BILDUNGSMINISTERIN BEANTWORTET EURE FRAGEN

In einer großen Ostseewelle-Fragestunde hat Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin am Freitagmittag, 27.03.20, eure Fragen rund um Schule, Prüfungen und Ausbildung beantwortet. Zum Beispiel: „Wann finden die Abschlussprüfungen statt?“, „Werden die Sommerferien verkürzt?“, „Wird die Ausbildung verlängert?“ Wir haben die einzelnen Themenkomplexe in insgesamt fünf Videos zusammengefasst. Das erste Video findet ihr untenstehend, alle anderen Videos gibt es …hier.

VIDEO 1 | Alles zu Abi-Prüfungen und Mittlerer Reife

Weitere Videos mit der Bildungsministerin auf einer Extra-Seite: HIER



NOTFALL-KINDERZUSCHLAG

Derzeit kursieren Informationen, dass aufgrund der Corona-Krise jede Familie unabhängig vom Einkommen Anspruch auf den Notfall-Kinderzuschlag hat. Um ihn zu bekommen, muss der individuelle Bedarf jedoch weiterhin geprüft werden. Alle Infos vom Bundesministerium für Familien, Senioren Frauen und Jugend bekommt ihr …hier.


 

SCHULEN bis 19.04. geschlossen

Seit Montag, 16.03.20, stehen den Eltern die Schulleitungen sowie die Staatlichen Schulämter für Auskünfte zur Verfügung.

Schüler der Klassen 1-6 können unter bestimmten Voraussetzungen weiter betreut werden. Dieses Betreuungsangebot ist jedoch nur für Familien gedacht, bei denen die Eltern in wichtigen Infrastruktur-Berufen wie Gesundheitswesen, Öffentlicher Personennahverkehr oder Energieversorgung arbeiten.

Für die Klassenstufen 7 -12 gibt es KEINE Notfallbetreuung. Es wird empfohlen, dass ältere Großeltern die Kinder nicht betreuen sollen! Lehrer müssen wieder arbeiten – zum Teil von Zuhause.  Sie sollen eine mobile Unterrichtsversorgung organisieren. „Wir haben keine Ferien“, bekräftigt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Es sollen Unterrichts-Plattformen entstehen, damit die Schüler auch von Zuhause aus lernen können.

Sämtliche Klassenfahrten und Schüler-Praktika sind abgesagt.

Informiert euch bitte auch auf den Internetseiten eurer Schulen.

Berufsschüler sollen sich in ihren Ausbildungsbetrieben melden.
Die Semesterferien für Studenten (alle Unis und Hochschulen im Land) werden bis zum 20.04.20 verlängert – die Universitäten bleiben geschlossen.

Alle Infos zum Schulbetrieb ausführlich …hier.


 

KINDERTAGESSTÄTTEN bis 19.04. geschlossen

In Kindergärten, Horten und Krippen ist Notfallbetreuung NUR für besonders wichtige  Berufsgruppen gesichert.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) hat nach den Kita- und Hortschließungen jetzt eine positive Zwischenbilanz gezogen. Die allermeisten Eltern hätten bereits am Übergangstag ihre Kinder zu Hause betreuen können. Weniger als vier Prozent der Kinder seien in die Notfallbetreuung gebracht worden. Auch wenn sich die Zahl der Kinder in der Notfallbetreuung nach Prüfung von Einzelfällen in den Jugendämtern noch leicht erhöhen könne, sei der Wert für eine wirksame Bekämpfung des Coronavirus sehr gut.

Alle Infos zum Kita-Betrieb ausführlich …hier.

Wichtige Fragen und Antworten auf einen Blick …hier.


 

LOHNERSATZ WEGEN KITA-SCHLIEßUNG

Wenn Kita und Schule geschlossen sind und kein Anspruch auf eine Notfallbetreuung besteht, droht erwerbstätigen Sorgeberechtigten ein Verdienstausfall. „Um diese besonderen Härten für uns betroffene Eltern abzufedern, tritt ab dem 30. März, eine neue gesetzliche Regelung in Kraft“, teilte die Sozialministerin Stefanie Drese mit. Nach Paragraf 56 Abs. 1 a Infektionsschutzgesetz wird nun eine Möglichkeit der Lohnfortzahlung für Eltern geschaffen, die sogenannte „Eltern-Entschädigung“. Der Bundesrat hatte dafür am  27.03.20 „grünes Licht“ gegeben.
Drese: „Für viele Familien gerade auch in Mecklenburg-Vorpommern sind Verdienstausfälle derzeit eine existenzielle Sorge. Insbesondere berufstätige Eltern mit kleinen Kindern sind aufgrund von Schul- und Kitaschließungen vor besondere Herausforderungen gestellt. Oft sind alle Bemühungen eine andere Betreuung zu finden erfolglos und ein Elternteil kann nicht zur Arbeit. Deshalb begrüße ich die neue Eltern-Entschädigung sehr.“

Der Antrag auf Eltern-Entschädigung muss vom jeweiligen Arbeitgeber gestellt werden. Antragsbehörde in Mecklenburg-Vorpommern ist das Landesamt für Soziales und Gesundheit (LAGuS). Die Arbeitgeber zahlen für einen Zeitraum von maximal sechs Wochen den Lohn in Höhe von 67 Prozent fort. Der Höchstbetrag für einen vollen Monat beträgt 2.016 Euro. Den Arbeitgebern werden die ausgezahlten Beträge durch die Neuregelung im Infektionsschutzgesetz auf Antrag erstattet. Die Elternentschädigung erhalten erwerbstätige Sorgeberechtigte von Kindern, die das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder behindert und deshalb auf Hilfe angewiesen sind. Auch Pflegeeltern und Selbstständige haben einen Anspruch.

Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung Mecklenburg-Vorpommern Werderstraße 124 19055 Schwerin Telefon: 0385 588-9003 E-Mail: alexander.kujat@sm.mv-regierung.de oder auf www.sozial-mv.de

Für Fragen zur Eltern-Entschädigung ist montags bis freitags von 08 bis 16 Uhr ein Bürgertelefon unter der Telefonnummer 0385/ 399-1111 geschaltet.
Auch per Mail ist eine Kontaktaufnahme möglich: eltern.entschaedigung@lagus.mv-regierung.de
Alle Informationen inklusive Merkblatt und Antragsformulare findet ihr …hier.


 

DISKUSSIONEN UM ABI-PRÜFUNGEN

Mecklenburg-Vorpommern hält ungeachtet der fortwährenden Corona-Krise an den Abiturprüfungen fest. Wie Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Mittwoch, 25.03.20, nach einer Telefonkonferenz mit ihren Amtskollegen erklärte, ist dieses Vorgehen nach dem zwischenzeitlichen Ausscheren Schleswig-Holsteins Konsens unter den Bundesländern. Wann die wegen der Schulschließungen ausgesetzten Prüfungen im Nordosten nachgeholt werden sollen, könne derzeit noch nicht gesagt werden. Es bleibe aber dabei, dass es weder im März noch im April Prüfungen zum Abitur oder zur Mittleren Reife geben werde.

Wie die Kultusministerkonferenz (KMK) nach den jüngsten Beratungen mitteilte, vereinbarten die Länder, dass «zum heutigen Zeitpunkt» eine Absage von Prüfungen nicht notwendig sei. Über das weitere Vorgehen würden sich die Bundesländer eng in der Ministerkonferenz abstimmen. «Die Prüfungen, insbesondere die schriftlichen Abiturprüfungen, finden zum geplanten bzw. zu einem Nachholtermin bis Ende des Schuljahres statt, soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist», heißt es in dem Beschluss weiter.

Schleswig-Holstein war zuvor von seinen Plänen abgerückt, die Schulabschlussprüfungen in diesem Schuljahr wegen der Corona-Krise ausfallen zu lassen. Für das Vorhaben soll es nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in der KMK-Schaltkonferenz deutliche Kritik von fast allen Ländern gegeben haben. Die Präsidentin der Ministerkonferenz und rheinland-pfälzische Ressortchefin, Stefanie Hubig (SPD), sagte laut einer Mitteilung nach dem Gespräch, man habe nun klare Vorgaben für die Schülerinnen und Schüler. «Für sie ist es besonders wichtig, dass sie jetzt Planungssicherheit haben, gleichzeitig steht ihre Gesundheit für uns an erster Stelle.»

Bekräftigt habe die KMK ferner ihren Beschluss vom 12.03.20, wonach die Länder die erreichten Abschlüsse dieses Schuljahres auf der Basis gemeinsamer Regelungen gegenseitig anerkennen werden. Den Schülern sollen keinerlei Nachteile aus der jetzigen Ausnahmesituation entstehen. In Hessen und Rheinland-Pfalz finden momentan Abiturprüfungen unter strengen Hygienevorschriften weiterhin statt. Andere Länder haben das Abi und andere Schulabschlussprüfungen verschoben.


 

AUSBILDUNG

Die Azubi-Abschlussprüfungen an den drei Industrie- und Handelskammern (IHK) in Mecklenburg-Vorpommern werden angesichts des neuartigen Coronavirus verschoben. Die für April und Mai geplanten Abschlussprüfungen sollen Mitte Juni nachgeholt werden, wie die IHK Neubrandenburg am Freitag mitteilte. Die industriell-technischen Prüfungen sollen den Angaben zufolge am 16. und 17. Juni, die kaufmännischen Prüfungen am 18. und 19. Juni stattfinden. Die Weiterbildungsprüfungen sollen demnach zwischen Juni und August nachgeholt werden. Nach IHK-Angaben sind allein in Neubrandenburg etwa 1300 Auszubildende betroffen.


 

HOCHSCHULEN

Das Sommersemester an den Universitäten und Hochschulen Mecklenburg-Vorpommerns soll stattfinden. Der Lehrbetrieb könne zum 20.04.20l unter bestimmten Voraussetzungen wieder starten, teilte das Bildungsministerium in Schwerin mit. Aufgrund der Auswirkungen des neuartigen Coronavirus findet der Lehr- und Studienbetrieb den Angaben zufolge zunächst online statt. Prüfungen, die ohne Direktkontakt möglich seien, könnten digital durchgeführt werden. Praktische Einheiten sollen demnach wieder stattfinden, sobald es die Situation zulasse. Alle Leistungen des Sommersemesters würden anerkannt.

Medizinstudenten hätten einen besonders umfangreichen und anspruchsvollen Lehrplan, erklärte der Dekan der Unimedizin Rostock, Emil Reisinger. Deshalb starte die Unimedizin schon vor Beginn des regulären Semesters mit ihrer Online-Lehre. Das solle verhindern, dass die Studenten ein Semester verlieren. «Dies würde dazu führen, dass wir den Ärztemangel im Land weiter verschärfen.» Bereits am Mittwoch starte ein umfangreicher Testbetrieb mit live-gestreamten Vorlesungen, aufgezeichneten Vorträgen und Seminaren per Video-Konferenzen. Je nach Format hätten die mehr als 2000 Studenten der Medizin, Zahnmedizin und der Medizinischen Biotechnologie auch die Möglichkeit, direkt mit ihren Lehrenden in Kontakt zu treten. «Das verdeutlicht den Grad unserer Digitalisierung.»

Sämtliche Bildungseinrichtungen im Land waren Mitte März geschlossen worden, um soziale Kontakte massiv einzuschränken und damit das Risiko einer Covid-19-Infektion zu verringern. Der Vorlesungsbetrieb ruht bis zum 19. April. Im Wintersemester 2018/19 waren laut Statistischem Landesamt 38 347 Studierende an den Hochschulen eingeschrieben. Die größten Studiengänge waren den Angaben zufolge Medizin, Betriebswirtschaftslehre und Jura.

Die Rahmenbedingungen zur Durchführung des Sommersemesters 2020 im Detail:

  1. Das Sommersemester 2020 findet statt.
  2. Die Universitäten sowie die Hochschule für Musik und Theater Rostock nehmen den Lehrbetrieb zum 20. April 2020 auf; die Fachhochschulen setzen den Lehrbetrieb am 20. April 2020 fort.
  3. Aufgrund der epidemiologischen Situation findet der Lehr- und Studienbetrieb nicht in Präsenzform, sondern z. B. in digital gestützten Formaten statt („distance learning“).
  4. Prüfungen, die ohne Direktkontakt möglich sind und eigenverantwortlich durch die Hochschulen organisiert werden, können bereits jetzt digital und ohne physischen Kontakt qualitätsgesichert durchgeführt werden.
  5. Präsenzlehre bzw. -prüfungen sowie Praxisanteile werden schrittweise dann wieder stattfinden, sobald Gründe des Gesundheitsschutzes dem nicht mehr entgegenstehen. Dies wird mit den für den Gesundheitsschutz zuständigen Behörden vorher abgestimmt.
  6. Alle im Sommersemester 2020 erbrachten Leistungen werden anerkannt.

Ergänzung beim BAföG hilft Studierenden in der Krise:

Viele Studierende sind derzeit in Sorge um ihre finanzielle Grundlage. Nebenjobs brechen weg oder die Eltern geraten aufgrund der Krise in finanzielle Problemlagen und können nicht in gewohnter Form unterstützen. Wissenschaftsministerin Bettina Martin hat deshalb die Entscheidung des Bundes begrüßt, Studierenden beim Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) entgegenzukommen und flexible Verfahren anzuwenden. Im Zuge der krisenbedingten Gesetzgebung hat der Bund auch das BAföG in Teilen geändert.

  • BAföG-Empfängerinnen und -empfänger bekommen auch für den Zeitraum, in dem momentan kein Besuch der Schule bzw Hochschule wegen coronabedingter Schließung möglich ist, eine Förderung.
  • Anträge von Studierenden, bei denen sich die eigenen Einkommensverhältnisse oder die der Eltern geändert haben, werden schnell bearbeitet. Es stehen Hilfsinstrumente für kurzfristigen Zahlungsbedarf zur Verfügung. Das beinhaltet Vorbehaltsbewilligungen bei Folge- oder Aktualisierungsanträgen und Abschlagszahlungen bei Neuanträgen.
  • Studierende, die jetzt im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder der Landwirtschaft tätig sind, wird der Verdienst nicht wie sonst üblich auf den gesamten Förderzeitraum, sondern nur auf die Zeit ihrer Beschäftigung angerechnet.

„Es ist ein wichtiges Signal, dass Studierende, die sich jetzt für andere einsetzen und anpacken, nicht um ihre Förderung bangen müssen“, sagte Martin am 30.03.20. Mecklenburg-Vorpommern hatte sich auf Initiative Martins beim Bund dafür eingesetzt, dass nicht nur der Verdienst im Gesundheitswesen und in sozialen Einrichtungen, sondern auch in der Landwirtschaft nicht auf das BAföG im gesamten Förderzeitraum angerechnet wird.

Martin betonte, wie wichtig es gerade jetzt sei, dass sich Studierende in der Land- und Ernährungswirtschaft engagieren. „Wir brauchen jetzt auch Studierende, die sich für die Gemeinschaft in der Krise engagieren. Wer also Engagement mit einem Nebenverdienst vereinen möchte, findet dort die Möglichkeit“, sagte Martin. Im Internet ist unter der Adresse www.mv-wir-packen-an.de eine Stellenbörse geschaltet, über die sich auch Studierende um einen Job in der Land- und Ernährungswirtschaft bewerben können.


 

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