10. September 2026 – dpa
Auf dem Gelände des alten Kernkraftwerks Brunsbüttel soll ein großer Batteriespeicher entstehen. Die Stadt hatte dem Vorhaben bereits zugestimmt - nun steht auch die Entscheidung des Betreibers.
Ein Batteriespeicher auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Brunsbüttel in Schleswig-Holstein ist beschlossene Sache. Der Betreiber Vattenfall hat die finale Investitionsentscheidung für die 254-Megawatt-Anlage getroffen, wie das Unternehmen mitteilte. Die Batterie soll bis Ende 2028 gebaut und in Betrieb genommen werden. Die Stadt hatte schon Ende vergangenen Jahres dem Projekt zugestimmt. Die Entscheidung des Konzerns stand hingegen noch aus.
Das früher ebenfalls von Vattenfall betriebene Kernkraftwerk wird seit 2019 zurückgebaut. Der Siedewasserreaktor an der Elbe war 1976 in Betrieb gegangen, nach mehreren Pannen jedoch seit 2007 dauerhaft abgeschaltet. Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 wurde das Kraftwerk endgültig stillgelegt.
Nun soll an seiner Stelle der Batteriespeicher entstehen. Im Rahmen der Energiewende sind die Anlagen für die Netzstabilität erforderlich. Sie können dem Stromnetz bei Überkapazitäten - etwa an Tagen mit viel Wind und Sonne, die mehr Strom produzieren als benötigt wird - Strom entnehmen und so das Netz entlasten.
Der Speicher in Brunsbüttel soll eine Kapazität von bis zu 1.000 Megawattstunden (MWh) haben und eine Leistung von 254 Megawatt. Er ist damit eines der größten deutschen Speicherprojekte. Angeschlossen wird die Anlage an das Netz des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz.
«Das sind sehr gute Nachrichten für Vattenfall und für den Energiestandort Brunsbüttel», teilte der Leiter des Bereichs Solar und Batterien bei Vattenfall, Claus Wattendrup, mit. «Je stärker Wind- und Solarenergie ausgebaut werden, desto wichtiger werden leistungsfähige Speicher wie diese, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und fossile Energieimporte zu ersetzen.»