01. Oktober 2026 – dpa

Notfälle

Wasserrohrbrüche legen Verkehr lahm - wie geht es weiter?

Am Mittwochnachmittag ist es in Hamburg an zwei wichtigen Knotenpunkten zu Rohrbrüchen gekommen. Was jetzt zu beachten ist und wie es allgemein um die Hamburger Rohrleitungen steht.

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Die Amsinckstraße und Fuhlsbüttler Straße bleiben nach den Rohrbrüchen am Mittwochnachmittag vorerst gesperrt.

Wasserrohrbrüche an zwei wichtigen Hamburger Straßen beschäftigen seit Mittwoch viele Menschen. Zwar konnten die meisten betroffenen Haushalte schnell wieder mit Trinkwasser versorgt werden, aber die Überflutungen der Amsinckstraße und Fuhlsbüttler Straße - zwei wichtigen Verkehrsadern der Stadt - haben andere weitreichende Auswirkungen. Ole Braukmann, der Pressesprecher von «Hamburg Wasser», erklärt, was Pendler nun wissen sollten und wie es mit den Wasserrohren in Hamburg ganz generell aussieht.

Die Amsinckstraße und die Fuhlsbüttler Straße, in denen es am Mittwochnachmittag zu den Rohrbrüchen kam, sind weiterhin gesperrt. Auch alle zulaufenden Straßen können nicht befahren werden. Beide sind wichtige Verbindungsstraßen.

Die Amsinckstraße verbindet die Innenstadt mit dem Osten Hamburgs und ist zudem für Pendler die wichtigste Verkehrsader auf dem Weg in den Süden. Dass die zur Hauptverkehrszeit ohnehin schon volle Straße nun auf Höhe der Nordkanalbrücke unweit des Hauptbahnhofs gesperrt ist, verlagert den Verkehr beispielsweise in die Hafencity.

Die Fuhlsbütteler Straße verbindet im Nordosten der Stadt die Stadteile Barmbek-Nord und Ohlsdorf.

Die Verkehrsleitzentrale der Polizei Hamburg empfiehlt, beide Sperrungen weiträumig zu umfahren. Um die Amsinckstraße staue es sich in alle Richtungen, vor allem auch im Heidenkampsweg. Am besten sei es, die Stadtteile Hammerbrook und Hafencity komplett zu meiden.

In Ohlsdorf sei die Lage ruhiger. Die Fuhlsbütteler Straße könne über die Segelmannstraße oder ganz über Poppenbüttel umfahren werden. Dabei müsse allerdings beachtet werden, dass die Wellingsbütteler Landstraße bereits seit längerer Zeit gesperrt ist.

Wenn möglich, sollten U- und S-Bahnen benutzt werden. Busse stecken nämlich teils ebenfalls im dichten Verkehr fest.

Das ist noch unklar. Heute Vormittag sollen die beschädigten Rohre besichtigt und der Asphalt der betroffenen Straßen getestet werden. Erst danach kann gesagt werden, welche Reparaturen notwendig und ob die Straßen belastbar sind. Es ist möglich, dass die Sperrungen länger andauern.

Es ist auch möglich, dass die Gelegenheit genutzt wird, um nicht nur den Schaden zu reparieren, sondern die Stellen auch auszubessern. Dann würde ein sogenanntes «Maßnahmenbündel» wie damals in der Kollaustraße durchgeführt werden. Vor allem in der Fuhlsbütteler Straße werde diese Option abgewägt, da dort für nächstes Jahr ohnehin Arbeiten geplant waren.

Dem Pressesprecher von Hamburg Wasser zufolge kommt es in Hamburg jährlich zu rund 400 Rohrbrüchen. Zwei Wasserrohrbrüche an einem Tag sind demzufolge nicht wirklich ungewöhnlich. Im Vergleich mit anderen Großstädten wie Stockholm oder Paris komme es in Hamburg durchschnittlich sogar zu weniger Rohrbrüchen.

Ungewöhnlich ist dagegen, dass ausgerechnet zwei Verkehrsknotenpunkte wie die Amsinckstraße und die Fuhlsbüttler Straße an einem Tag betroffen sind. Zu den beiden Rohrbrüchen kam es aber unabhängig voneinander, da die beiden keinen hydraulischen Zusammenhang haben. Innerhalb Hamburgs gibt es verschiedene Zonen der Wasserleitungen, die nicht miteinander verbunden sind.

Die genaue Ursache ist bisher nicht klar, allerdings bündeln sich bei Rohrbrüchen oft mehrere Faktoren. Die beiden betroffenen Straßen sind stark befahren, was eine hohe Belastung für die Leitungen bedeutet. Außerdem bestehen die Rohre teils aus altem Material.

Anfang bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurden in Hamburg Wasserrohre aus sogenanntem «Grauguss» verlegt. Dieses Material ist weniger elastisch. Das bedeutet, dass die Rohre teils die starke Belastung des modernen Verkehrs nicht mehr so gut ausgleichen können.

Die neuen Trinkwasserrohre bestehen aus einem duktilen Guss. Dieser soll elastischer sein und sich so besser an Bewegungen anpassen können. Zudem verfügen die neuen Rohre über eine Ummantelung die gegen Korrosion schützt.

Die Leitungen ergeben eine Länge von mehr als 5.500 Kilometern. Darüber werden Haushalte in Hamburg und der Umgebung mit Trinkwasser versorgt. Wie viel Prozent des Netzes bereits modernisiert ist, konnte der Sprecher nicht sagen.

Die Anzahl der Rohrbrüche in Hamburg hat in den letzten Jahren abgenommen. Allerdings können Wetterphänomene, wie beispielsweise Frost und dessen Effekt auf den Boden, Rohre stark belasten. Deswegen kann nie gesagt werden, wie sich die Rohre in der Zukunft verhalten werden. Hamburg Wasser arbeitet aber stetig daran, das Hamburger Wassernetz auszubessern.

Die Entscheidung, an welchen Leitungen gearbeitet wird, hängt von mehreren Faktoren ab, wie beispielsweise dem Verkehrsfluss an der Stelle. Es müssen nicht zwingend alle alten Rohre ausgewechselt werden, da diese je nach Belastung, auch in einem guten Zustand sein können. Hamburg Wasser hat sein Budget für Ausbesserungen der Leitungen seit 2024 von 30 auf 50 Millionen Euro aufgestockt.

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