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MICHAEL JACKSON Thriller
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Thriller (1984)

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14 Jährige aus Güstrow vermisst

Seit dem 20.08.2019 wird die 14-jährige Lilli Krüger aus Güstrow vermisst. Sie ist schlank, 1,68 Meter groß und hat blonde, schulterlange Haare. Vermutlich trägt sie eine schwarz/weiße Wendejacke mit Kapuze, eine schwarze Jeanshose und beigefarbene Schuhe. Außerdem hat sie eine große schwarze Handtasche bei sich. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.  mehr...

Nachrichten-Ticker aus Mecklenburg-Vorpommern

Polizei sucht ausgebüxtes Stachelschwein

Schwerin (dpa/mv) - Ein aus dem Schweriner Zoo ausgebüxtes Stachelschwein hat die Polizei in der Landeshauptstadt am späten Dienstagabend in Atem gehalten. Gefährlich sei das Tier nicht, erklärten die Beamten am Mittwoch. Möglicherweise streife es noch immer in der Umgebung des Zoos herum. Die zur Suche eingesetzten Polizisten konnten es nicht ausfindig machen. Vor einem Jahr hatte schon einmal ein ausgebüxtes Tier aus dem Schweriner Zoo für Schlagzeilen gesorgt: Wochenlang war Kapuzineräffchen «Seppl» immer wieder entwischt - schließlich wurde es von einem Auto überfahren.

Mann aus Thüringen stirbt beim Baden auf dem Darß

Wustrow (dpa/mv) - Bei einem Badeunfall in Wustrow auf dem Darß ist am Dienstag ein Mann ums Leben gekommen. Der 78-Jährige aus Thüringen sei am späten Nachmittag zum Baden in die Ostsee gegangen, dann habe seine Ehefrau ihn aber aus den Augen verloren, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Sie verständigte Rettungsschwimmer, die den Mann nach kurzer Suche mit einem Rettungsboot und mehreren Schwimmern fanden und an Land brachten. Die eingeleitete Reanimation blieb aber erfolglos, hieß es. Woran der 78-Jährige starb, sei noch unklar. Die Zahl der in dieser Saison beim Baden umgekommenen Menschen erhöht sich damit auf mindestens 13.

Urteil im Pflegeprozess verschoben

Güstrow (dpa/mv) - Im Prozess gegen eine ehemalige Pflegeheim-Betreiberin aus Krakow am See (Landkreis Rostock) hat sich die Angeklagte erstmals geäußert und die Vorwürfe der Freiheitsberaubung zurückgewiesen. Die Bewohner hätten die Pflegeeinrichtungen immer verlassen können, sagte sie am Mittwoch im Amtsgericht Güstrow. Die Angeklagte, die in dem seit März laufenden Prozess von ihrem Recht auf Aussageverweigerung bislang Gebrauch gemacht hatte, gab an, dass Gegensprechanlagen inklusive Kameras installiert gewesen seien. Auf die Frage des Richters, ob jeder jederzeit aus dem Haus gehen konnte, antwortete sie mit «Ja». Das für Mittwoch angekündigte Urteil wurde verschoben, nachdem der Verteidiger die Anhörung von zwei früheren Beschäftigten beantragte. Sie könnten das Vorhandensein der Gegensprechanlagen bezeugen. Die Staatsanwältin machte darauf aufmerksam, dass die Angaben der Angeklagte allem bisher Gehörten widersprächen. Sollten sich die Angaben der Zeugen als falsch herausstellen, müssten diese mit Ermittlungen gegen sie rechnen. Der 33-jährigen Angeklagten wird Freiheitsberaubung, Misshandlung von Schutzbefohlenen, Körperverletzung und Betrug zur Last gelegt. In zwei von ihr betriebenen und 2016 durch die Behörden geschlossenen Pflegeheimen sollen Zeugen zufolge unhaltbare Zustände geherrscht haben: Unter anderem sagte eine Mitarbeiterin der Heimaufsicht aus, sie habe eine abgemagerte Bewohnerin gefunden, die hilflos in einem vergitterten Bett gelegen habe und schwer dehydriert gewesen sei.

Geldautomat in Güstrow gesprengt

Güstrow (dpa/lno) - In Güstrow wurde in der Nacht zu Mittwoch ein Geldautomat in einer Bankfiliale gesprengt. Ein zweiter Automat sei ebenfalls für eine Sprengung vorbereitet worden, aber nicht explodiert, teilte die Polizei am Mittwochmorgen mit. Das betroffene Haus sowie zwei angrenzende Häuser seien evakuiert worden, bevor der Munitionsbergungsdienst den angebrachten Sprengsatz entschärft habe. Aufgefallen sei die Sprengung, als Anwohner gegen 2.45 Uhr einen lauten Knall gehört und kurz darauf zwei Personen auf einem Motorrad und Moped flüchten sehen haben. Die Ermittlungen dauern an, zur Schadenshöhe konnte die Polizei bisher keine Angaben machen.

Einbruch in Rostocker Postfiliale

Rostock (dpa/lno) - Unbekannte sind in Rostock in eine Postfiliale im Südstadt-Center eingebrochen. Tatverdächtig seien vier Männer, die am Dienstagabend von Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes auf der Flucht beobachtet wurden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Nachdem die Männer das Center verlassen hätten, seien sie mit einem Auto weggefahren. Die Polizei konnte zunächst keine Angaben zum Schaden machen und bittet um Hinweise zum Geschehen.

Ramelow: Treuhand-Geschichte mehr aus Ost-Sicht untersuchen

Erfurt (dpa) - Fehler bei der schnellen Privatisierung und Schließung von DDR-Betrieben in den 1990er Jahren haben nach Einschätzung von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bis heute negative Auswirkungen. Trotz der in vielen Teilen guten wirtschaftlichen Entwicklung der ostdeutschen Bundesländer könnten die Menschen kaum Stolz auf das Geleistete entwickeln, sagte Ramelow am Dienstag in Erfurt der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach von einer gesellschaftlichen Entwurzelung, die auch aus der Massenarbeitslosigkeit nach dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft resultiere. Zudem sei den Menschen suggeriert worden, vieles, wofür sie gearbeitet hatten, sei Schrott. Ramelow: «Die Menschen konnten nicht erhobenen Hauptes in die Veränderungen gehen.» Thüringens Regierungschef und der ehemalige Bundestagsfraktionschef der Linken, Gregor Gysi, eröffneten eine Ausstellung der Rosa-Luxemburg-Stiftung unter dem Titel «Schicksal Treuhand - Treuhand-Schicksale». Die Stiftung steht der Linken nahe. In der Schau kommen Zeitzeugen zu Wort, deren Lebensweg durch Treuhandentscheidungen maßgeblich beeinflusst wurde. Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, forderte die Einsetzung einer Enquete-Kommission zur Treuhand im Thüringer Landtag. «Die traumatischen Vorgänge verlangen umfassende Aufklärung über die vielerorts verheerende Rolle der Treuhand nach der Wende», erklärte sie. Eine Enquete-Kommission ist eine Art Arbeitsgruppe von Vertretern der verschiedenen Fraktionen, die sich mit einem komplexen Thema beschäftigt. Als Synonym für eine verfehlte Treuhand-Politik stehe bis heute die Schließung der thüringischen Kali-Grube Bischofferode, sagte Ramelow bei der Eröffnung, zu der auch ehemalige Bergleute kamen. Über Wochen hatten die Kumpel 1993 mit einem Hungerstreik gegen die Schließung angekämpft - letztlich erfolglos, obwohl es einen mittelständischen Interessenten für das Kali-Werk gab. Es sei wichtig, sich auch 30 Jahre nach dem Mauerfall noch mit der Arbeit der Treuhandanstalt zu beschäftigen, sagte Ramelow. Er unterstütze den Vorstoß der Bundestagsfraktion der Linken, einen Treuhand-Untersuchungsausschuss einzusetzen. Bei der weiteren, auch wissenschaftlichen Untersuchung der Treuhandarbeit wünsche er sich, «dass die ostdeutsche Sicht dabei eine stärkere Rolle spielt». Seiner Meinung nach gehe es heute nicht mehr um eine kriminologische, sondern um eine soziologische Aufarbeitung der Ereignisse in den 1990er Jahren. Gysi sagte, ein grundsätzlicher Fehler sei gewesen, die Treuhand dem Finanz- und nicht dem Wirtschaftsministerium zu unterstellen. «Es gab keinen Anreiz zum Erhalt von Betrieben.» Die Massenarbeitslosigkeit habe zum Wegzug vieler junger Leute geführt. Jetzt laufe Ostdeutschland Gefahr, «eine Rentnergesellschaft zu werden». Die Schau soll als Wanderausstellung auch in den anderen ostdeutschen Bundesländern gezeigt werden. Nächste Stationen sind Dresden (3.-25.9.19) und Crimmitschau (30.9.-28.10.19). Die Treuhandanstalt hatte den Auftrag, die DDR-Betriebe durch Privatisierung in die Marktwirtschaft zu bringen.

Urteil zu Körperverletzung und Geiselnahme erwartet

Rostock (dpa/mv) - Im Prozess um eine Körperverletzung und Geiselnahme in einer Gartenanlage bei Lalendorf bei Güstrow wird heute im Landgericht Rostock das Urteil erwartet. Die Staatsanwaltschaft hatte es am Ende der Beweisaufnahme als erwiesen angesehen, dass ein 35 Jahre alter Angeklagter und sein 63-jähriger Komplize im März einen 39 Jahre alten Mann zwei Stunden lang mit Fausthieben und Axt-Schlägen gequält und schwer verletzt haben. Die Ankläger forderten sechs Jahre und zehn Monate Gefängnis für den Haupttäter, für seinen Komplizen fünf Jahre und sechs Monate. Die Verteidiger hielten eine Strafe von bis zu vier Jahren Haft für den jüngeren Angeklagten, beziehungsweise eine einjährige Bewährungsstrafe für den älteren für angemessen. Hintergrund der Tat könnte sein, dass die Angeklagten ihr Opfer in Verdacht hatten, Gerüchte über das Familienleben des jüngeren Beschuldigten verbreitet zu haben.

Regionalkonferenz: Pegel wirbt für Digitalisierungsoffensive

Schwerin (dpa/mv) - Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) setzt heute in Schwerin die Reihe der Regionalkonferenzen fort, auf denen er mit Unternehmern über die Umsetzung der Digitalen Agenda debattiert. Die SPD/CDU-Landesregierung hatte im Mai 2018 in einem 20-seitigen Aufgabenkatalog die wichtigsten Projekte fixiert. Dazu gehören der Ausbau der Datennetze, die Unterstützung der Wirtschaft beim digitalen Wandel und der Aufbau einer einheitlichen Bürgerplattform, mit der Behördengänge vom heimischen Computer aus möglich sind. Die Umsetzung war schleppend angelaufen. Deshalb war Ende vorigen Jahres aus den Reihen der Unternehmen bereits Unmut aufgekommen. Doch inzwischen sind erste Erfolge beim Breitbandausbau in ländlichen Regionen erkennbar. Aus dem Milliardenprogramm des Bundes für schnelles Internet erhält Mecklenburg-Vorpommern 832 Millionen Euro. Das Land ergänzt die Bundesmittel mit 504 Millionen Euro aus früheren Etatüberschüssen.

Usedom: 76 Jahre alter Radfahrer nach Unfall in Lebensgefahr

Zinnowitz (dpa/mv) - Ein 76 Jahre alter Fahrradfahrer ist am Dienstag in Zinnowitz auf Usedom (Landkreis Vorpommern-Greifswald) von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden. Die 31 Jahre alte Autofahrerin habe den Abstand zu dem vorfahrtsberechtigten Radfahrer «offenbar» falsch eingeschätzt und sei nach einem kurzen Stopp an der Haltelinie an einer Kreuzung losgefahren. Fahrrad und Auto kollidierten - der 76-Jährige fiel mit dem Kopf auf die Fahrbahn und erlitt lebensbedrohliche Kopfverletzungen. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn ins Klinikum nach Greifswald.

Immer mehr Unternehmen suchen vergeblich nach Lehrlingen

Schwerin (dpa/mv) - Der Mangel an Lehrstellen-Bewerbern trifft immer mehr Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern. Wie eine Umfrage der drei Industrie- und Handelskammern unter den Mitgliedsfirmen ergab, konnte im Vorjahr nur die Hälfte der Betriebe alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. «Mitte der 1990er Jahre hatten wir 30 000 Schulabgänger im Jahr. Jetzt sind wir bei 13 000», konstatierte Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg, am Dienstag bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Schwerin. Für 48 Prozent der nicht besetzten Plätze hätten überhaupt keine Bewerbungen vorgelegen. Das sei der bislang höchste Wert gewesen. Die Unternehmen hätten aber reagiert, die Werbung intensiviert und auch ihre Erwartungen an die Qualität der Bewerber reduziert. «Der Anspruch, dass man einen Abiturienten für die Ausbildung bekommt, ist vorbei», sagte Haasch. Mit einem erhöhten Betreuungsaufwand gelinge es den Unternehmen aber, den Ausbildungserfolg auch für etwas leistungsschwächere Einsteiger zu sichern. Haasch erneuerte den Appell an die Regierung, keine weiteren Einschnitte in der Berufsschullandschaft vorzunehmen. Ein kurzer Weg zur Berufsschule sei inzwischen eines der wichtigsten Kriterien für Bewerber, wenn sie sich für eine Lehrstelle entscheiden. Zudem sprach er sich dafür aus, das Spektrum der Ausbildung wieder zu erweitern. Von 170 IHK-Berufen würden im Nordosten nur wenig mehr als 100 angeboten. So fehlten zum Beispiel Mediengestalter, Bootsbauer oder Tierpfleger. Als dringend geboten bezeichnete Haasch die massive Aufstockung der Berufsschullehrerausbildung. Schon jetzt fehlten Pädagogen und der Ersatzbedarf steige, weil in den kommenden zehn Jahren die Hälfte der Berufsschullehrer in Rente gehe. Nach Angaben der Arbeitsagentur Nord waren in Mecklenburg-Vorpommern Ende Juli noch fast 5000 Ausbildungsplätze als unbesetzt gemeldet. Dem standen lediglich 2600 noch «unversorgte» Jugendliche gegenüber. Den größten Nachwuchsmangel verzeichnen das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie der Einzelhandel. Immer mehr Lücken tun sich auch im Handwerk auf.

Weniger Müll auf Deponie Ihlenberg: Schließungstermin 2035

Schwerin (dpa/mv) - Als Reaktion auf einen internen Prüfbericht, der massive Grenzwertüberschreitungen bei Mülllieferungen offenbart hatte, wird die Landesregierung das Betreiberkonzept für die landeseigene Abfalldeponie Ihlenberg (Nordwestmecklenburg) ändern. So werde künftig kein Sondermüll mehr aus den Ausland, aus Süd- oder Westdeutschland am Ihlenberg angenommen, sagte Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) am Dienstag in Schwerin. Die abgenommene Müllmenge solle pauschal um 25 Prozent reduziert, der Erlösausfall durch höhere Gebühren für stark belastete Abfälle aus dem norddeutschen Raum kompensiert werden. Eine Schließung vor dem bislang angestrebten Jahr 2035 soll es aber nicht geben. Grundlage der Planungen ist laut Meyer der Abschlussbericht des von der Regierung eingesetzten Sonderbeauftragten für den Ihlenberg, Tilmann Schweisfurth. Das Gutachten, das mehrere Ausstiegsszenarien aufzeigt, sei vom Kabinett zur Kenntnis genommen worden. Noch im September werde die Ministerrunde konkrete Maßnahmen auf den Weg bringen. «Wir werden für die Deponie einen Paradigmenwechsel vornehmen», kündigte Meyer an. Statt wirtschaftlichem Betrieb würden die Müllbegrenzung und die Renaturierung der Deponie in den Vordergrund treten. Zudem solle durch ein neues Kontrollsystem verhindert werden, dass der angelieferte Müll stärker belastet ist als vertraglich vereinbart. Meyer sicherte zudem mehr Transparenz zu. Die an der mecklenburgisch-holsteinischen Grenze gelegene Deponie, auf der schon zu DDR-Zeiten für Devisen auch giftiger Sondermüll aus Westeuropa eingelagert wurde, sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Zuletzt hatte der Bericht über massive Grenzwertüberschreitungen bei Mülllieferungen unter anderem aus Italien die Bevölkerung in Unruhe versetzt. Der frühere Innenrevisor Stefan Schwesig hatte der Geschäftsführung vorgeworfen, Abfälle anzunehmen, deren Gehalt an gefährlichen Schwermetallen die Deponieparameter um ein Vielfaches überschreiten. Die Geschäftsführung wies die Vorwürfe zurück. Der Bericht fand dennoch große Öffentlichkeit, weil Stefan Schwesig der Ehemann von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ist.

Auto gerät in Gegenverkehr: 37-Jähriger in Lebensgefahr

Greifswald (dpa/mv) - Bei einem Verkehrsunfall auf der B105 zwischen Stralsund und Greifswald ist ein 37-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, kam der Autofahrer aus zunächst ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn ab und geriet in den Gegenverkehr. Dort kollidierte er seitlich mit einem entgegenkommenden Lkw, beide Fahrzeuge landeten im Straßengraben. Der 40 Jahre alte Lkw-Fahrer verließ sein Fahrzeug unverletzt, der 37-Jährige erlitt lebensbedrohliche Kopfverletzungen.

Vier Schwerverletzte nach Überholmanöver

Neu Grambow (dpa/mv) - Bei einem Überholmanöver auf der B113 zwischen Linken und Neu Grambow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) sind bei einem Verkehrsunfall vier Menschen schwer verletzt worden. Ein 59 Jahre alter Fahrer eines Traktors mit zwei Anhängern wollte links auf einen unbefestigten Weg abbiegen und sah nicht, dass er bereits überholt wurde, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Der 41-jährige Fahrer krachte mit seinem Auto - ebenfalls mit Anhänger - gegen den Traktor, kam von der Fahrbahn ab, durchfuhr einen Straßengraben und kam auf einem angrenzenden Radweg zum Stillstand. Der Anhänger riss vom Pkw ab und blieb in einem Straßengraben liegen. Die 38 Jahre alte Ehefrau erlitt Prellungen im Bauchbereich und ein Schleudertrauma, sie wurde per Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Schwedt geflogen. Lebensgefahr bestand nicht. Die beiden Kinder im Alter von zwei und fünf Jahren und der 41-Jährige wurden mit einem Rettungswagen in die Klinik gebracht, sie erlitten ein Schleudertrauma. Der Fahrer des Traktors blieb nach ersten Erkenntnissen unverletzt.

Mord an Maria aus Usedom: «Lass es uns heute machen»

Stralsund (dpa) - Mit einem umfassenden Geständnis hat der Prozess um die Ermordung der 18-jährigen Maria von der Ferieninsel Usedom am Dienstag vor dem Landgericht Stralsund begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft zwei 19 und 21 Jahre alten Männern vor, die schwangere 18-Jährige heimtückisch und aus Mordlust getötet zu haben. Sie wollten einen Menschen sterben sehen, sagte der Staatsanwalt. Die Besucher im Gerichtssaal, unter ihnen die deutlich gezeichnete Mutter des Opfers, hörten, wie der 19-jährige Angeklagte zunächst den tristen Alltag als perspektivloser Arbeitsloser mit hohem Alkoholkonsum und dann die Planung des Mordes und die Tat detailliert schilderte. So habe er am Nachmittag des Tattags im März mit dem mitangeklagten 21-Jährigen den Mordplan geschmiedet. «Wir haben darüber gesprochen, wie es wäre, jemanden umzubringen», sagte der junge Mann, ohne Emotionen zu zeigen. Dann sei der Satz gefallen: «Lass es uns heute machen.» Er habe Namen aus dem Bekanntenkreis vorgeschlagen. Maria sei als Opfer ausgewählt worden, weil sie alleine lebte. «Es war einfacher.» Mitten in der Befragung durch die Vorsitzende Richterin musste sich der Mitangeklagte übergeben, die Verhandlung wurde unterbrochen Der 19-Jährige, der zu Prozessbeginn auf der Anklagebank sitzend den Mittelfinger den auf ihn gerichteten Kameras entgegenstreckte, bestätigte in weiten Teilen die Angaben der Anklage. Danach habe er sich vor der Tat neben einem Messer auch Ersatzkleidung besorgt, um sie gegen die mit Blut beschmierte auszutauschen. Er erwähnte auch, dass Maria die beste Freundin seiner Lebensgefährtin war, mit der er auch ein gemeinsames Kind hat. In der Wohnung Marias in Zinnowitz, die sie unter einem Vorwand betraten, habe er seinem Opfer von hinten einen wuchtigen Stich in den Hals versetzt. Maria habe «Aua» und «Hör auf» gerufen. Dann habe er sich auf die am Boden liegende Frau gesetzt und ihr zahlreiche weitere Stiche am Kopf und Hals zugefügt, während der Mittäter ihre Beine festgehalten habe. Die Tat habe nur wenige Minuten gedauert. Die Gerichtsmedizin stellte insgesamt 19 Stichverletzungen fest. «Danach war ich kurz überfordert», berichtete er. Die beiden Deutschen aus Zinnowitz und einem Nachbarort hatten Maria nach der Tat liegenlassen und die Wohnung aufgeräumt. Das Messer und Marias Handy hätten sich von der Seebrücke aus in die Ostsee geworfen. In einer von seinem Anwalt vorgelesenen Erklärung bestritt der zweite Angeklagte, die Beine von Maria festgehalten zu haben. Es sei alleine die Tat des 19-Jährigen gewesen. Er räumte allerdings ein, dass er geholfen habe, Spuren am Tatort zu beseitigen. Er entschuldigte sich bei Marias Mutter und deren Familie. Er habe Schuld auf sich geladen. Einen Monat nach der Tat wurden die beiden nach intensiver Fahndung festgenommen. Der 19-Jährige gab an, er habe gewusst, dass Maria schwanger war. «Sie hat sich darauf gefreut.» Von den Besuchern kam in diesem Moment der entsetzte Ausruf: «Mein Gott!» Auf die Frage der Richterin, wie es ihm bei der Tat gegangen sei, sagte der Mann: «Ich habe dabei keine Gefühle gehabt.» Dem erwachsenen Angeklagten droht nun laut Landgericht wegen Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Jüngere könnte wegen seiner Alkoholisierung und einer psychiatrischen Erkrankung bei der Tat vermindert schuldfähig gewesen sein. Er könnte im Falle einer Verurteilung wegen Mordes eine bis zu zehn Jahre dauernde Jugendstrafe erhalten. Sollte die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden, könnte die Haftzeit auf 15 Jahre ausgeweitet werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Neue Präsidentin will Perspektivwechsel für Klassik Stiftung

Weimar (dpa) - Politischer, digitaler und mit mehr Privatgeldern ausgestattet: So stellt sich die neue Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, Ulrike Lorenz, unter anderem die Zukunft ihrer Institution vor. «Die Klassik Stiftung Weimar wird sich öffnen und in ihrer politischen Verantwortung aktiver werden», sagte Lorenz am Dienstag in Weimar. Die Stiftung - eine der größten Kulturstiftungen Deutschlands - könne zu einem «Thinktank», einer Denkfabrik, für Politik und Gesellschaft werden, so Lorenz. Die 1963 in Gera geborene Lorenz kündigte zudem an, Digitalisierung zur Chefsache zu machen und mit einem neuen Beratungsgremium aus Wirtschaft und Gesellschaft mehr Spendengelder etwa von Privatunternehmen für die Stiftung generieren zu wollen. Ihre Pläne sehen auch vor, die Stiftung auf internationaler Ebene besser zu etablieren: Unter anderem strebt sie eine Beteiligung an internationalen Arbeitsnetzwerken an etwa mit dem US-amerikanischen Smithsonian oder dem British Museum. In Zusammenarbeit mit dem weltweit präsenten Goethe-Institut solle die Stiftung, ihre Aufgaben und Ressourcen in einer Wanderausstellung global präsentiert werden. Vor Ort in Weimar möchte Lorenz die schwierige Sanierung des Stadtschlosses zu einer Priorität machen - noch vor den ebenfalls notwendigen Arbeiten am Goethe-Wohnhaus. Beide gehören zum Ensemble des «Klassischen Weimar», das auf der Liste des Weltkulturerbes der Vereinten Nationen steht. Das Stadtschloss ist auch Verwaltungssitz der Stiftung. Die bisherigen Pläne zur Sanierung der ehemaligen Residenz der Herzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach und zu deren Finanzierung reichten nicht aus, sagte Lorenz. Besonders bei diesem Vorhaben sei ein Zusammenwirken öffentlicher und privater Geldgeber nötig. «Ich werde dafür an wichtige Wirtschaftsführer herantreten», so Lorenz. Unter anderem möchte Lorenz auch die bisher eher abseits in einem historischen Straßenbahndepot untergebrachte Installation «Konzert für Buchenwald» der bekannten zeitgenössischen, deutschen Künstlerin Rebecca Horn prominenter in Weimar platzieren. Die Klassik Stiftung Weimar beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter und betreut mehr als 20 Museen, Schlösser, Parks, Literatur- und Kunstsammlungen. Thematisch umfasst ihre Arbeit vor allem das klassische Weimar rund um die Dichterfürsten Goethe und Schiller, aber etwa auch das Erbe des vor 100 Jahren in Weimar gegründeten Bauhauses. Geldgeber sind Bund, Land und Stadt. Lorenz ist seit 1. August Präsidentin der Stiftung. Zuvor hatte Hellmut Seeman die Kultureinrichtung 18 Jahre lang geleitet. Er verabschiedete sich im Sommer in den Ruhestand. Zuvor war unter ihm aber noch der jahrelang geplante Neubau des Bauhaus-Museums eröffnet worden. Lorenz leitete nach dem Kunstwissenschafts- und Archäologie-Studium in Leipzig unter anderem die Kunstsammlung Gera mit dem Otto Dix Haus. Zuletzt war sie zehn Jahre lang Direktorin der Kunsthalle im baden-württembergischen Mannheim. Dort wurde unter ihr im vergangenen Jahr ein Neubau des Museums eröffnet, der zu einem großen Teil über private Spendengelder finanziert wurde. Lorenz' Amtszeit endet laut Vertrag Ende Juli 2025. Eine Option auf Verlängerung gebe es, hieß es bei der Stiftung. Dafür wolle man sich Ende Juli 2023 zusammensetzen.

Ramelow: Treuhand-Geschichte mehr aus Ost-Sicht untersuchen

Erfurt (dpa) - Fehler bei der schnellen Privatisierung und Schließung von DDR-Betrieben in den 1990er Jahren haben nach Einschätzung von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) negative Auswirkungen bis heute. Trotz der in vielen Teilen guten wirtschaftlichen Entwicklung der ostdeutschen Bundesländer könnten die Menschen kaum Stolz auf das Geleistete entwickeln, sagte Ramelow am Dienstag in Erfurt der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach von einer gesellschaftlichen Entwurzelung, die auch aus der Massenarbeitslosigkeit nach dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft resultiere. Zudem sei den Menschen suggeriert worden, vieles, wofür sie gearbeitet hatten, sei Schrott. Ramelow: «Die Menschen konnten nicht erhobenen Hauptes in die Veränderungen gehen.» Thüringens Regierungschef und der ehemalige Bundestagsfraktionschef der Linken, Gregor Gysi, eröffneten eine Ausstellung der Rosa-Luxemburg-Stiftung unter dem Titel «Schicksal Treuhand - Treuhand-Schicksale». Die Stiftung steht der Linken nahe. In der Schau kommen Zeitzeugen zu Wort, deren Lebensweg durch Treuhandentscheidungen maßgeblich beeinflusst wurde. Als Synonym für eine verfehlte Treuhand-Politik stehe bis heute die Schließung der thüringischen Kali-Grube Bischofferode, sagte Ramelow bei der Eröffnung, zu der ehemalige Bergleute kamen. Über Wochen hatten die Kumpel 1993 mit einem Hungerstreik dagegen angekämpft - letztlich erfolglos, obwohl es einen mittelständischen Interessenten für das Kali-Werk gab. Es sei wichtig, sich auch 30 Jahre nach dem Mauerfall noch mit der Arbeit der Treuhandanstalt zu beschäftigen, sagte Ramelow. Er unterstützte den Vorstoß der Bundestagsfraktion der Linken, einen Treuhand-Untersuchungsausschuss einzusetzen. Bei der weiteren, auch wissenschaftlichen Untersuchung der Treuhandarbeit wünschte er sich, «dass die ostdeutsche Sicht dabei eine stärkere Rolle spielt». Seiner Meinung nach gehe es heute nicht mehr um eine kriminologische, sondern um eine soziologische Aufarbeitung der Ereignisse in den 1990er Jahren. Gysi sagte, ein grundsätzlicher Fehler sei gewesen, die Treuhand dem Finanz- und nicht dem Wirtschaftsministerium zu unterstellen. «Es gab keinen Anreiz zum Erhalt von Betrieben.» Die Massenarbeitslosigkeit habe zum Wegzug vieler jungen Leute geführt. Jetzt laufe Ostdeutschland Gefahr, «eine Rentnergesellschaft zu werden». Die Schau soll als Wanderausstellung auch in den anderen ostdeutschen Bundesländern gezeigt werden. Nächste Stationen sind Dresden (3.-25.9.19) und Crimmitschau (30.9.-28.10.19). Die Treuhandanstalt hatte den Auftrag, die DDR-Betriebe durch Privatisierung in die Marktwirtschaft zu bringen.

Deutlicher Zuwachs im Tourismus Mecklenburg-Vorpommerns

Schwerin (dpa/mv) - Nach dem Supersommer 2018 surft die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern weiter auf der Erfolgswelle. Wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Dienstag in Schwerin mitteilte, wurde in den ersten acht Monaten des Jahres bei den Übernachtungen das hohe Niveau des Vorjahres noch einmal übertroffen. In den Hotels betrug das Plus demnach drei Prozent, auf den Campingplätzen sogar acht Prozent. «Wir können mit dem ersten Halbjahr sehr zufrieden sein. Ich wage die Prognose, dass wir zum Jahresende bei 31,5 bis 33 Millionen Übernachtungen landen werden», sagte Glawe. Hotels, Pensionen, Campingplätze und Ferienhausanbieter hätten auch von den guten Vorbuchungszahlen profitiert, ausgelöst durch den sonnenreichen Sommer im Vorjahr. Doch auch das freundliche Wetter zu Ferienbeginn und die etwas längere Ferienzeit über alle Bundesländer habe die Nachfrage hoch gehalten. Für das erste Halbjahr registrierte das Statistische Amt mehr als 3,6 Millionen Gäste und etwa 13,5 Millionen Übernachtungen in den größeren gewerblichen Tourismusbetrieben des Landes. Das sei ein Plus bei Gästen von 10,3 Prozent und bei Übernachtungen von 14,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum gewesen, sagte Glawe. Doch sei der Vergleich beeinflusst durch die Aufnahme von bislang statistisch nicht erfassten Ferienwohnungen. Durch eine veränderte Zählung habe sich die Zahl der erfassten Gästebetten um 45 000 auf 325 000 erhöht. Überdurchschnittliche Wachstumsraten verzeichneten laut Glawe Usedom, Rügen und Fischland/Darß/Zingst. Allein Schwerin habe nicht von dem wachsenden Gästezuspruch profitiert. Als ein Grund dafür wurde die veränderte statistische Erfassung genannt. Glawe verwies aber auch auf Probleme. So sei der Zustand vieler Radwege im Nordosten häufig ein Ärgernis für Urlauber. Der niedrige Wasserstand in Seen und Flüssen sowie defekte Brücken und Schleusen hätten zudem den Wassertourismus massiv beeinträchtigt. «Wir müssen den Bund noch deutlicher an seine Verantwortung für funktionierende Wasserstraßen erinnern», sagte Glawe. Der Hotel- und Gaststättenverband Mecklenburg-Vorpommerns zeigte sich mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Verbandspräsident Lars Schwarz sprach von einem guten Zwischenergebnis. Dort, wo Angebot und Lage stimmten, würden auch die Gastronomen leichte Zuwächse signalisieren. Problematisch bleibe die Fachkräftegewinnung. So werde es immer schwerer, geeignete Arbeits- und Fachkräfte zu finden und zu binden. «Große Hoffnung setzt die Branche in das Fachkräfteeinwanderungsgesetz», betonte Schwarz.

Stiftung will mit Schülern Berufe der Zukunft finden

Hamburg (dpa/mv) - Mit einem Projekt zu Zukunftsberufen will die Körber-Stiftung zusammen mit Schulen neue Ansätze in der Berufsorientierung finden. Hintergrund sei, dass nach Schätzungen des Weltwirtschaftsforums 65 Prozent der heutigen Schulkinder später in Berufen arbeiten werden, die es heute noch nicht gibt, teilte die Körber-Stiftung in Hamburg am Dienstag mit. «Durch technologische Innovation, den demografischen Wandel und andere Megatrends wird sich die Lebens- und Arbeitswelt der Zukunft fundamental von der heutigen unterscheiden», sagte Julia André, Bereichsleiterin Bildung der Körber-Stiftung. Aus den Bewerbungen sollen 20 Schulen aus den ostdeutschen Bundesländern ausgewählt werden, die dann Unterrichtsmaterial erhalten und mit den Schülern eine «Jobmesse der Zukunft» erarbeiten sollen. Die Projekte sollen von den Schülern im kommenden Jahr in Berlin präsentiert werden.

Neue Prognose: Gebremster Bevölkerungsrückgang in MV

Schwerin (dpa/mv) - Die Landesregierung geht bei ihren Planungen weiter von einer schrumpfenden Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern aus, rechnet aber mit einem deutlich langsameren Rückgang als bisher. «Die positive Botschaft ist: Die starke Bevölkerungsschrumpfung ist vorbei», sagte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) am Dienstag in Schwerin bei der Vorlage der neuen Bevölkerungsprognose. Den neuen Berechnungen zufolge wird die Einwohnerzahl von derzeit etwa 1,61 Millionen bis 2030 voraussichtlich auf rund 1,58 Millionen sinken und bis 2040 auf dann noch 1,53 Millionen. In der letzten, 2012 aktualisierten Prognose war bereits für 2030 ein Rückgang auf unter 1,5 Millionen vorhergesagt worden. Der deutlich verlangsamte Bevölkerungsschwund gehe nur zu einem Teil auf den Zuzug von Migranten vor allem in den Jahren 2015 und 2016 zurück, betonte Pegel. So kehrten viele Menschen in ihre norddeutsche Heimat zurück und auch Deutsche aus anderen Bundesländern ließen sich im Nordosten nieder. «Wir haben seit einigen Jahren ein positives Wanderungssaldo», sagte der Minister. Zu den Gewinnerregionen gehörten Rostock, der Großraum Schwerin sowie das Doppelzentrum im Landesosten Greifswald/Stralsund. Aber auch in Küstenregionen sei ein Zuwachs zu verzeichnen. So wies die Statistik allein für das Jahr 2017 etwa 5000 mehr Zuzüge von Deutschen aus anderen Bundesländern nach Mecklenburg-Vorpommern aus als Fortzüge. Dagegen verließen etwa 1000 Ausländer mehr den Nordosten als kamen. Die Fachleute waren bei früheren Schätzungen von anhaltenden Wanderungsverlusten ausgegangen. Pegel verwies zudem auf eine Stabilisierung der Geburtenzahlen im Land. Diese liege mit etwa 13 000 im Jahr zwar immer noch deutlich unter der jährlichen Zahl der Sterbefälle von etwa 20 000. Doch verzeichne Mecklenburg-Vorpommern inzwischen die höchste Geburtenrate in Ostdeutschland. Allerdings können die Geburten nicht die zunehmende Alterung der Bevölkerung aufhalten. Laut Prognose werden schon 2030 etwa 32 Prozent der Einwohner 67 Jahre und Älter sein. Deren Anteil liegt derzeit noch bei 24 Prozent, 1990 hatte er lediglich bei 15,7 Prozent gelegen. Diese Entwicklung werde auch Auswirkungen auf die Anforderung an die medizinische Versorgung und Pflegeeinrichtungen haben. Der Anteil der Jugendlichen von unter 18 Jahren bleibt demnach in den kommenden Jahren mit rund 15 Prozent stabil. Doch schrumpft die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter von aktuell 980 000 im nächsten Jahrzehnt auf 827 000, ein Minus von 18 Prozent. «Darauf müssen wir uns und müssen sich die Betriebe einstellen», sagte Pegel. Wichtig sei daher, die Digitalisierung rasch voranzutreiben. Zudem sei die Versorgung mit schnellem Internet und Mobilfunk auch in ländlichen Regionen enorm wichtig. «Wir setzen weiter auf ländliche Gestaltungsräume», betonte Pegel. Er rechnet damit, dass aus der Millionenmetropole Berlin wegen des wachsenden Mietdrucks dort immer mehr Menschen nach alternativen Wohn- und Lebensorten suchen. Davon könnten Regionen wie die Seenplatte oder das südliche Vorpommern profitieren. Die Bevölkerungsprognosen gelten als wichtiges Entscheidungskriterium für die Landesregierung, insbesondere wenn es um die Infrastruktur geht. Dazu gehört die Schulplanung, die Bereitstellung von Kita-Plätzen oder die medizinische Versorgung.

A20 bei Rostock wird saniert

Rostock (dpa/mv) - Wegen tiefer Risse im Asphalt wird die A20 südlich von Rostock in den kommenden Monaten saniert. Von Mitte September bis Ende November soll die Fahrbahn in Richtung Lübeck zwischen den Abfahrten Rostock-Südstadt und Bad Doberan saniert werden, teilte das Verkehrsministerium am Dienstag mit. Von März bis Juni 2020 soll dann die Gegenfahrbahn folgen. Die Abfahrt Rostock-West bleibe während der Arbeiten gesperrt, weil auch sie instandgesetzt werde. Die starken Schäden in den Asphaltbinder- und Deckschichten der Fahrbahn seien im vergangenen Jahr entdeckt worden. Der im Jahr 2000 gebaute Abschnitt gehört den Angaben zufolge zu den höchstbelasteten in ganz MV. Täglich rollten bis zu 45 000 Fahrzeuge darüber. Die Kosten für die Sanierung von 4,9 Millionen Euro zahle der Bund.