21. Juni 2026 – dpa

Fast 6.000 Tonnen Müll

Kosten für Beseitigung illegal entsorgten Mülls steigen

Hamburg gibt für die Beseitigung illegal entsorgten Mülls mehr als 25 Millionen Euro aus. Dem gegenüber stehen nur rund 674.000 Euro an Bußgeldern.

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Im vergangenen Jahr wurden fast 6.000 Tonnen Müll illegal entsorgt. (Archivbild), Foto: Tim Vogel/dpa

Illegal entsorgter Müll wird in Hamburg zu einem immer größeren Problem. Wurden im Jahr 2020 noch knapp 3.800 Tonnen registriert, waren es im vergangenen Jahr schon fast 6.000 Tonnen, wie aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft hervorgeht. Das sei eine Steigerung von etwa 60 Prozent.

Gleichzeitig sei auch die Zahl der Meldungen über illegalen Müll ebenfalls stark gestiegen - von rund 100.000 im Jahr 2020 auf knapp 186.000 im vergangenen Jahr. In diesem Jahr lag die Zahl der Meldungen bis Anfang Juni den Angaben zufolge bereits bei rund 76.000.

Mit dem Anstieg beim illegal entsorgten Müll steigen auch die Kosten für die Stadt. Musste sie für die Entsorgung von fast 42.000 Kubikmeter illegalen Mülls 2020 noch rund 16,2 Millionen Euro aufwenden, fielen im vergangenen Jahr für fast 67.000 Kubikmeter etwa 25,1 Millionen Euro an, wie aus der Senatsantwort hervorgeht.

Im Vergleich dazu fallen die Bußgelder für erwischte Müllsünder relativ gering aus. So seien im vergangenen Jahr von der Stadtreinigung Hamburg insgesamt 14.741 Verwarnungen und Bußgeldbescheide erlassen und dabei ein Betrag in Höhe von 674.291 Euro erhoben worden. 2024 seien es 12.110 Verwarnungen und Bescheide über insgesamt 540.064 Euro gewesen.

Der Senat wies aber darauf hin, dass in den Verwarnungen und Bescheiden auch Verstöße gegen das Taubenfütterungsverbot, gegen die Grillordnung und die Pflicht zur Hundekotentsorgung enthalten seien. Die Zahl der eingeleiteten Ordnungswidrigkeitsverfahren sei 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 340 auf 6.211 gestiegen, liege aber deutlich unter den 6.906 Verfahren von 2020.

Der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion, Stephan Jersch, sagte, angesichts der Zahlen gehörten die Maßnahmen zur Vermeidung illegaler Müllentsorgung auf den Prüfstand. «Die Vermüllung der Stadt ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.» Alle Hamburgerinnen und Hamburger hätten das Recht auf eine unvermüllte Stadt. «Der Senat ist gefordert, wirksame Maßnahmen gegen die Vermüllung und einen kostengünstigen, sozial gestaffelten Zugang zur Müllentsorgung zu schaffen.»

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