21. September 2026 – dpa
Warum der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen eine Nebenkostenbremse für dringend nötig hält und was das für Mieter bedeuten könnte.
Die norddeutsche Wohnungswirtschaft fordert von der Politik pragmatische Lösungen für die Probleme auf dem Wohnungsmarkt. «Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen und Mietendeckel schaffen keine einzige zusätzliche Wohnung», sagte der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner zur Eröffnung einer Tagung in Lübeck.
Als Beispiele für an der realen Lage orientierte Problemlösungen nannte der frühere Innenminister von Schleswig-Holstein eine verlässliche und ausreichende öffentliche Wohnungsbauförderung sowie den Erhalt des Wohngeldes in seiner jetzigen Form.
Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin hätten Erfolge populistischer Parteien gebracht, sagte Breitner. «Jetzt sind die Wahlkämpfe vorbei und es gilt, Lösungen zu finden, die das bezahlbare Wohnen sichern und zugleich den Bau von Wohnungen erleichtern.»
Breitner betonte, in allen drei norddeutschen Ländern gelte eine verlässliche Wohnraumförderung als Voraussetzung für bezahlbares Wohnen. «Die künftige Schweriner Landesregierung sollte sich dabei an den Regeln in Kiel und Hamburg orientieren und ein dreistufiges Fördermodell entwickeln.»
Dringend notwendig sei im Norden generell zudem keine Mietpreis-, sondern eine Nebenkostenbremse. «Diese betrifft nicht nur Heizung und Energie, sondern auch kommunale Gebühren und die Grundsteuer. Wir erleben in einigen Regionen bereits, dass die sogenannte zweite Miete höher ist als die eigentliche Wohnungsmiete.»
In Mecklenburg-Vorpommern müssten nach den kommunalen Wohnungsunternehmen auch Wohnungsgenossenschaften von sogenannten DDR-Altschulden befreit werden, sagte Breitner. «Genossenschaften garantieren bezahlbare Mieten und sind in vielen Regionen einer der wenigen stabilen wirtschaftlichen Anker.» Dies könnten sie nur bleiben, wenn ihre wirtschaftliche Basis gesichert werde.
An der Tagung in der Hansestadt nehmen nach VNW-Angaben knapp 1.000 Geschäftsführer, Vorstände und Mitarbeiter von Unternehmen sowie Gäste aus Politik und Gesellschaft teil. Sie dauert bis Dienstag.