16. September 2020 – dpa

Verwaltungsgericht verhandelt BUND-Klage

Fast 80 000 Hähnchen wollen Investoren in der Gemeinde Wardow bei Laage künftig mästen. Der BUND klagt dagegen. Die Investoren haben nach Ansicht der Umweltorganisation die Anlage in zwei gleiche Ställe geteilt, um die Öffentlichkeitsbeteiligung an dem Projekt zu umgehen.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. , Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Archivbild

Schwerin (dpa/mv) - Das Verwaltungsgericht Schwerin verhandelt am Mittwoch (10.30 Uhr) über die Klage der Umweltorganisation BUND gegen den Bau einer Hähnchenmastanlage in der Gemeinde Wardow (Landkreis Rostock). Der BUND hatte gegen die Genehmigung durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Rostock 2017 Klage eingelegt. Als Grund nannte die BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag, dass der Investor den Genehmigungsantrag der Massentierhaltungsanlage in zwei identische Anträge für zwei Anlagen zu je 39 900 Tierplätzen aufgeteilt hat. Damit wurde nach ihren Worten die Beteiligung der Öffentlichkeit umgangen. Das Amt hatte die Genehmigung 2016 erteilt.

In der Anlage sollen den Angaben zufolge pro Jahr mehr als eine halbe Million Hähnchen gemästet werden. Dafür seien acht Durchgänge nötig. Die beiden völlig gleichen Ställe sollen auf einem gemeinsamen Flurstück zwischen den Dörfern Wardow und Kobrow bei Laage nahe des EU-Schutzgebietes «Recknitz- und Trebeltal mit Zuflüssen» errichtet werden. Bereits zu Planungsbeginn im Jahr 2011 hatte der Investor angekündigt, die Anlage schrittweise auf acht Stallanlagen mit je 40 000 Mastplätzen erweitern zu wollen. Der BUND fordert aufgrund von Umweltproblemen einen Stopp des Baues weiterer Massentierhaltungsanlagen im Land.

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