29. November 2025 – dpa
Vorstandswahlen beim DGB Nord: Die bisherige Vorsitzende wurde im Amt bestätigt. Eine Gegenkandidatur gab es nicht. Die Gewerkschafter warnten vor Sozialabbau und wollen eine Kampagne lancieren.
Laura Pooth ist als Vorsitzende des DGB Nord wiedergewählt worden. Für die seit 2021 amtierende Gewerkschafterin stimmten bei der DGB-Bezirkskonferenz in Lübeck 97,8 Prozent der rund 100 Delegierten, wie der DGB Nord mitteilte. Sie war die einzige Kandidatin. Als ihr neuer Stellvertreter erhielt Daniel Taprogge 97,7 Prozent der Stimmen, wie es weiter hieß.
In ihrer Rede hatte Pooth Norddeutschland als starken Industriestandort bezeichnet. «Wir können Vorreiter bei der Energiewende sein, in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Aber dafür brauchen wir sichere Jobs und gute, tarifgebundene Arbeit.» Der DGB Nord wolle Treiber für eine Zusammenarbeit der norddeutschen Länder sein. Die wichtigste Voraussetzung dabei sei, dass die Demokratie lebendig und wehrhaft bleibe. «Dafür machen wir uns stark», so Pooth.
In den kommenden Monaten wollen DGB und Einzelgewerkschaften in einer Kampagne gegen den Sozialabbau protestieren. «Während die Angriffe auf soziale Sicherungssysteme zunehmen, werden die Märchen von der "sozialen Hängematte" und einem "aufgeblähten Sozialstaat", den wir uns "nicht mehr leisten können", wieder laut. Aber diese Erzählungen sind nichts weiter als Klassenkampf von oben. Dem stellen wir uns entgegen», hieß es in einer Erklärung.
Die Delegierten wählten in Lübeck zudem die Spitzen der jeweiligen Regionen des DGB Nord: Tanja Chawla (Hamburg), Lisa Vordermeier-Weinstein (Schleswig-Holstein Nordwest), Melanie Meyer (Schleswig-Holstein Südost), Mathias Stein (Kiel Region), Fabian Scheller (Rostock-Schwerin) und Roger Müller (Ost-Mecklenburg-Vorpommern).
Die Bezirkskonferenz ist das wichtigste Gremium der DGB-Gewerkschaften im Norden und findet alle vier Jahre statt. Bei der Veranstaltung waren unter anderem Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und die Bundesvorsitzende des DGB, Yasmin Fahimi, anwesend.