Flitzer mit Rügen-Fahne

Kurz vor Ende des gestrigen Fußball-Spiels Deutschland gegen Ecuador (Endstand: 4:2) sorgte ein Flitzer für Aufregung im Stadion. Und welch‘ eine Überraschung für die 8,33 Millionen Zuschauer in der ARD und die unzähligen Fans der weltweiten TV-Übertragung: Der junge Mann hatte nicht nur eine Unterhose an, sondern auch eine Rügen-Fahne in der Hand – und das beim Länderspiel in der Nähe von Miami in Florida/USA. Schnellen Schrittes rannte er unter anderem auf Nationalspieler Lukas Podolski zu.

“ E S   W A R   E I N E   S P O N T A N E   A K T I O N „

Seit kurz nach 16 Uhr ist der Rügen-Flitzer enttarnt! Heiko aus Sellin hat uns direkt aus Florida per E-Mail geschrieben und dann auch ein erstes Interview per Telefon gegeben. Dabei verriet er gegenüber Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern, das der Flitzer-Lauf eine ganz spontane Aktion war. Eigentlich wollte der Rüganer seine Heimatflagge hinter dem deutschen Tor im Stadion aufhängen – doch dafür war kein Platz mehr. Als Heiko dann kurz vor Ende des Spiels wegen der Hitze sein T-Shirt auszog, riefen andere Zuschauer lauthals: “Do it! Do it!” Also ließ Heiko auch noch die Hose fallen, schnappte sich seine Rügen-Flagge und los ging’s aufs Spielfeld.
Nach dem Flitzer-Auftritt wurde er ohne Probleme von den Ordnern abgeführt und zur Polizei gebracht. Auf dem Präsidium wurde er fotografiert und musste seine Fingerabdrücke hinterlassen. Ernsthaften Ärger gab es für den jungen Mann aber zum Glück nicht! Mit einer Ausnahme: Er hat jetzt ein Jahr Stadionverbot in Boca Raton/Florida.
Mitte Juni kommt Heiko aus den USA zurück und ist dann wieder in seiner Heimat auf Rügen! Der dortige Tourismusverband hat ihm über Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern übrigens ein langes Hotelwochenende in Sellin spendiert – als kleine Belohnung für die kuriose, weltweite Rügen-Werbung. Trotzdem: Zur Nachahmung ist das nicht empfohlen! Auch wenn alles friedlich und ohne großen Ärger ablief, derartige Flitzer-Aktionen können auch leicht ins Auge gehen…

Diverse Bilder im Internet und Videos bei YouTube zeigen die verrückte Rügen-Werbung – hier:

 

Flitzer

Beim Länder-Testspiel Deutschland-Ecuador in Florida rannte dieser junge Mann mit Rügen-Fahne über den Platz (Foto: dpa, te fpt )

Mail vom Flitzer

Um 15:20 Uhr hat sich der junge Mann bei uns gemeldet: Heiko heißt er und kommt tatsächlich aus unserem Land – nämlich aus dem Ostseebad Sellin.

 

Z U M    S P I E L   D E U T S C H L A N D – E C U A D O R

Boca Raton (dpa) – Joachim Löw trat vollauf zufrieden die kurze Busfahrt von Boca Raton zurück ins Stammquartier der deutschen Fußballer am Strand von Miami an. „Großen Respekt. Die Mannschaft hat es nach wenigen Einheiten geschafft, als gut  funktionierendes Team aufzutreten“, sagte der Bundestrainer nach dem 4:2 (4:1) gegen Ecuador, das die Diskussionen um den Sinn der USA-Tour ohne die Champions-League-Stars aus München und Dortmund schon vor der zweiten Partie am Sonntag gegen Jürgen Klinsmanns US-Boys beendete.

„So eine Reise ist extrem wichtig“, erklärte Löw. Der Chefcoach nahm einige wertvolle Erkenntnisse auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien mit. Er hatte wie die Fans in der Heimat vor allem an der furiosen Startphase mit den Treffern von Lukas Podolski (1./17. Minute) und Lars Bender (4./24.) seine helle Freude. „In der ersten Halbzeit haben wir überragend gut Fußball gespielt, unglaublich schnell und zielstrebig“, schwärmte Löw geradezu.

Podolski sorgte nach neun Sekunden sogar für das schnellste Tor in allen 873 Länderspielen der DFB-Auswahl. „Das hat uns beflügelt und die Mannschaft mitgezogen“, sagte Löw zur Bedeutung des frühen 1:0. Podolski gab mit seinen Treffern Nummer 45 und 46 in seinem 109. Länderspiel eine überzeugende Antwort auf Teammanager Oliver Bierhoff, der ihm einen „Stillstand“ in seiner Entwicklung im DFB-Team attestiert hatte. Extra „angestachelt“ habe ihn das nicht, widersprach Podolski: „Es wird natürlich jetzt so dargestellt, aber da kann ich direkt den Wind rausnehmen. Das war absolut nicht der Fall.“ Für ihn war anderes wichtig: „Der Sieg zählt.“

Hochmotiviert agierte das gesamte Team, in dem Löw alle vier mitgereisten Neulinge debütieren ließ. „Mit den Neuen war ich absolut zufrieden.“ Max Kruse und Sydney Sam konnten sich als Torvorbereiter auszeichnen, Philipp Wollscheid und Nicolai Müller kamen später rein. „Wir brauchen 30 Spieler, die für die Nationalmannschaft spielen können und nicht nur 15 oder 20“, betonte Löw den Wert der Sichtung Richtung WM 2014.

Neben den Doppeltorschützen Podolski und Bender konnten zwei Hamburger besonders punkten. Rückkehrer Marcell Jansen empfahl sich als linker Verteidiger – und im Tor war René Adler der Rückhalt. „Ich fand ihn überragend gut“, sagte Löw. Als die Feldspieler dem extremen Wetter Tribut zollten, glänzte Deutschlands Nummer 2 und war nur von Antonio Valencia (44.) und Walter Ayovi (84.) zu überwinden. „Wir sind ein bisschen in Verlegenheit geraten“, gestand Löw. Aber das Positive überwog für den Cheftrainer: „Letztendlich hat die Mannschaft mit vielen neuen Spiele eine klasse Leistung gezeigt.“