06. August 2026 – dpa

Nach Prozesspause

Analyse im Fall Fabian bescheinigt Angeklagter Egozentrik

Fallanalytiker haben sich unzählige Text- und Sprachnachrichten der Angeklagten im Fall Fabian vorgenommen. Ihr Ergebnis ist wenig schmeichelhaft für die Frau.

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Nach einer Prozesspause wird die Verhandlung im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow nun fortgesetzt.

Egozentrisch, eifersüchtig, kontrollierend und mit einem großen Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung - eine Kommunikationsanalyse des Bundeskriminalamtes zeichnet kein vorteilhaftes Bild der Angeklagten im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow. Es sei aber auch festgestellt worden, dass das Kommunikationsverhalten vor und nach dem Tod des Jungen überwiegend gleich geblieben sei, sagte einer der BKA-Fallanalytiker am Donnerstag dem Landgericht Rostock.

Beispielsweise habe die 30-Jährige in ihren Sprach- und Textnachrichten ein «weiterhin konstant egozentrisches Verhalten» Fabians Vater gegenüber gezeigt, auch als dessen Sohn vermisst wurde. Die Kommunikation der Angeklagten kreiste laut Analyse typischerweise um ihre eigenen Bedürfnisse und war von wenig Empathie geprägt. Fabians Vater sah sich demnach während seiner Beziehung mit der Frau, aber auch während einer zeitweisen Trennung regelmäßig mit Vorwürfen konfrontiert.

Es seien aber auch Abweichungen in der Kommunikation festgestellt worden. Auffällig sei demnach, dass sich die Frau am Tag von Fabians Verschwinden verstärkt bei dem Vater erkundigt habe, warum dieser besorgt sei. Dieser hatte ihr zuvor mitgeteilt, dass ihm etwas Sorgen bereite, zunächst aber noch nicht gesagt, dass Fabian vermisst wird. Es folgte eine «sehr intensive Befragung» des Vaters durch die Angeklagte, wie der Vorsitzende Richter Holger Schütt es beschrieb.

Der BKA-Beamte sagte, Nachfragen dieser Art seitens der Angeklagten habe man zumindest in untersuchten vorhergehenden Text- und Sprachnachrichten nicht gefunden. Demnach interessierte sich die Frau normalerweise wenig für das Befinden des Mannes.

Seit Donnerstag wird der Mammutprozess nach einer vierwöchigen Pause fortgesetzt. Als Zeugin war unter anderem noch die Schwester der Angeklagten geladen.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Das Motiv soll demnach mit ihrer Beziehung zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende zusammenhängen. Donnerstag ist der mittlerweile 20. Prozesstag.

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