25. August 2026 – dpa

Tiere in Hamburg

Stint, Aal und Co. - Viele Hamburger Fische sind gefährdet

Experten der Stadt Hamburg haben ganz genau in die Elbe geschaut und gezählt. Welche Fische und wie viele davon tummeln sich in dem Fluss? Und wie geht es ihnen? Spoiler: Einigen geht es nicht gut.

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Dem Steinbeißer geht es in der Elbe gut. Sein Bestand ist der aktuellen Roten Liste zufolge nicht gefährdet. (Archivbild)

In der Hamburger Elbe und den Gewässern der Stadt schwimmen mehr als 50 verschiedene Fischarten und fast alle von ihnen sind heimisch. Allerdings sind 43 Prozent von ihnen als gefährdet eingestuft, wie die Umweltbehörde in Hamburg mitteilte. Dazu gehören auch Elbe-Klassiker wie Stint, Hasel und Forelle. In Hamburger Gewässern ist der Lachs als einzige hier gesichtete Fischart aktuell vom Aussterben bedroht, wie aus der Roten Liste hervorgeht.

Die Rote Liste der Süßwasserfische und Rundmäuler Hamburgs war zuletzt 2015 veröffentlicht worden, erstmals erschien sie 1991. Die 2026-Version ist nun die dritte Aktualisierung.

In der Elbe und den anderen Hamburger Gewässern tummeln sich der Erhebung zufolge übrigens vor allem Stinte, Plötzen, Flussbarsche, Gründlinge, Dreistachlige Stichlinge und der Europäische Aal. Sie kommen häufig vor. Einige von ihnen - wie die Wanderfische Stint und Aal - sind dennoch gefährdet, ihr Bestand nimmt schon länger deutlich ab. Im Vergleich zu vor zehn Jahren geht es 14 Hamburger Fischarten schlechter als zuvor.

Sehr selten sind Welse, Regenbogenforellen und Graskarpfen gesehen worden. Oft waren das lediglich Einzelfänge. Auf der Liste stehen auch Fische, die schon sehr lange nicht mehr in der Elbe gesehen wurden und die deshalb als ausgestorben oder verschollen gelten. Das sind der Europäische Stör und der Maifisch (Alosa alosa). Der bereits im vergangenen Jahrhundert ausgestorbene Stör wird den Angaben zufolge aber wieder in der Elbe angesiedelt.

Auch wenn in Hamburger Gewässern aktuell lediglich der Lachs vom Aussterben bedroht ist, schrillen für mehr als ein Dutzend andere Arten bereits die Alarmglocken. Denn der Bestand von 14 weiteren Fischarten gilt als gefährdet oder stark gefährdet, dazu gehören neben den schon erwähnten Arten Stint, Forelle und Hasel auch Wels, Barbe und Finte.

Als Gründe für diese negativen Veränderungen nennen die Experten vor allem den Ausbau der Elbe und dessen Erhalt, Gewässerverschmutzungen und dass der Fluss für die Tiere nicht komplett durchgängig ist. Auch die Auswirkungen des Klimawandels machen den Fischen zu schaffen, weil die Elbe nicht mehr so fließt wie noch vor Jahrzehnten.

Gleichzeitig ist die Tideelbe ein wichtiges Teilstück für Wanderfische auf dem Weg zwischen Nordsee und den Oberläufen. Fast jede dritte Hamburger Fischart wandert den Angaben zufolge. «Diese Arten müssen Hamburg auf ihrem Weg unbeschadet passieren können. Wir werden unsere Bäche und Flüsse deshalb weiterhin konsequent ökologisch aufwerten - für eine lebendige Unterwasserwelt und eine nachhaltige Stadt», sagte Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) laut Mitteilung.

Eine gute Nachricht noch zum Schluss: Drei Fischarten geht es der Erhebung zufolge auch dank der Renaturierungsarbeiten entlang der Elbe und den anderen Hamburger Gewässern wieder besser: Bachneunauge, Groppe und Nase. Hauptgrund dafür seien saubereres Wasser und ökologische Durchgängigkeit. Die drei Arten gelten mittlerweile wieder als ungefährdet. Zu den ungefährdeten Arten gehören auch Steinbeißer, Bachschmerle, Karpfen, Hecht, Moderlieschen, Schleie und Rotfeder.

Die Rote Liste ist eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme, sie dokumentiert den Zustand der heimischen Fischfauna. Sie liefert der Umweltbehörde zufolge das zentrale Fundament für den Schutz der städtischen Gewässer.

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