(zuletzt geändert 02.02.19 | 12:40 Uhr) Drei Wochen nach dem gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie in Torgelow (Vorpommern-Greifswald) ist die genaue Todesursache weiter unklar. Ungeachtet dessen wurde der Leichnam zur Beisetzung freigegeben. Das Mädchen wurde am Samstag in Wolgast beigesetzt.

Die Trauerfeier fand um 10 Uhr in der Trauerhalle am Tannenberg statt. Etwa 80 Trauergäste haben teilgenommen. Sie ließen danach Luftballons in Herzform in den Himmel steigen. Danach wurde der weiße und mit Rosen geschmückte Sarg des Kindes auf Wunsch der Familie auf dem etwa drei Kilometer entfernten alten Friedhof im Zentrum beigesetzt.

Die Sechsjährige hatte mit Familie in Wolgast gelebt, bevor die Mutter mit ihr, dem Bruder und dem Stiefvater Mitte 2018 nach Torgelow gezogen war. In Torgelow war die Sechsjährige am 12. Januar in der Wohnung der Familie ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 27 Jahre alten Stiefvater wegen Verdachts des „Mordes durch Unterlassen“ und gegen die Mutter wegen unterlassener Hilfeleistung. Der Stiefvater bestreitet die Tat. Er habe bisher erklärt, dass das Mädchen eine Treppe hinuntergestürzt war und sich dabei tödlich verletzt hatte. Ermittler vermuten aber, dass der Mann das Kind derart misshandelt hat, dass es an den Verletzungen starb. Der 27-Jährige war am 14. Januar bei einer Festnahme geflohen, wurde aber eine Woche später gefasst und ist in Untersuchungshaft. Bei den Ermittlungen werde auch die Arbeit des Jugendamtes geprüft, hieß es.

 

SPENDENKONTO

Viele haben uns in den letzten Tagen immer wieder gefragt: „Wie können wir helfen?“ Gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Landesverband Mecklenburg-Vorpommern sammeln wir Spenden für Leonie. Von dem Geld soll die Beerdigung der 6-Jährigen finanziert werden. Auch der leibliche Vater, der sich jetzt um Leonies Bruder Noah-Joel kümmert, soll finanziell unterstützt werden. Auf dem Spendenkonto von Ostseewelle und dem Kinderschutzbund sind bis heute über 13.000 Euro eingegangen.
Von dem Geld haben wir bisher bezahlt oder planen die Bezahlung:
– 137 Euro für die Erstausstattung von Leonies Bruder Noah Joel
– 2.500 Euro für die Beerdigung und sonstige Bestattungskosten
– 2.500 Euro für den Grabstein und die Grabumrandung

Außerdem wollen wir mit euren Spenden das neu Kinderzimmer von Noah Joel einrichten, dazu wollen wie Oli, den leiblichen Vater, und Noah Joel in den Urlaub schicken.

Kontodaten:
Empfänger: DKSB Landesverband MV
IBAN: DE96 1405 2000 1713 812769
Verwendungszweck: „Ostseewelle Spendenaktion für Leonie“

 

JETZT SPRICHT DER LEIBLICHE VATER

Im Fall des in Torgelow verstorbenen 6-jährigen Mädchens spricht Leonies leiblicher Vater Oliver E. erstmal vor der Kamera exklusiv bei uns. Er erhebt weitere schwere Vorwürfe gegen den noch immer flüchtigen Stiefvater. Leonies 3-jähriger Bruder Noah-Joel wohnt seit Montag bei Oliver. (Bericht in Zusammenarbeit mit Dergerichtsreporter.de)

 

RÜCKBLICK

(zuletzt geändert: 22.01.19 | 12:54 Uhr)  Fahndungserfolg im Fall Leonie: Der seit einer Woche gesuchte Stiefvater des 6-jährigen Mädchens aus Torgelow ist gefasst. Der 27-Jährige ist vermutlich für den gewaltsamen Tod von Leonie verantwortlich. Am Montagmittag, 21.01.19, konnte Ostseewelle als erstes Medium die Festnahme des gesuchten Mannes live im Programm vermelden. In Rathebur (auf der B109 zwischen Anklam und Pasewalk) war der Stiefvater einer Zivilstreife ins Netz gegangen. Er war zusammen mit seinem Anwalt auf dem Weg zur Polizei nach Anklam, wo er sich angeblich den Beamten stellen wollte. Der 27-Jährige wurde zum Amtsgericht Pasewalk im gleichen Landkreis gebracht, wo ein Haftrichter ihm den Haftbefehl verkündete. Vor dem Haftrichter bestritt der Mann sämtliche Vorwürfe und blieb bei seiner Version, dass die 6-Jährige an den Folgen eines Treppensturzes gestorben sei. Der Beschuldigte kam in das Gefängnis nach Bützow im Landkreis Rostock.

Der Mann aus Vorpommern war zunächst wegen „Körperverletzung mit Todesfolge“ unter Verdacht geraten, hatte aber bei einem Festnahmeversuch am 14. Januar aus dem Polizeirevier in Pasewalk fliehen können. Das hatte Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) bereits scharf kritisiert und die Umstände extra prüfen lassen. Das Amtsgericht Pasewalk erließ am 17. Januar einen Haftbefehl wegen „Mordes durch Unterlassen.“

 

Ostseewelle-Nachrichtenbeitrag zur Festnahme (von Montag, 21.01.19):

Ostseewelle-Interview mit Leonies leiblichen Vater nach der Festnahme (von Montag, 21.01.19):

Ostseewelle-Hörerin Caro hat die Festnahme beobachtet (von Montag, 21.01.19):

 

TRAUERSTUNDE AM DIENSTAG

Am Dienstag, 22.01.19, um 18 Uhr wurde in Torgelow eine Trauerstunde für die gestorbene Leonie in der evangelischen Kirche organisiert. Wir waren für euch vor Ort…

Nachrichtenbeitrag von 18 Uhr

Ostseewelle-Reporter Alexander Stuth berichtet von der Trauerstunde (von Mittwoch, 23.01.19):

 

  • Der Traueraltar in der evangelischen Kirche in Torgelow.

  • Direkt neben der Kirche befindet sich das Haus, in welchem die verstorbene Leonie lebte. Hunderte Kerzen und Plüschtiere zeigen die enorme Anteilnahme der Anwohner.

  • Direkt neben der Kirche befindet sich das Haus, in welchem die verstorbene Leonie lebte. Hunderte Kerzen und Plüschtiere zeigen die enorme Anteilnahme der Anwohner.

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(zuletzt geändert: 17.01.19 | 15:27 Uhr | dpa) Nach dem gewaltsamen Tod eines kleinen Mädchens in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) sucht die Polizei weiter nach flüchtigen Stiefvater. Der am Montag aus einem Polizeirevier in Pasewalk getürmte 27-Jährige habe trotz intensiver Suche in der Region Pasewalk/Torgelow noch nicht gefunden werden können, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch in Neubrandenburg. Am Donnerstag wurde durch das Amtsgericht Pasewalk ein Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Ihm wird vorgeworfen, den Tod seiner sechsjährigen Stieftochter nach vorhergehenden Verletzungshandlungen erkannt und billigend in Kauf genommen sowie die erkennbar notwendigen Hilfemaßnahmen zur Vermeidung des Todes nicht ergriffen zu haben.

Der 27-jährige Deutsche war am Montagabend aus einem Polizeigebäude in Pasewalk geflohen, als er von extra angereisten Beamten der Anklamer Kriminalinspektion im dortigen Revier angehört und festgenommen werden sollte. Der Tatverdächtige war mit der Familie zu Anhörungen in dem Gebäude, das zu der Zeit nicht verschlossen war.

Die Sechsjährige war am Samstag in der Wohnung der Familie in Torgelow ums Leben gekommen. Die Menschen in der Stadt reagieren betroffen. Vor die Hauseinfahrt stellten viele Torgelower rote Trauerlichter oder legten Plüschtiere und Blumen ab. Auch ein hölzernes Herz ist darunter.

Der Lebensgefährte der Mutter hatte die Retter alarmiert, weil das Kind angeblich von einer Treppe gestürzt war. Die Polizei wurde eingeschaltet. Rechtsmediziner untersuchten die Tote und fanden Verletzungen, die nicht zu dem angeblichen Sturz passten. „Es gibt Hinweise auf Gewalteinwirkungen gegen das Kind“, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Beatrix Heuer. Welche Verletzungen für den Tod verantwortlich waren und der genaue Ablauf der Tat sollen auch mit Zusatzuntersuchungen aufgeklärt werden.

Unterdessen wurde mitgeteilt, dass das Jugendamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald die Familie vor knapp einem Jahr schon einmal überprüft hatte. „Damals gab es aber keine Auffälligkeiten“, erklärte Kreissprecher Achim Froitzheim in Greifswald. Er wies Berichte zurück, wonach das Jugendamt schon früher von möglichen Misshandlungen des Mädchens hätte wissen müssen.

Damals im Februar 2018 habe eine Tante des Mädchens eine Anzeige wegen Kindeswohlgefährdung gestellt, weil das Kind angeblich verletzt gesehen worden war. Die Eltern hatten sich getrennt, der Vater habe von der Anzeige gewusst. Zu der Familie, die zu der Zeit noch in Wolgast lebte, gehörten zu dem Zeitpunkt das Mädchen, ein Junge, ihre Mutter und der neue Lebensgefährte.

„Unsere Mitarbeiter haben damals mit der Mutter, Großmutter und der Kindereinrichtung gesprochen“, sagte Froitzheim. Zudem sei das Mädchen in der Kindereinrichtung begutachtet worden. Dies habe ergeben, dass die Vorwürfe damals haltlos waren. Deshalb habe es keine weiteren Maßnahmen gegeben.

Auch nach dem Umzug nach Torgelow habe es keine Auffälligkeiten in der Familie gegeben, erklärte der Kreissprecher. 2018 kam ein Neugeborenes hinzu.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat wegen der Flucht des 27-Jährigen aus dem Polizeirevier bereits Aufklärung über das Geschehen verlangt. In Pasewalk war bereits 2017 ein Straftäter aus
dem Polizeigewahrsam geflüchtet, allerdings unter anderen Umständen, wie ein Polizeisprecher erklärte. Der Mann saß wegen Diebstahlsdelikten in einer Arrestzelle und hatte als Handwerker
besondere Kenntnisse als Fensterbauer. Er hatte das Gitterfenster demontiert und lief weg, konnte aber wenig später an der Autobahn nach Polen gefasst werden.

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(zuletzt geändert: 16.01.19 | 14:22 Uhr)  Dramatische Wende nach dem tragischen Tod eines Mädchens in Torgelow (Vorpommern-Greifswald): Der Lebensgefährte der Mutter ist verdächtig, für den Tod der 6-jährigen Leonie verantwortlich zu sein. Nach exklusiven Ostseewelle-Informationen verdichteten sich die Indizien gegen den Stiefvater in einer Vernehmung am Montag. Daraufhin wurde der 27-jährige Mann vorläufig festgenommen und ins Polizeirevier Pasewalk gebracht. Von hier konnte er am Abend jedoch flüchten. Die sofort eingeleitete Großfahndung nach dem Torgelower blieb bislang erfolglos und läuft auf Hochtouren.

Auch Rechtsmediziner und das Jugendamt sind weiter mit dem Fall beschäftigt. So sollen weitere rechtsmedizinische Untersuchungen möglichst schnell klären, unter welchen Umständen das Kind am Samstag gestorben ist, da eine Obduktion zunächst kein eindeutiges Ergebnis gebracht hatte. Nach ersten Erkenntnissen der rechtsmedizinischen Untersuchung des Kindes und umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Anklam gibt es konkrete Hinweise auf Gewalteinwirkungen gegen das Kind, welche nicht mit einem von dem Beschuldigten behaupteten Sturzgeschehen in Einklang zu bringen sind. Bisher könne man aber nur sagen, dass das Kind auf „nicht natürliche Weise ums Leben gekommen“ sei, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Wegen der unklaren Lage hat das Jugendamt ein älteres Kind der Familie zu seinem leiblichen Vater gebracht, wie ein Kreissprecher in Greifswald sagte. Die Mutter mit einem Kleinkind sei in einer Mutter-und-Kind-Einrichtung untergebracht worden. Bisher sei die Familie aber nicht auffällig gewesen.

Die Leiche des Kindes war am Samstag in der Wohnung der Familie gefunden worden. Die Rettungskräfte hatten die Polizei gerufen, da Verletzungen vorlagen, die auch von einem Sturz – beispielsweise von einer Treppe – stammen könnten.