18. Oktober 2026 – dpa

Ostseehochwasser

Erste Ostseesturmflut des Herbstes verläuft glimpflich

Die erste Ostseesturmflut des Herbstes hat keine größeren Schäden hinterlassen. Welche Folgen die Wetterlage etwa für Fährreisende dennoch hat.

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Erste Modellberechnungen sahen für Flensburg eine schwere Sturmflut voraus., Foto: Birgitta von Gyldenfeldt/d/dpa

Die erste Sturmflut dieses Herbstes an der Ostsee ist glimpflich verlaufen. Die höchsten Wasserstände wurden nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Lübeck mit 1,25 Metern über dem Normalwert gemessen. In Flensburg und Greifswald waren es 1,12 Meter über dem Normalwert. In Rostock wurde die Sturmflutmarke den Angaben zufolge nicht erreicht.

Nach Angaben der Stadt Flensburg übersteigt das Wasser ab 1,10 Meter über Normal die Kaikante an der Schiffbrücke in der Innenstadt. Anfang Januar wurden bei dem damaligen Hochwasser in Flensburg etwa 1,33 Meter über dem normalen Stand gemessen.

Seit dem Morgen sanken die Pegelstände entlang der Küste wieder. Dennoch konnte es vereinzelt noch überflutete Straßen und Weg und Sperrungen geben. Die Polizeileitstellen meldeten keine Einsätze aufgrund des Ostseehochwassers in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Eine Sturmflut beginnt definitionsgemäß an der Ostsee bei einem Wasserstand von 1,00 Meter über dem Normalstand. Ab 1,50 Meter über Normal spricht man hier von einer schweren Sturmflut. Mit Blick auf die Rohdaten geht das BSH bei dem aktuellen Hochwasser von einer leichten Sturmflut aus.

Insbesondere in Flensburg wurde im Vorfeld mit einer gewissen Anspannung auf den Verlauf geschaut, da eine Modellvorhersage des Dänischen Meteorologischen Instituts am Freitag für die Stadt zunächst bis über 1,60 Meter über dem Normalwert am Sonntag prognostiziert hatte. Erinnerungen an die schwere Sturmflut von vor drei Jahren wurden wach.

Zur Vorsorge wurden in Flensburg daher am Samstag Sandsäcke an Anwohnerinnen und Anwohner ausgeben, die vom Hochwasser betroffen sein konnten. Die Sandsäcke als Hilfe zur Selbsthilfe seien eine der Maßnahmen, die die Stadt nach der schweren Sturmflut 2023 etabliert habe, sagte ein Stadtsprecher.

Damals wurde laut BSH in der Stadt ein außergewöhnlicher Wasserstand von 2,27 Metern gemessen. Damit war laut BSH in den vergangenen 150 Jahren in Flensburg nur die Sturmflut vom 13. November 1872 höher als die Oktoberflut 2023. In der Stadt verweilte das Wasser vor drei Jahren demnach 53 Stunden über 1,00 Meter und 9 Stunden über 2,00 Meter über dem Normalwert.

Die Schäden nicht nur in Flensburg, sondern entlang der gesamten Ostseeküste gingen in die Millionen. Deiche und Hafenanlagen wurden beschädigt oder zerstört, Häuser, Campingplätze und Hotels verwüstet. Aus Promenaden und Straßen brachen ganze Stücke heraus, zum Teil wurden sie komplett weggespült.

Das Wetter hat auch Auswirkungen auf den Fährverkehr. So fallen wegen der Wind- und Wasserstandbedingungen beispielsweise Fahrten zwischen Stralsund und der Insel Hiddensee und zwischen Stralsund und Altefähr aus. Zwischen Stahlbrode und Glewitz wurde der Fährverkehr aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen mit starken Böen und starker Strömung nach Angaben der Reederei vorerst nicht aufgenommen. Die Fahrten zwischen den Häfen Sellin, Baabe und Gager mit dem Fahrgastschiff «Sellin» und der Solarfähre «Sünje» entfielen ebenfalls.

Hochwasser in der Ostsee bedeutet Niedrigwasser in der Nordsee. Das führt auch zu Änderungen etwa im Fahrplan zu den Inseln Föhr und Amrum. So fährt die 12.35 Uhr-Fähre ab Dagebüll nach Föhr bereits gegen 12.15 Uhr. Die 13.00 Uhr-Fähre nach Amrum von Dagebüll legt etwa eine halbe Stunde später ab. Da es aufgrund der tatsächlichen Wetterverhältnisse zu weiteren Änderungen kommen könnte, wird Reisenden geraten, ihre Abfahrtzeiten zu prüfen.

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