11. Oktober 2026 – dpa
Ein Staatsvertrag, zwei Angebote, politischer Streit: Wie das Naturkundemuseum zum Zankapfel wird.
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) schaltet sich aus der Ferne in die aktuelle Debatte um die Zukunft des Naturkundemuseums ein. An der Lage habe sich nichts geändert, sagte Tschentscher nach einem Bericht des NDR während einer Delegationsreise nach Vietnam. Es gebe einen Staatsvertrag und einen Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft. Beide sehen vor, dass die wertvolle naturkundliche Sammlung angemessen untergebracht und der Forschung zugänglich gemacht werde, so Tschentscher.
Es gibt eine Koalitionsvereinbarung und eine Handlungsebene für den Senat. «Wir arbeiten an Lösungen und nicht an widersprüchlichen Ansagen», sagte der Bürgermeister nach Angaben des NDR.
Der Koalitionspartner der SPD in Hamburg, die Grünen, hatten am Freitag mitgeteilt, dass sie die Pläne für das Naturkundemuseum nicht mehr mittragen wollen. Diese sehen vor, dass die Stadt Hamburg für 595 Millionen Euro rund die Hälfte des Elbtowers für das Museum nutzt, dessen Bau wegen einer Insolvenz des Investors seit Jahren ruht.
Auch auf ein alternatives Angebot eines Hamburger Immobilienunternehmers, das Museum am Besenbinderhof unweit des Hauptbahnhofs für 495 Millionen Euro unterzubringen, wollen sich die Grünen nach Angaben ihres Fraktionsvorsitzenden Michael Gwosdz nicht mehr einlassen. Hamburg müsse jetzt andere Prioritäten setzen. Aus der SPD-Fraktion kam umgehend Kritik am Koalitionspartner.