13. Oktober 2026 – dpa

Tauziehen um Naturkundemuseum

Elbtower-Konsortium drängt weiter auf Museumslösung

Der Weiterbau des Elbtowers in Hamburg hängt am geplanten neuen Naturkundemuseum. Doch es gibt ein günstigeres Angebot mit anderem Standort. Das Elbtower-Konsortium sieht sich dennoch auf gutem Weg.

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Das Elbtower-Konsortium macht sich weiter als Standort für das neue Naturkundemuseum stark. (Archivbild)

Das Konsortium zum Weiterbau des Elbtowers drängt weiter auf eine Zusammenarbeit mit der Stadt Hamburg - auch angesichts eines günstigeren Konkurrenzangebots für das geplante Naturkundemuseum. «Die Gespräche über das Naturkundemuseum im Elbtower sind weit fortgeschritten», sagte der Sprecher des Konsortiums, Immobilienunternehmer Dieter Becken, dem «Hamburger Abendblatt».

Auch der Preis, den die Stadt für Rund die Hälfte der Fläche bezahlen will, um darin das Naturkundemuseum unterzubringen, stehe nicht infrage. «Der Globalpauschalfestpreis von 595 Millionen Euro für das fertiggestellte Naturkundemuseum steht. Wir halten an diesem Preis fest», sagte Becken.

Um den seit der Pleite der Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko im Oktober 2023 ruhenden Hochausbau an den Elbbrücken fortzusetzen, muss das Konsortium den Elbtower erst einmal vom Insolvenzverwalter kaufen. Dafür braucht sie den Deal mit der Stadt. Die Verhandlungen laufen seit Dezember 2024.

Vor kurzem hatte sich Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) angesichts der langen Verhandlungsdauer skeptisch geäußert, dass es noch zu einem positiven Abschluss komme, und erneut deutlich gemacht, dass ein finanzielles Engagement Hamburgs über die 595 Millionen Euro hinaus nicht zur Debatte stehe.

Zentrale Grundlagen für die Umsetzung der Museumspläne im Elbtower seien aber bereits abgestimmt, sagte Becken nun dem «Abendblatt». «Dazu gehören die zu erbringenden Leistungen, die Zuordnung der Bau- und Fertigstellungsrisiken, der an definierte Baufortschritte geknüpfte Zahlungsplan sowie die vertraglichen Sicherheiten für die Stadt.» Grundlage sei dabei ein Globalpauschalfestpreis von 595 Millionen Euro.

Zuletzt hatte ein Konkurrenzangebot des Immobilienunternehmens Büll & Liedtke für Schlagzeilen gesorgt, das die Unterbringung des Museums im Stadtkontor am Besenbinderhof vorsieht und rund 100 Millionen Euro niedriger als die Elbtower-Variante liegt.

Der Senat bestätigte den Eingang des Angebots, das nun geprüft werde, wie es aus dem Rathaus hieß.

Hamburg hat sich verpflichtet, ein modernes Naturkundemuseum zu errichten. Hintergrund ist ein 2021 geschlossener Staatsvertrag mit Nordrhein-Westfalen zur Gründung des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB). In ihm zusammengeführt wurden nach Angaben der Stadt das Museum für Natur Hamburg sowie das Bonner Museum Koenig.

Mit dem Naturkundemuseum erhalte der Elbtower eine starke öffentliche, wissenschaftliche und städtebauliche Funktion», sagte Becken in dem Zeitungsinterview. «Das Museum ist der zentrale Baustein eines Gesamtkonzepts aus Wissenschaft, öffentlicher Nutzung, Hotel, Büros und Gastronomie.»

Ende vergangener Woche hatte der Fraktionsvorsitzende der in Hamburg mitregierenden Grünen, Michael Gwosdz, für Irritationen gesorgt, als er angesichts der schwierigen Haushaltslage die Realisierung des Naturkundemuseums generell infrage gestellt hatte. Am Montag war er dann allerdings wieder zurückgerudert.

«Ich bin sehr verwundert, dass einzelne handelnde Personen die ökonomische Wertschöpfung durch das Naturkundemuseum und den Elbtower offenbar komplett ausblenden», sagte Signal-Iduna-Vorstandsmitglied Martin Berger dem «Abendblatt» und mahnte: «Man darf die Steuereinnahmen und hunderte Arbeitsplätze nicht vergessen, die dort entstehen.»

Der Versicherungskonzern Signal Iduna gehört wie die Becken-Gruppe, das Bauunternehmen Adolf Lupp, eine Gesellschaft des im August verstorbenen Hamburger Mäzens Klaus-Michael Kühne sowie dem Drogeriekette-Gründer Dirk Roßmann zum Elbtower-Konsortium.

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