unglück beobachtet. Nach Augenzeugenberichten haben die beiden Unglücksflieger eine Schleife gedreht und waren dann unter einem lauten Knall zusammengestoßen. Nähere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von den beiden Flugschreibern, die am Dienstag gefunden wurden. Die Auswertung wird jedoch Wochen dauern.

Die Polizei hat ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist unter der Nummer 0800 770 55 77 bei wichtigen Fragen zu erreichen.

Inzwischen gibt es kritische Stimmen aus der Müritzregion, weil die Luftwaffe seit Jahrzehnten über der beliebten Urlaubsregion Manöver übt. Es grenzt an ein Wunder, dass die abstürzenden Trümmerteile zu keinen Verletzten oder Toten in den umliegenden Orten geführt hat. Viele Anwohner haben jetzt große Sorge, dass sich so ein Unglück über ihnen jederzeit wiederholen könnte.

Am Dienstag hat auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die Unglücksstelle besucht.

Seit 14:10 Uhr halten wir euch als erster Sender über das Unglück auf dem Laufenden. Auch viele Hörerinnen und Hörer haben uns am Telefon von ihren Beobachtungen berichtet. Ausführliche Informationen immer zur vollen Stunde in den Nachrichten bei Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern.

 

DIE GESCHICHTE HINTER DEM ABSTURZ-VIDEO

Ein dramatisches Video mit Bildern vom Absturz der beiden Eurofighter über dem nördlichen Fleesensee geht seit gestern um die Welt. Der gebürtige Warener Mario macht gerade Urlaub in seiner alten Heimat und hat am Dienstag im „Guten Morgen“ bei Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern die Geschichte hinter dem Zeitdokument erzählt.

Das Ostseewelle-Gespräch mit Mario vom 25.06.19/08:50 Uhr:

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OSTSEEWELLE-BERICHTE, VIDEOS UND BILDER VOM MONTAG (24.06.19)

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Landes-Innenminister Lorenz Caffier am späten Nachmittag in Nossentiner Hütte:

Unser Reporter Alexander Stuth vor Ort in Nossentiner Hütte (17:14 Uhr):


Hier die Sonderausgabe der Ostseewelle-Nachrichten von 14:30 Uhr zum Nachhören:

Radio-Beitrag von 15:30 Uhr:

Hier könnt ihr die aktuellsten Ostseewelle-Nachrichten jederzeit nochmal hören:

 

Das Video unseres Hörers Maik zeigt die beiden Absturzstellen kurz nach 14 Uhr:

Der Bericht von Focus-Online über unseren Reporter Alex Stuth. Zum Focus-Online-Bericht: …hier

Bildausschnitt der Website von Focus-Online

Foto: Thomas Steffan |https://www.facebook.com/thomas.steffan.13

Ein Pilot überlebte das Unglück und musste aus 20 Meter Höhe aus einem Baum befreit werden. Foto: BV

Ein Pilot überlebte das Unglück und musste aus 20 Meter Höhe aus einem Baum befreit werden. Foto: Benjamin Vormeyer

Foto: Ostseewelle

Trümmerteile auf dem Sportplatz Nossentiner Heide. Häuser wurden bei dem Absturz der „Eurofighter“ offenbar nicht beschädigt. Weitere Trümmerteile liegen auf dem Friedhof von Nossentiner Hütte. Menschen oder Häuser wurden aber nicht getroffen. Foto: Ostseewelle

Die Feuerwehren könnten die Brände mit Löschschaum bekämpfen. Fotos (4): osw

Das Gebiet rund um die Absturzstelle wurde weiträumig abgesperrt.

Die Absturzstelle eines Eurofighters.

Die Absturzstelle nach den Löscharbeiten.