19. Oktober 2026 – dpa

Zukunft der Wälder

Schleswig-Holstein legt Waldstrategie auf

Holz zum Bauen, Lebensraum für Tiere und Erholung für Menschen: Schleswig-Holsteins Wälder sollen vieles zugleich leisten. Welche Schritte die neue Strategie des Landes dafür vorsieht.

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Für die Zukunft des Waldes gibt sich Schleswig-Holstein eine Strategie. (Archivbild)

Der Wald in Schleswig-Holstein soll größer werden und er soll den Herausforderungen des Klimawandels standhalten. Was Landesregierung und Forstwirtschaft seit Jahren verfolgen, hat die Landesregierung jetzt in eine konkrete Waldstrategie gefasst. Ziel seien stabile, klimaangepasste und nachhaltig bewirtschaftete Mischwälder, so Forstministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU).

Sie sollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten, zum Klimaschutz beitragen, den nachwachsenden Rohstoff Holz liefern, Einkommen und Arbeitsplätze sichern und zugleich Erholungsraum für die Menschen sein.

«Wer heute einen Wald pflanzt oder einen bestehenden Wald umbaut, denkt weit über die eigene Generation hinaus», betonte die Ministerin. «Mit unserer Waldstrategie geben wir Orientierung für die Entwicklung unserer Wälder in den kommenden Jahrzehnten. Wir zeigen auf, wo wir hinwollen und welche Schritte dafür notwendig sind.»

Zu den Handlungsfeldern der Strategie gehört unter anderem die Neuwaldbildung. Aktuell sind rund 11,5 Prozent der Landesfläche bewaldet. Die Landesregierung strebt mindestens 12,0 Prozent an. Dazu soll die Kulisse für potenzielle Neuwaldbildung erweitert sowie die Erstaufforstungsförderung weiterentwickelt werden.

Ausgehend von einem Mischwaldanteil von 91 Prozent soll ein breites und standortgerechtes Baumartenportfolio - auch mit alternativen, klimaangepassten Arten - weiterentwickelt werden. Die Wälder sollen an die sich verändernden klimatischen Bedingungen angepasst und langfristig stabilisiert werden. Bestehende Wälder sollen durch Aufforstungs- und Vernetzungsmaßnahmen besser miteinander verbunden werden, um Lebensräume zu verknüpfen und den Biotopverbund zu stärken.

Der nachwachsende Rohstoff Holz soll der Strategie zufolge nachhaltig genutzt und möglichst hochwertig und langlebig verwendet werden - etwa zum Bau von Häusern. Die Landesregierung möchte die wirtschaftlichen Grundlagen der Waldbewirtschaftung stärken und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für Waldbesitzer erschließen. Dabei könnten Leistungen der Wälder für die Allgemeinheit stärker berücksichtigt werden. Auch in Zukunft soll der Wald Raum für Erholung, Sport, Naturerleben, Bildung und Gesundheit bieten.

An der Erarbeitung der Waldstrategie waren nach Angaben des Ministeriums Wald- und Forstwirtschaft, Verbände, Wissenschaft, Politik sowie Gesellschaft beteiligt. «Jetzt geht es darum, gemeinsam konkrete und praxistaugliche Maßnahmen zu entwickeln. Dabei ist mir wichtig, die Waldbesitzenden mitzunehmen und Lösungen zu finden, die vor Ort funktionieren», so Schmachtenberg.

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