08. Oktober 2026 – dpa
Ein junges Kaninchen auf dem Polizeirevier und ein schwangerer Gorilla im Zoo: Welche Tiere in Mecklenburg-Vorpommern gerade von sich reden machen.
Gleich mehrere Tiere haben dieser Tage in Mecklenburg-Vorpommern für Aufsehen gesorgt. Dabei ging es nicht nur um Haus- und Wildtiere, sondern auch um solche, die es hier eigentlich gar nicht gibt:
Das Gorilla-Weibchen Yene im Zoo Rostock ist schwanger. Der Nachwuchs wird im Dezember erwartet. Yene hatte 2020 ihre erste Tochter Kesha zur Welt gebracht – für den Zoo war es die erste Gorillageburt und damit ein historisches Ereignis. «Da Yene sich damals sehr fürsorglich um ihren Nachwuchs gekümmert hat, sind wir optimistisch, dass sie ihr Jungtier auch dieses Mal wunderbar begleiten wird», sagte Tierpflegerin Sina Füssel.
Gorillas sind die größten Menschenaffen der Welt. Ihre Schwangerschaften verlaufen nach Angaben des Rostocker Zoos sehr ähnlich wie die von Menschen. Die Tragzeit liegt zwischen 8,5 und 9 Monaten. Die Mütter kümmern sich lange um ihren Nachwuchs, der drei bis vier Jahre gesäugt wird.
Rund 40 Kilometer südlich des Zoos hat auf dem Polizeihauptrevier in Güstrow (Landkreis Rostock) ein eher ungewöhnlicher Gast genächtigt. Auf einem Foto der Polizei ist zu sehen, wie ein kleines Kaninchen auf dem Fliesenboden sitzt und an einer Karotte knabbert. Ein Bürger hatte das Tier der Polizei zufolge nachts am Borwinbrunnen in einem Schuhkarton gefunden.
Kurzerhand sei das Kaninchen in einer Zelle untergebracht und versorgt worden. Der junge Rammler war laut der Polizei «ausgesprochen zutraulich und machte schnell deutlich, dass er offenbar keine Berührungsängste mit der Polizei hat». Bis sein Zuhause gefunden ist, werde sich vorübergehend ein Polizist um das Tier kümmern.
Erst am Mittwoch war in der Nähe der Ostsee ein deutlich größeres Tier aufgetaucht. Die Polizeiinspektion von Stralsund hatte Autofahrer in Mecklenburg-Vorpommern vor einem Elch gewarnt, der im Morgengrauen in der Nähe von Saatel südöstlich der Kleinstadt Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen) beobachtet wurde. Das Tier soll Richtung Flemendorf am Barther Bodden unterwegs gewesen sein.
Elche sind in MV eigentlich nicht ansässig. Sie kommen von Polen aus gelegentlich nach Deutschland über die Grenze. Schnell wachsende Populationen gibt es auch in Belarus. Die große Hirschart ist heute in Europa vor allem in Skandinavien, in den baltischen Ländern und in Russland zu Hause.
Heimisch hierzulande ist dagegen der Weißstorch – und es ging ihm in diesem Jahr richtig gut. Laut dem Vorsitzenden der Landesarbeitsgruppe Weißstorchschutz des Naturschutzbundes Nabu, Stefan Kroll, war der Bruterfolg besser als 2025, das als schwaches Storchenjahr galt. Die genauen Zahlen sollen im November vorgestellt werden.
In Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim haben die Brutpaare nach Krolls Worten im Schnitt mehr als zwei Jungtiere aufgezogen. «Das sind sehr gute Ergebnisse.» Im Osten des Landes sei es etwas weniger. Das hänge mit dem Wetter zusammen: Im Westen von MV habe es im Frühjahr mehr Regen gegeben als im Osten, und dadurch auch mehr Futter.