22. April 2021 – dpa

Nach Ziegen-Klau: Tiere bei angeblichen Tierrettern gefunden

In Lelkendorf bei Teterow sorgten Diebe unlängst für Kopfschütteln. Sie stahlen Ziegen aus einem Haustierrassenpark. Nun wurden drei von fünf Tieren gefunden: 15 Kilometer entfernt bei angeblichen Tierrettern. Einer davon arbeitete früher im Park.

Der Schriftzug «Polizei» auf einem Schild am Gebäude einer Polizeiinspektion.
Der Schriftzug «Polizei» auf einem Schild am Gebäude einer Polizeiinspektion. , Foto: picture alliance / Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Lelkendorf (dpa/mv) - Der ungewöhnliche Ziegen-Diebstahl aus dem Haustierpark Lelkendorf (Landkreis Rostock) von Ende März scheint aufgeklärt. Wie der Leiter des Tierrassenparks, Alexander Vay, am Donnerstag sagte, wurden drei der fünf gestohlenen Tiere in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei auf einem etwa 15 Kilometer entfernten Hof bei Gnoien gefunden und sichergestellt. Zwei besonders auffällige Ziegen sind noch verschwunden. Als Tatverdächtige gelten ein ehemaliger Mitarbeiter des Tierrassenparks und zwei mit ihm bekannte Frauen, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Besonders betrüblich: «Eine der drei früher sehr zutraulichen Zwergziegen war so schwer verletzt, dass das Tier eingeschläfert werden musste», erklärte Vay. Nach den zwei noch vermissten Tieren - einer Schwarzhalsziege und einer Girgentana-Ziege - wird weiter gesucht. Die Girgentana-Ziege falle durch ihre gedrehten Hörner, die Schwarzhalsziege durch ihr besonderes Aussehen auf. Beide Tiere seien etwa so groß wie ausgewachsene große Hunde.

Wie der Parkleiter erklärte, soll ein 52-jähriger Mann der Hauptverdächtige sein. Er und zwei Frauen seien am Mittwoch beim Fund der Zwergziegen auch dort auf dem Hof als Betreiber gewesen. Der 52-Jährige habe erklärt, dass es den Ziegen im Tierrassenpark schlecht gegangen sei und man die Tiere habe retten wollen. Das wies Vay zurück. Gerade die Zwergziegen seien die Besucherlieblinge gewesen, denen es an Futter gewiss nicht gemangelt habe. Das belegten auch Filmaufnahmen, die wenige Tage vor dem Diebstahl entstanden waren.

Auf dem betreffenden Hof bei Gnoien, der an ein Waldstück grenzt, sollen die Tatverdächtigen noch Schafe, Schweine und andere Tiere halten. Vay vermutet, dass die beiden noch fehlenden, auffälligen Ziegen bereits verkauft worden sein könnten. Die Polizei ermittelt nun wegen Diebstahls und Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Gegen den 52-Jährigen laufe nach Auseinandersetzungen im Vorfeld auch ein Verfahren wegen Hausfriedensbruchs, hieß es vom Haustierpark. Der Mann habe durch seine frühere Tätigkeit im Park gewusst, wo Überwachungskameras sind und wie man diese außer Betrieb setzt, um nicht gefilmt zu werden, erläuterte Vay. Viele Gäste hatten sich empört über den Vorfall geäußert.

Der Tierrassenpark hat 43 Arten, insgesamt rund 500 Tiere, und gilt als Arche-Hof, auf dem vom Aussterben bedrohten alte Haustierrassen aus etlichen Ländern Europas gehalten werden. Etwa die Hälfte der Tier sind im derzeit offenen Außenbereich des Parks zu sehen, die andere Hälfte der Tiere grasen «in der Landschaftspflege».

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