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Nachrichten-Ticker aus Mecklenburg-Vorpommern

Günther Uecker schenkt Rostock Zyklus «Huldigung an Hafez»

Rostock (dpa/mv) - Der aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Künstler Günther Uecker hat seinen Zyklus «Huldigung an Hafez» der Hansestadt Rostock geschenkt. Der im Jahr 2015 entstandene Zyklus besteht aus insgesamt 42 Arbeiten, davon 31 Siebdrucke, 6 Sanddrucke sowie 5 Prägedrucke. Der 90-jährige Uecker, der in Düsseldorf lebt, war zusammen mit Alt-Bundespräsident Joachim Gauck am Donnerstagabend in die Kunsthalle gekommen, wo am Freitag die Ausstellung der Werke eröffnet werden sollte. Der Zyklus widmet sich dem um 1320 in Shiraz geborenen persischen Dichter und Mystiker Hafez, dem sich Uecker ebenso wie dem Iran eng verbunden fühlt. Zusätzlich sind in der Ausstellung Werke von acht iranischen Künstlern zu sehen, die aber wegen der Corona-Krise nicht nach Rostock kommen konnten. Der vor allem durch seine Nagelreliefs weltbekannte Uecker berichtete, dass er in den vergangenen sechs Wochen in Quarantäne im eigenen Garten war. Diese Zeit habe ihn zur Einkehr geführt. «Diese Einkehr, die einen überfällt, dass man so erschrocken ist, verängstigt vor der Welt, die einem verloren geht.» Er bezog sich dabei auch auf den Perser Hafez. «Mit seinen wunderbaren Versen, die von menschlicher Nähe handeln, gelebtes Leben, auch getrunken, geliebt und verehrt und voller Demut vor der Schöpfung. Das ist der Hafez.» Er habe schon Mitte der 1950er Jahre begonnen, sich mit Hafez zu beschäftigen, berichtete Uecker. Die Worte des Dichters hätten ihn tief berührt. Er habe bei der Gestaltung der Werke intuitiv gehandelt mit der Auswahl der Texte, den dazu gehörenden Farbensequenzen in Verbindung zu den geschriebenen Worten. Der Beginn der Ausstellung war ursprünglich schon für März vorgesehen, dann aber wegen der Corona-Krise verschoben worden. Der Chef der Kunsthalle, Uwe Neumann, zeigte sich glücklich, mit dem «Weltkünstler Günther Uecker» die letzte Ausstellung vor dem im Herbst anstehenden kompletten Umbau der Ausstellungsstätte gestalten zu können. Für Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) ist die Uecker-Ausstellung ein weiterer Schritt hin zur Normalisierung in Zeiten der Corona-Krise. «Auch ein Museum ist systemrelevant.» In den letzten Wochen habe es geheißen, Kunst und Kultur könnten warten. «Das ist jetzt wieder da.» Die Schenkung des Zyklus sei ein starkes Signal mitten in dieser Zeit. «Das bewegt», sagte Madsen. «90 Jahre Uecker, 90 Jahre wunderbare Kunst», erklärte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD). Uecker sei ein sehr vielschichtiger Künstler, der nicht auf seine Nagelreliefs reduziert werden dürfe. Die Lyrik Hafez' inspiriere ihn und seine Kunst. «Wenn man sich die wunderbaren Bilder anschaut in Komposition mit diesen unglaublich blumigen Texten, ist das eine Kunst, die diese Poesie in unsere Zeit holt.»

Rund 350 Anträge für Überbrückungsstipendium eingegangen

Schwerin (dpa/mv) - Rund 350 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern haben bislang einen Antrag auf ein Überbrückungsstipendium in Zeiten der Corona-Krise gestellt. Davon seien bis Ende vergangener Woche 279 bewilligt worden, wie das Kulturministerium am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. 31 Künstler hätten ihren Antrag wieder zurückgezogen. Ein Überbrückungsstipendium ist den Angaben zufolge eine einmalige Zahlung von 2000 Euro für freischaffende Künstler und Solo-Selbstständige, die durch Absagen von Engagements im Zuge der Corona-Pandemie in Existenznot geraten sind. Die Landesregierung hatte Anfang April eine millionenschwere Unterstützung für die Kultur beschlossen. Künstler, Kulturschaffende, Träger der allgemeinen und politischen Weiterbildung sowie Gedenkstätten soll mit insgesamt 20 Millionen Euro geholfen werden.

Mehr Gewalttaten gegen Polizisten im vergangenen Jahr

Schwerin (dpa/mv) - Im vergangenen Jahr sind in Mecklenburg-Vorpommern deutlich mehr Gewalttaten gegen Polizisten registriert worden. Die Zahl stieg im Vergleich zu 2018 von 653 auf 820, wie das Innenministerium am Donnerstag in Schwerin mitteilte. «Das bereitet mir Sorge und deshalb ist es mir auch ein besonderes Anliegen, unsere Beamtinnen und Beamten bestmöglich auszurüsten und zu schützen», sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) in einer Mitteilung. Caffier habe am Donnerstag neue Überziehwesten an die Landespolizei in Schwerin übergeben. Diese sollen den Angaben zufolge zusätzlichen Schutz bieten. Im vergangen Jahr wurden laut Innenministerium ebenfalls mehr Polizisten Opfer von Gewalt. Diese Zahl stieg demnach auf 1750 im vergangenen Jahr, 415 mehr als noch 2018. Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen stieg im selben Zeitraum von 491 auf 618, hieß es weiter. «Als deeskalierendes und gewaltpräventives Einsatzmittel sowie als Mittel zur Beweissicherung und Aufklärung von Straftaten haben wir den Einsatz von Body-Cams in unserem neuen Sicherheits- und Ordnungsgesetz verankert. Auch das wird für mehr Schutz der Einsatzkräfte sorgen», sagte Caffier weiter. Zunächst würden Schwerpunktdienststellen schrittweise bis Jahresende mit Body-Cams ausgestattet. Je nach Entwicklung der Gewalt gegenüber Polizisten werde über die Ausstattung weiterer Dienststellen entschieden. Der Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft forderte härtere Strafen für Gewalttaten an Polizisten. Ein Täter glaube nicht, dass er später für seine Tat wirklich zur Verantwortung gezogen oder spürbar bestraft werde, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung. Auf Übergriffe gegen Einsatzkräfte müsse es unmissverständliche Verurteilungen geben.

Kreuzungen sollen durch Ampelschaltungen sicherer werden

Berlin (dpa/bb) - Angesichts immer neuer folgenschwerer Abbiege-Unfälle, bei denen Lastwagen Fahrradfahrer überrollen, setzt Verkehrssenatorin Regine Günther jetzt auf neue Ampelschaltungen. «Wir streben an, die Verkehrsströme an Kreuzungen künftig per Ampelschaltung getrennt zu halten», erklärte die Grünen-Politikerin am Donnerstag auf Anfrage. «Dies ist nicht überall in idealer Weise möglich, soll aber überall geprüft und dort umgesetzt werden, wo es die beste der machbaren Lösungen ist.» Verabschiedet habe sich die Verkehrsverwaltung von der Praxis, Standardlösungen wie sogenannte Fahrradweichen anzuordnen. Zwar können solche Lösungen sicherheitstechnisch auch Vorteile aufweisen, so Günther. «Allerdings sind sie ganz grundsätzlich keine attraktive Infrastruktur. Dem Ziel, mehr Menschen vom Fahrrad zu überzeugen, dienen sie kaum.» Leider gebe es keine Musterlösung, die für jede Kreuzung passt. «Es gibt auch keine Verkehrsführung, die keine Probleme aufweist.» Weil das so sei, benötige eine Kreuzung je nach Örtlichkeit verschiedene Elemente, um bestmöglich gesichert zu sein. «Dazu können getrennte Ampelschaltungen, bauliche Schutzinseln, Aufstellflächen, Mittelinseln, Protektionen, Farbmarkierungen, vorgezogene Haltelinien und andere Maßnahmen gehören, meistens natürlich Kombinationen davon», erläuterte Günther. «Eine optimal geschützte Kreuzung ist stets eine Maßanfertigung.»

Kommunen fordern von Land Beteiligung an Schutzschirm

Schwerin (dpa/mv) - Die Städte und Gemeinden im Nordosten haben die von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) geplanten Milliarden-Hilfen für die Kommunen begrüßt und das Land aufgefordert, sich an dem Programm zu beteiligen. Die Corona-Krise bedeute für die kommunalen Haushalte schon jetzt ein Minus von 13 Prozent im Vergleich zu 2019, sagte der Vorsitzende des Städte- und Gemeindetags Mecklenburg-Vorpommern, Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD), am Donnerstag. Mit jedem Monat der Beschränkungen werde dieser Verlust größer werden. «Die Mindereinnahmen treffen die Städte und Gemeinden nach vielen Jahren der Konsolidierung ins Mark», so Beyer. Vor allem die Gewerbesteuer breche weg. Wenn die Bundesregierung sich nun durchringe, den Forderungen der kommunalen Spitzenverbände nachzukommen, und das Land dann die Kofinanzierung von 50 Prozent übernähme, könnten die Gewerbesteuereinbrüche in diesem Jahr ausgeglichen werden, so Beyer. Außerdem könne so den Städten und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern mit besonders hohen Kassenkreditbelastungen geholfen werden. «Das Land Mecklenburg-Vorpommern sollte sich dieses gute Angebot des Bundes nicht entgehen lassen.» Bislang verhält sich das Schweriner Finanzministerium jedoch zurückhaltend zu den Vorschlägen von Scholz. Am Mittwoch hatten die Finanzminister der drei Nordländer das geplante Bundeskonjunkturprogramm zwar begrüßt, eine finanzielle Beteiligung der Länder daran aber als kaum leistbar bezeichnet.

CDU-Politiker: Präsenzbetrieb an Hochschulen wiederanfahren

Schwerin (dpa/mv) - Das Bildungsministerium und die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern haben nach Angaben des Hochschulpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion, Daniel Peters, eine Wiederaufnahme des Präsenzbetriebes verabredet. Es sei ein langsames Wiederanfahren unter erhöhten hygienischen Standards und unter Wahrung von coronabedingten Abstandsregelungen vereinbart worden, teilte Peters am Donnerstag mit. Der Präsenzbetrieb müsse die Regel bleiben, das Fernstudium die Ausnahme. Zugleich verwies er auf die Gefahr, dass die Pandemie im Herbst einen zweiten Anlauf nehmen könnte. «Auf diese Situation müssen wir vorbereitet sein», forderte er. Schutzausrüstung werde inzwischen in großen Mengen gehortet. Gleichzeitig müssten die Hochschulen im Bedarfsfall kurzfristig wieder auf rein digitale Lehre umschalten können. «Manche Lösung an den Hochschulen wirkt noch recht improvisiert», äußerte er. Bildungsministerium und Hochschulen müssten noch nacharbeiten.

Erneut keine weitere nachgewiesene Corona-Neuinfektion in MV

Rostock (dpa/mv) - Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock hat am Donnerstag erneut keinen weiteren nachgewiesenen Fall einer Corona-Neuinfektion in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. Damit blieb die Zahl der landesweit registrierten Infektionsfälle bei 759 (Stand Donnerstag, 15.00 Uhr), teilte das Lagus am Donnerstag mit. Die Zahl der im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen blieb bei 20. 715 der Infizierten gelten - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - als genesen. 112 Menschen mussten oder müssen landesweit in Krankenhäusern behandelt werden, 19 davon auf einer Intensivstation. Mecklenburg-Vorpommern hat bundesweit mit Abstand die geringsten Corona-Zahlen. In den vergangenen sieben Tagen gab es mehrfach keinen weiteren nachgewiesenen Fall einer Corona-Neuinfektion.

Vorstand von neuer bundesweiter Stiftung kommt aus MV

Berlin/Schwerin (dpa/mv) - Die neue Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt wird an der Spitze mit einem Mann aus Mecklenburg-Vorpommern besetzt. Jan Holze, Geschäftsführer der Ehrenamtsstiftung MV, wird einer der beiden Vorstände, wie mehrere Bundesministerien am Donnerstag gemeinsam mitteilten. Zuvor hatte die «Schweriner Volkszeitung» darüber berichtet. Die Stiftung sei Anfang April gestartet. Hauptaufgabe der beiden Vorstände werde es zunächst sein, die Geschäftstätigkeit der Stiftung aufzubauen. Dabei würden sie in der Anfangsphase durch mehrere Bundesministerien unterstützt. Jan Holze habe in den vergangenen fünf Jahren die Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommerns sehr erfolgreich aufgebaut, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in einer Mitteilung. «Es ist ganz maßgeblich seinem Wirken zu verdanken, dass die Stiftung heute überall im Land sehr breite Anerkennung findet. Unsere Ehrenamtsstiftung war auch ein wichtiges Argument, als wir erfolgreich dafür geworben haben, dass die Stiftung des Bundes ihren Sitz in Neustrelitz nimmt.» Für ihre Arbeit soll die Stiftung jährlich bis zu 30 Millionen Euro erhalten. Zu den Aufgaben der Einrichtung gehören Hilfs- und Beratungsangebote für Ehrenamtler sowie der Aufbau von Netzwerken und die Stärkung bestehender Strukturen.

Dahlemann: Neues Flugzeug macht Aeronauticon attraktiver

Anklam (dpa/mv) - Der Natur- und Erlebnispark Aeronauticon am Fluglatz Anklam hat ein 52 000 Euro teures Spielgerät - ein Flugzeug aus Metall - erhalten. Das neue Spielgerät ersetze ein Holzflugzeug, das nach 17 Jahren nicht mehr die erforderlichen Sicherheitsstandards erfüllte. 25 000 Euro kamen aus dem Vorpommern-Fonds, wie Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) am Donnerstag mitteilte. Der Förderverein «Otto Lilienthal» steuerte demnach 12 000, die Stadt 15 000 Euro bei. Der Themenspielplatz - das museumspädagogischen Außengelände des Otto-Lilienthal-Museums - ist Dahlemann zufolge eine wunderbare Möglichkeit, Kinder an das Thema Fliegen heranzuführen. Anklam ist durch Luftfahrtpionier Otto Lilienthal (1848-1896), der in der Stadt geboren wurde, eng mit dem Fliegen verbunden. Lilienthal gilt als der erste Mensch, der erfolgreich und wiederholt mit sogenannten Hängegleitern flog.

Fast drei Viertel der Kinder wieder in der Kita

Schwerin (dpa/mv) - Ungeachtet kritischer Stimmen hat Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) eine positive Zwischenbilanz des Kita-Betriebs für alle Kinder seit Montag gezogen. Fast drei Viertel der Mädchen und Jungen besuchen demnach wieder die Kita. Bei den Krippenkindern seien es 70 Prozent, bei den Kindergartenkindern 72 Prozent, sagte Drese am Donnerstag. In den Hort gingen zurzeit etwa 25 Prozent der angemeldeten Kinder. Dort werden schwerpunktmäßig Erst- und Zweitklässler betreut. «Das sind bemerkenswerte Zahlen in der Übergangswoche, wir haben die doppelte Anzahl von Kindern in der Kita im Vergleich zur Vorwoche», betonte Drese. Die Kitas und die Jugendämter leisteten hervorragende Arbeit, um dieses Angebot zu gewährleisten. «Wir bieten den Kindern und ihren Eltern in Corona-Zeiten eine Kindertagesförderung fünf Tage die Woche, oft mehr als acht Stunden am Tag.» Garantiert sind derzeit bei berufstätigen Eltern sechs Stunden am Tag. In normalen Zeiten umfasst ein Ganztagsplatz 10 Stunden. Die Eltern bat die Ministerin um Verständnis für die Schutzmaßnahmen und die damit verbundenen Einschränkungen. Am Vortag hatte die Erziehergewerkschaft GEW von schwierigen Bedingungen für die Erzieherinnen unter den gegenwärtigen Corona-Bedingungen berichtet. Es gebe zu wenig Personal, zu wenige Räume und zu große Gruppen. Eine Betreuung unter der Wahrung des Rechtes auf Bildung und eine das Kind schützende Umgebung sei unter den gegenwärtigen Voraussetzungen oftmals nicht möglich. Die Linke forderte in den Kitas Mindeststandards für die Corona-Zeit. Auf die Kritik ging Drese nicht ein.

Auto gerät auf Gegenspur: Drei Schwerverletzte bei Wolgast

Wolgast (dpa/mv) - Bei einem Unfall auf der Bundesstraße 111 bei Wolgast (Vorpommern-Greifswald) sind am Donnerstag drei Menschen schwer verletzt worden. Eine 84-jährige Autofahrerin kam mit ihrem Kleinwagen auf die Gegenfahrbahn und prallte gegen zwei Fahrzeuge, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Rentnerin, ein 35 Jahre alter Kleinbusfahrer und die 61-jährige Autofahrerin des dritten Fahrzeugs wurden schwer verletzt. Die nördliche Zufahrt zur Insel Usedom war zwei Stunden gesperrt. An allen Fahrzeugen entstand Totalschaden. Warum die Rentnerin auf die Gegenfahrbahn kam, war zunächst unklar.

Mehr Gewalttaten gegen Polizisten im vergangenen Jahr

Schwerin (dpa/mv) - Im vergangenen Jahr sind in Mecklenburg-Vorpommern deutlich mehr Gewalttaten gegen Polizisten registriert worden. Die Zahl stieg im Vergleich zu 2018 von 653 auf 820, wie das Innenministerium am Donnerstag in Schwerin mitteilte. «Das bereitet mir Sorge und deshalb ist es mir auch ein besonderes Anliegen, unsere Beamtinnen und Beamten bestmöglich auszurüsten und zu schützen», sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) in einer Mitteilung. Caffier habe am Donnerstag neue Überziehwesten an die Landespolizei in Schwerin übergeben. Diese sollen den Angaben zufolge zusätzlichen Schutz bieten. Im vergangen Jahr wurden laut Innenministerium ebenfalls mehr Polizisten Opfer von Gewalt. Diese Zahl stieg demnach auf 1750 im vergangenen Jahr, 415 mehr als noch 2018. Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen stieg im selben Zeitraum von 491 auf 618, hieß es weiter. «Als deeskalierendes und gewaltpräventives Einsatzmittel sowie als Mittel zur Beweissicherung und Aufklärung von Straftaten haben wir den Einsatz von Body-Cams in unserem neuen Sicherheits- und Ordnungsgesetz verankert. Auch das wird für mehr Schutz der Einsatzkräfte sorgen», sagte Caffier weiter. Zunächst würden Schwerpunktdienststellen schrittweise bis Jahresende mit Body-Cams ausgestattet. Je nach Entwicklung der Gewalt gegenüber Polizisten werde über die Ausstattung weiterer Dienststellen entschieden.

Einschulungsfeiern trotz Corona

Schwerin (dpa/mv) - Für die Erstklässler gibt es im August trotz der Corona-Pandemie Einschulungsfeiern in den Schulen. Die Feiern werden jedoch unter anderen Bedingungen ablaufen als in den Jahren zuvor, wie Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Donnerstag erklärte. Die Hygienevorschriften müssten eingehalten werden. Details nannte sie nicht. Die Schulen planten die Einschulungsfeiern abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und stimmten sie mit dem staatlichen Schulamt ab. Gleiches gelte für Abschlussfeiern zum Ende dieses Schuljahres. Auch Zeugnisausgaben vor den Ferien seien möglich.

US-Sanktions-Drohungen gegen Nord Stream 2: Kritik in MV

Schwerin/Lubmin (dpa/mv) - Die angekündigten neuen US-Sanktionen gegen die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 stoßen in der Landesregierung und im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns auf Kritik. Energieminister Christian Pegel (SPD) sagte am Donnerstag, er halte es für unverantwortlich, ein Infrastrukturprojekt der europäischen Energiewirtschaft zum politischen Spielball zu machen. Europa brauche eine gesicherte Gasversorgung. «Deshalb halten wir am Bau der Gaspipeline, die in rechtsstaatlichen Verfahren genehmigt wurde, ausdrücklich fest», erklärte der Minister. Er plädierte für einen «vernunftgetragenen wirtschaftlichen Dialog mit den russischen Partnern». Zudem habe die Welt mit der Bekämpfung des Coronavirus zu tun. «Da brauchen wir nicht auch noch sinnlose wirtschaftliche Blockaden», äußerte er. Der scheidende US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte die Bundesregierung aufgefordert, ihre Russlandpolitik grundsätzlich zu überdenken. «Deutschland muss aufhören, die Bestie zu füttern», sagte er. Die USA warnen seit langem vor einer zu großen Abhängigkeit der EU von russischem Gas. Nord Stream 2 soll jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter russisches Gas nach Deutschland transportieren, das bei Lubmin in das europäische Verbundnetz eingespeist wird. Die Leitung sollte in diesem Jahr in Betrieb gehen. Mit den im Vorjahr verhängten US-Sanktionen wurde der Weiterbau gestoppt. Der energiepolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Franz-Robert Liskow, räumte ein, die USA verfolgten im Falle von Nord Stream 2 USA eigene energiepolitische Interessen, was nicht zu beanstanden sei. Die Interessen der USA und Deutschlands seien an der Stelle jedoch nicht identisch. «Für Europa ist es nicht sehr naheliegend, US-amerikanisches Erdgas auf kostspielige und ökologisch wenig verträgliche Weise mit dem Schiff aus den USA nach Europa zu transportieren», meinte er. Aus landespolitischer Perspektive gebe es gewichtige Gründe, Nordstream 2 weiterhin zu unterstützen. Das Land profitiere bereits vom Bau der Leitung. «Möglicherweise ergeben sich weitere Optionen der Wertschöpfung, etwa durch den Bau eines Gaskraftwerkes am Energiestandort Lubmin.» Die oppositionelle Linksfraktion forderte die Rote Karte für die USA und ihre Sanktionspolitik. Die deutsche und europäische Energiepolitik sei nicht Sache eines Donald Trump oder dessen Botschafters, sagte die energiepolitische Sprecherin Mignon Schwenke. «Die Bundesregierung sollte sich dafür einsetzen, dass die EU bei einer weiteren Eskalation auch mit Gegenmaßnahmen in Form von Strafzöllen auf Gas aus den USA reagiert», forderte die Politikerin.

MV unterzeichnet Vereinbarung für jüdisches Festjahr

Schwerin (dpa/mv) - Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hat eine Kooperationsvereinbarung mit einem Verein anlässlich des jüdischen Festjahres 2021 unterzeichnet. Bei der Zusammenarbeit mit dem Verein «321-2021: 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland» gehe es um die Organisation des Festjahres zu 1700 Jahren jüdischen Lebens in Deutschland, wie Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) am Donnerstag in Schwerin mitteilte. Die erste jüdische Besiedelung auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands geht laut Justizministerium auf das Jahr 321 zurück. «Ich rufe die Vereine, Verbände und auch Behörden in Mecklenburg-Vorpommern auf, sich mit Veranstaltungen und Projekten im nächsten Jahr zu beteiligen», appellierte die Ministerin. Laut Hoffmeister haben die jüdischen Gemeinden in MV etwa 1200 Mitglieder. Der Verein solle dabei eine Art Anlaufstelle für die Planungen sein. Ebenfalls werde eine digitale Plattform bereitgestellt, über die sich Organisatoren und Interessierte austauschen könnten. Für das Festjahr 2021 seien 40 000 Euro Haushaltsmittel vorgesehen. Laut Innenministerium sank die Zahl der antisemitischen Straftaten von 56 im Jahr 2018 auf 52 Fälle im Jahr 2019. «Wir sehen es bei uns als Verpflichtung, vor allem als Verantwortung an, dass wir dem Antisemitismus keinen Raum an gar keiner Stelle lassen dürfen und das nicht erst seit dem Anschlag in Halle», betonte Hoffmeister. «Gerade auch die deutsche Geschichte zeigt uns leider immer wieder, wie viel Leid und Unrecht Antisemitismus ausgelöst hat. Wir dürfen nicht nachlassen, solche Tendenzen zu erkennen und zu bekämpfen. Das Festjahr bietet einen sehr guten Anlass dafür», sagte Hansjörg Schmutzler, Beauftragter für jüdisches Leben in MV und gegen Antisemitismus.

Überholenden abgedrängt - Zwei Autofahrer verletzt

Ferdinandshof (dpa/mv) - Bei einem missglückten Überholmanöver sind auf der Bundesstraße 109 bei Ferdinandshof (Vorpommern-Greifswald) zwei Menschen verletzt worden. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, wollte eine 18 Jahre alte Autofahrerin am Donnerstagmorgen überholen, hatte aber übersehen, dass sie bereits überholt wurde. Beide Wagen stießen zusammen. Dabei überschlugen sich die Autos mehrfach. Die 18-Jährige wurde verletzt und kam in eine Klinik, der 35 Jahre alte andere Autofahrer wurde schwer verletzt, hieß es. Die Bundesstraße 109, die zur Insel Usedom führt, sei zeitweise gesperrt worden.

CDU fordert Konjunkturpaket für MV-Tourismus: Bundesprogramm

Schwerin (dpa/mv) - In der Diskussion um ein weiteres Hilfsprogramm des Bundes für Unternehmen in der Corona-Krise hat die CDU eine besonderere Berücksichtigung des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommerns gefordert. In einem Schreiben an das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundestagsfraktionen verlangt die CDU-Landtagsfraktion ein Investitionsförderprogramm mit Zuschüssen für Modernisierungsmaßnahmen, wie der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Wolfgang Waldmüller, am Donnerstag mitteilte. Die Zuschüsse sollten 50, 40 beziehungsweise 30 Prozent für kleine, mittlere beziehungsweise große Unternehmen betragen. Außerdem sei ein Starthilfe-Zuschuss für kleine und mittlere Unternehmen des Gastgewerbes sowie für Reisebüros und Veranstalter nötig. «Diese Bundesmittel dürfen auf keinen Fall auf Basis des sogenannten Königsteiner Schlüssels, also der bundesweiten Verteilung der Mittel nach Steueraufkommen und Bevölkerungsanzahl des jeweiligen Bundeslandes ausgereicht werden», mahnte Waldmüller. Damit würde der Nordosten aufgrund seiner dünnen Besiedlung benachteiligt. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Tourismus ein dominierender Wirtschaftszweig. «Wir brauchen ein Tourismuskonjunkturpaket, das die Anzahl der im Tourismus Beschäftigten als wichtigstes Kriterium berücksichtigt», betonte Waldmüller. Denkbar sei zum Beispiel eine Hilfe nach der Zahl der Mitarbeiter, etwa in Höhe von 1000 Euro je Beschäftigtem.

Hamburgs Erzbischof Heße feiert letzten Online-Gottesdienst

Hamburg (dpa/lno) - Mehr als zwei Monate lang hat der Hamburger Erzbischof Stefan Heße täglich Gottesdienste aus der bischöflichen Hauskapelle live ins Internet übertragen. Nun wird das Online-Angebot am Samstag zum vorerst letzten Mal ausgestrahlt, wie das Erzbistum Hamburg am Donnerstag mitteilte. «Ich bin dankbar für diese neue Erfahrung. Trotz der medialen Distanz konnte ich mit vielen Menschen in Beziehung sein. Das zeigen mir auch die positiven Rückmeldungen», sagte Heße laut Mitteilung. Die Übertragungen hätten durchschnittlich mehr als 1000 Aufrufe pro Tag gehabt. Am Pfingstsonntag, 10.00 Uhr, wird Heße wieder öffentlich im St.-Marien-Dom predigen. Allerdings nur gemeinsam mit maximal 90 Gläubigen, damit die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte das Erzbistum Hamburg alle katholischen Gottesdienste abgesagt und seit dem 19. März die Gottesdienste aus der Hauskapelle live ins Internet übertragen. Zum Erzbistum Hamburg gehören rund 400 000 Katholiken in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg.

Ifo Institut: Hoffnungsschimmer für ostdeutsche Wirtschaft

Dresden (dpa) - Das Ifo Institut in Dresden hat im Mai für die ostdeutsche Wirtschaft ein leicht verbessertes Geschäftsklima festgestellt. «Ein Hoffnungsschimmer, aber nicht mehr», überschrieben die Wissenschaftler am Donnerstag ihren monatlichen Lagebericht. «Während die Lageeinschätzungen der ostdeutschen Umfrageteilnehmer im Vergleich zum Vormonat weiterhin deutlich abnahmen, stiegen ihre Geschäftserwartungen für die nächsten drei Monate kräftig», hieß es. Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe habe sich im Mai deutlich aufgehellt. «Obwohl die Geschäftslage weiter abstürzte, hoben die Befragungsteilnehmer ihre Geschäftserwartungen überaus stark an. Von Optimismus sind die Industrieunternehmer aber noch weit entfernt», hieß es weiter. Ein ähnliches Bild habe sich im Dienstleistungssektor gezeigt. Im Handel sei die Erholung schneller vorangegangen. Auch im Bauhauptgewerbe habe sich Geschäftsklima erwärmt. Das Ifo-Geschäftsklima für Ostdeutschland basiert auf etwa 1700 monatlichen Meldungen von Firmen verschiedener Branchen. Sie werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Der Ifo-Index gilt als sehr treffsicherer Frühindikator für den weiteren konjunkturellen Verlauf.

42-Jähriger wegen Missbrauchs von Kindern vor Gericht

Stralsund (dpa/mv) - Ein 42-jähriger Mann muss sich seit Donnerstag wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Landgericht Stralsund verantworten. Der Greifswalder soll sich zwischen 2014 und 2017 neun Mal an seiner leiblichen Tochter vergangen haben, wie Landgerichtssprecher Olaf Witt mitteilte. Das Mädchen war damals zwischen 10 und 14 Jahren alt. 2018 soll er ein zu diesem Zeitpunkt siebenjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft viermal missbraucht haben. Am ersten Prozesstag äußerte sich der Angeklagte nicht. Beide Mädchen müssen vor Gericht als Zeugen aussagen. Die mittlerweile 16-jährige Tochter, die inzwischen in Baden-Württemberg lebt, hatte Ende vergangenen Jahres gegen den Vater Anzeige erstattet. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes war nach Angaben der Polizei das Spezialeinsatzkommando (SEK) MV hinzugezogen worden, weil bekannt gewesen sei, dass der Beschuldigte zur Reichsbürgerszene gehörte. Die Polizisten stellten Beweismittel wie Speichermedien und Computer sicher. Außerdem entdeckten sie eine Indoor-Hanfplantage mit etwa 70 Cannabis-Pflanzen, die zusammen mit 2000 Euro Bargeld beschlagnahmt wurden. In dem aktuellen Prozess geht es dem Landgerichtssprecher zufolge nur um den Missbrauch der beiden Mädchen. Weitere Verhandlungstage sind am 9., 10. und 12. Juni angesetzt. Dann soll auch das Urteil gesprochen werden.