01. Juli 2026 – dpa

Schleibrücke

Lindaunisbrücke - Land pocht auf klare Kostenregelung

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Madsen fordert, dass Bund und Bahn ihre Kostenanteile am Neubau der Lindaunisbrücke verbindlich klären – das Land will nicht für Mehrkosten geradestehen.

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«Das Land darf nicht Ausfallbürge für ungeklärte Abstimmungen innerhalb des Bundes werden», betonte Clazs Ruhe Madsen (CDU). (Archivbild)

Schleswig-Holstein verlangt eine verbindliche Klärung der Finanzierung für den Ersatzneubau der Schleibrücke Lindaunis. «Es ist den Bürgerinnen und Bürgern kaum zu vermitteln, dass sich das Land Schleswig-Holstein an einem ohnehin erheblich teurer gewordenen Infrastrukturprojekt beteiligt, während zwei zentrale Bundesakteure ihre Kostenfrage nicht verbindlich klären», sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und die Bahn-Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo müssten ihre Kostenanteile an dem Neubau klären. «Das Land darf nicht Ausfallbürge für ungeklärte Abstimmungen innerhalb des Bundes werden», betonte Madsen. Kosten, die durch Anforderungen oder Verbesserungen an den Wasserstraßen entstehen, dürften nicht den Landeshaushalt belasten.

«Wir erwarten lediglich, dass Kosten dort getragen werden, wo sie nach Kreuzungsrecht hingehören», führte der Verkehrsminister aus. «Wenn ein Neubauwerk auch wasserstraßenbezogene Funktionen erfüllt oder Verbesserungen für die Schifffahrt mit sich bringt, muss dies bei der Kostenverteilung verbindlich berücksichtigt werden.» Entscheidend sei, dass am Ende eine klare und tragfähige Kostenregelung zwischen Bund, Bahn, Wasserstraßenverwaltung und Land stehe.

Hintergrund ist, dass der Neubau der Lindaunisbrücke wahrscheinlich teurer wird als zuletzt bekannt. Derzeit gehe man von einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag aus, teilte ein Bahnsprecher mit. Belastbar ließen sich die Gesamtkosten erst nach Abschluss der Arbeiten beziffern, da sich Preise angesichts der aktuellen Marktlage weiterhin volatil entwickelten.

Mit Zahlen hielt sich die Bahn lange bedeckt. So teilte das Unternehmen zuletzt lediglich mit, man gehe davon aus, dass die Kosten für die neue Brücke sich von zuletzt rund 84 Millionen Euro erhöhen würden. Wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der SPD-Abgeordneten Birte Pauls hervorgeht, könnten sich die Kosten Stand Mai 2025 laut Bahn auf rund 246 Millionen Euro erhöhen. Das Land habe diese dargestellte Größenordnung der Kosten allerdings bisher nicht anerkannt.

Am Mittwoch will sich der Wirtschaftsausschuss des Landtages mit der Kostenentwicklung und Bauplanung der Lindaunisbrücke befassen.

Die Schleibrücke verbindet die Landkreise Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde. Sie ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Region. Die bestehende Brücke konnte nicht saniert werden und wird daher durch den Neubau ersetzt. Laut Bahn ist die Freigabe für den Zugverkehr für August 2027 geplant. Die Inbetriebnahme der Brücke für den Straßenverkehr soll bis Ende 2027 folgen.

Die neue Brücke wird nach früheren Angaben der Bahn deutlich breiter als die bestehende. Sie erhält einen von der Fahrbahn abgetrennten Geh- und Radweg und zwei Fahrbahnen für den Autoverkehr. In einer der Fahrbahnen wird das Gleis für Züge integriert. Wartezeiten entstehen für Autos dann nur noch, wenn Züge passieren oder die Brücke für den Schiffsverkehr geklappt wird.

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