06. Juli 2026 – dpa
Das Elbjazz-Festival im Hamburger Hafen kehrt nach einem Jahr Pause zurück. Es gibt Änderungen bei den Programmschwerpunkten und Bühnen. Welche sind das?
Neustart beim Elbjazz-Festival in Hamburg. Die einjährige Pause haben die Veranstalter für eine Neuorientierung genutzt. Nun kehrt das beliebte Festival am 10. und 11. Juli in den Hamburger Hafen zurück und will sich wieder auf sein absolutes Kerngeschäft verlagern: Jazz und seine angrenzenden Musik-Genres - vor der Kulisse aus Hafenkränen, Containern und Elbpanorama.
«Es geht zurück zu den Wurzeln», sagt Programmleiterin Ina Lieckfeldt. Passend zu diesem Ziel treten einige große und beliebte Headliner auf: Tom Jones, Jamie Cullum, Lizz Wright, Joss Stone, Snarky Puppy und Chilly Gonzalez werden zwischen Werften und der Elbphilharmonie auftreten.
Seit 2010 lockte das Elbjazz Festival um die 20.000 Besucherinnen und Besucher jährlich in den Hamburger Hafen. 2024 beklagten Teile des Publikums, dass das Programm sich zu weit vom Jazz entfernt habe - zugunsten von Pop, Hip-Hop und Elektronik.
2025 pausierte das Festival. Es gab einen Gesellschafterwechsel. Federführend ist nun die Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH, die seit Jahrzehnten Jazzkonzerte veranstaltet. Festival-Bookerin Lieckfeldt verfügt nicht nur über viel Expertise und Erfahrung im Jazzbereich, sondern auch über exzellente Kontakte.
Sie reist zu Showcases und anderen Festivals, immer auf der Suche nach neuen Entdeckungen für ihr Programm. «Wir möchten ein Festival für Musikliebhaber sein, aber wir wollen auch jüngeren Leuten, die das Genre vielleicht abschreckt, zeigen, wie viel coole Musik unter den Jazz fällt», sagt sie. Aber nicht nur die Stars würden einen Besuch lohnen.
Der heutige Jazz-Superstar Gregory Porter etwa hatte 2011 sein Deutschland-Debüt beim Elbjazz gegeben. Diesmal könnte der von B.B. King und Prince beeinflusste Bluesgitarrist Christone «Kingfish» Ingra aus Clarksdale, Mississippi für eine Entdeckung sorgen. Oder die britische Saxofonistin Nubya Garcia, die Jazz-Melodien mit R&B und Dubstep verbindet.
Aber nicht nur im Line-up gibt es zum Neustart einige Anpassungen. Die wichtigste Änderung betrifft bereits die Verschiebung des Termins vom Juni in den Juli. «Mehrere parallel laufende europäische Jazzfestivals ermöglichen eine größere Verfügbarkeit von potenziellen Headlinern», erklärt Lieckfeldt. Die Konzerte der Elbphilharmonie Specials sind nun einzeln buchbar. «Auf dem Festivalgelände Blohm + Voss haben wir neben der Main Stage, der Helgen Stage und der Schiffbauhalle nun auch eine neue Hamburg Stage, auf der die Hochschule für Musik und Theater gemeinsam mit dem Jazzbüro Musikerinnen und Musiker aus Hamburg präsentiert», berichtet die Bookerin.
Das Gelände ist per Fahrrad durch den Elbtunnel, per Bus-Shuttle oder Barkasse erreichbar. «Wir haben auch das Bühnendesign der Main Stage verändert, weg von der typischen schwarzen Kastenbühne zu einer Rundbogenbühne, die beinahe durchsichtig ist, so dass man einen besseren Blick auf das Hafenpanorama hat», ergänzt Lieckfeldt. Auch eine halb überdachte Tribüne mit 1.000 Sitzplätzen ist vorgesehen.