11. August 2020 – dpa

Schwesig will Erfolg der Ostseepipeline

Mecklenburg-Vorpommern will, dass das Projekt Nord Stream 2 möglichst bald zu Ende gebracht wird. Landesregierung und Unternehmen sind sich darin einig.

Manuela Schwesig (SPD, M), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern.
Manuela Schwesig (SPD, M), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. , Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Schwerin (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung und die Nord Stream 2 AG haben sich am Dienstag zum Weiterbau der Ostseepipeline bekannt. Nach einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der Nord Stream 2 AG, Matthias Warnig, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD): «Wir sind uns mit Nord Stream einig, dass das Projekt zum Erfolg geführt werden soll.» Warnig hatte sich nach dem Gespräch in der Schweriner Staatskanzlei dem ZDF zufolge kämpferisch gezeigt. Das Unternehmen äußerte sich nicht zu der Unterredung.

Schwesig bekräftigte: «Wir stehen weiter ganz klar hinter dem Bau der Ostseepipeline. Sie ist wichtig für die Energieversorgung in Deutschland.» Bereits nach dem Bekanntwerden eines Briefes von US-Senatoren mit Drohungen gegen den Hafen Sassnitz-Mukran auf Rügen in der vorigen Woche hatte sie erklärt: «Wir halten an dem Projekt fest, wir lassen uns nicht einschüchtern.» Der Pipelinebau sollte möglichst schnell abgeschlossen werden.

Der Mukran Port spielt als Lagerplatz der Rohre und Ausgangspunkt für die Verlegeschiffe eine zentrale Rolle beim Pipeline-Bau. An der Anlandestation in Lubmin (Vorpommern-Greifswald) wird ebenfalls weitergearbeitet.

Schwesig sagte, es sei gut und richtig, dass Deutschland bald aus der Atomenergie aussteige und sich auch von der Kohlekraft verabschieden wolle. Mecklenburg-Vorpommern setze stark auf erneuerbare Energien. Gas werde aber zumindest im Übergang als Energieträger gebraucht. «Deshalb haben wir das Pipelineprojekt immer befürwortet», sagte die Regierungschefin. Sie sei im höchsten Maße verärgert über die Erpressungsversuche aus den USA. «So geht man unter befreundeten Nationen nicht miteinander um», machte sie deutlich.

Das Treffen in Schwerin ist nach Angaben der Staatskanzlei aber keine Reaktion auf die neu angedrohten Sanktionen gewesen. Der Informationsaustausch war seit längerem geplant, wie ein Sprecher sagte.

Bundesaußenminister Heiko Maas und sein russischer Kollege Sergej Lawrow haben die Sanktionsdrohungen der USA gegen die Gaspipeline Nord Stream 2 am Dienstag ebenfalls gemeinsam verurteilt. Beide zeigten sich nach einem Treffen in Moskau entschlossen, das Milliardenprojekt nicht von den Amerikanern stoppen zu lassen. «Kein Staat hat das Recht, Europas Energiepolitik mit Drohungen zu diktieren, und das wird auch nicht gelingen», sagte Maas.

Maas hatte sich bereits am Sonntag in einem Telefonat mit bei seinem US-Kollegen Mike Pompeo über die jüngste Sanktionsdrohung wegen der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 beschwert. Mitglieder der Republikanischen Partei hatten den Betreibern und Aktionären des Hafens mit Einreisesperre und Einfrieren von Eigentum in den USA gedroht.

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