25. Juli 2026 – dpa

Wegbegleiter der Beatles

«Fünfter Beatle» - Weingut Rattey im Klaus Voormann-Fieber

Mecklenburgischer Wein und die Musik der Beatles haben neuerdings eines gemeinsam - der berühmte Grafiker Klaus Voormann hat ihre Verpackung gestaltet. Damit wird zugleich ein Jubiläum gewürdigt.

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Das mecklenburgische Weingut in Rattey widmet Klaus Voormann eine Ausstellung. (Archivbild)

Der Wein von Norddeutschlands größtem Weingut hat dem berühmten Grafiker und «fünften Beatle» Klaus Voormann offenbar geschmeckt. «Letztendlich musste ich ihn ja überzeugen, dass er für uns arbeitet», erklärt Stefan Schmidt, Weingutleiter in Rattey (Mecklenburgische Seenplatte).

Voormann, Schöpfer des ikonischen Plattencovers des Beatles-Albums «Revolver», höre sich vor der Gestaltung eines Covers stets die Musik an, sagt Schmidt. «Und wenn die Musik ihm nicht gefällt, lehnt er den Auftrag ab.» Dass nun ein Wein aus Rattey ein von Voormann gestaltetes Etikett trägt, spreche also für den Tropfen.

Zusätzlich zu dem Etikett steht in Rattey demnächst eine ganze Ausstellung im Zeichen des 88-jährigen Künstlers, der die Beatles 1960 während ihrer Anfänge in Hamburg kennengelernt hatte.

Gezeigt werden über 100 Plattencover, unzählige Lithographien, Zeitschriften-Titelseiten sowie eine Graphic Novel. Neben seiner Arbeit als Grafiker wird auch sein musikalischer Werdegang thematisiert.

  1. Lithographien, aber auch Originale zu sehen

Voormann spielte Bass unter anderem bei Manfred Mann oder an der Seite von John Lennon. 1973 erhielt er einen Grammy für seinen musikalischen Beitrag zu George Harrisons Album «Concert for Bangla Desh».

Das war sein zweiter Grammy, nachdem er 1967 als erster deutscher Künstler mit einem Grammy für das «Revolver»-Cover geehrt worden war. Für das Cover hatte er gerade einmal 50 britische Pfund erhalten.

Das 60-jährige Jubiläum des Erscheinens des Albums nimmt Schmidt nun zum Anlass für die Ausstellung. «Am 27. Juli kam die Platte in Deutschland zuerst raus und dann erst Anfang August in England», erklärt er. Er sei selbst Voormann-Fan und habe mehrere Grafiken von ihm. Jüngst habe er ihn am Starnberger See besucht.

Welches sind die Highlights der Ausstellungen? «Ich habe zur Verfügung gestellt bekommen drei Originale von ihm, also jetzt keine Lithographien oder so.» Es handele sich um ein Werk in Pastell, eines in Wasserfarbe und eine Collage. Diese Collage empfinde die Entwicklung des «Revolver»-Covers nach und sei handgemalt und handgeklebt. «Das ist noch nirgendwo gezeigt worden.»

Beteiligt an der Ausstellung ist laut Schmidt auch Henning Ihlenfeldt von Ihlenfeldt's Bäckerei im brandenburgischen Fürstenwerder. «Brot und Wein passt immer zusammen», scherzt Schmidt. Er kenne Ihlenfeldt schon seit Jahrzehnten. Als großer Beatles-Fan bringe Ihlenfeldt sein Fachwissen ein.

Voormann trat nach Aussage Schmidts früher mit einem selbst bemalten Bass auf, auf dem eine Sonne zu sehen war. Nun habe er das Etikett für einen Solaris gestaltet - eine der wichtigsten Sorten in Rattey. Solaris stamme vom lateinischen Wort für Sonne ab. «Er hat ein Etikett entwickelt, wo eine Sonne drauf ist und wo die Bassgitarre drauf ist. Das fanden wir total klasse.»

Ob es Voormann während der Ausstellung selbst nach Rattey schafft, ist ungewiss. «Wir wünschen uns das alle», sagt Schmidt. Voormann sei aber eingebunden in die Serie «Hamburg Days» über die Anfänge der Beatles auf St. Pauli. Die Serie wird unter anderem für das ZDF und die BBC produziert und erzählt auch von der Freundschaft der Beatles zur Künstlergruppe um Klaus Voormann. Nach dem plötzlichen Tod der beteiligten Schauspielerin Luna Jordan waren die Dreharbeiten zeitweise ausgesetzt worden.

Die Ausstellung «Legend Without End, 60 Jahre "Revolver Album" The Beatles, Klaus Voormann» feiert am kommenden Freitag Vernissage und ist bis Mitte August zu sehen.

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