01. Juli 2026 – dpa

Wahrzeichen

Geheimnisse im Inneren: Chemnitzer Marx-Kopf wird geöffnet

Zur genauen Konstruktion des legendären «Nischel» in Chemnitz herrscht Rätselraten. Eine Öffnung der 40 Tonnen schweren Porträtbüste soll Klarheit bringen. Doch der Schritt will gut vorbereitet sein.

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Nach mehr als 50 Jahren Standzeit wird die Sanierung des Karl-Marx-Monuments in Chemnitz vorbereitet. (Archivbild)

Die monumentale Porträtbüste des Philosophen Karl Marx in Chemnitz steht nach mehr als 50 Jahren vor einer Frischekur. In welchem Zustand sich der Innenraum des Denkmals befinde, sei jedoch unklar, informierte die Stadtverwaltung. Am Mittwoch sollte dem Denkmal deswegen zunächst eine Materialprobe entnommen werden. Dies sei ein erster Schritt für eine umfangreiche Sanierung, hieß es.

Der 40 Tonnen schwere Philosophenkopf aus Bronze gilt als die zweitgrößte Porträtbüste der Welt. Sie wurde vom russischen Bildhauer Lew Kerbel (1917-2003) geschaffen und am 9. Oktober 1971 enthüllt. Zum Ensemble gehört auch ein Schriftzug mit dem bekannten Marx-Zitat «Proletarier aller Länder, vereinigt euch!», das in mehreren Sprachen am dahinterstehenden Gebäude prangt.

Die Büste - umgangssprachlich «Nischel» oder «Kopp» genannt - ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt Chemnitz. Sie ist ein beliebtes Fotomotiv sowie immer wieder Schauplatz für Versammlungen und Kunstaktionen.

«Obwohl Pläne vorliegen, kann nicht mit absoluter Sicherheit gesagt werden, ob ein Stahlgerüst die Konstruktion trägt oder allein eine Schraubenkonstruktion, wie beim Denkmal "Revolutionäre Matrosen" in Rostock», teilte die Stadtverwaltung mit. «Beide Denkmale stammen aus derselben Werkstatt in der damaligen Sowjetunion.»

Die Materialprobe soll einer größeren Öffnung des Monuments im August den Weg ebnen und verhindern, dass dabei Material der Bronzeplatten beschädigt wird. «Erst wenn die Materialzusammensetzung der Nähte und die Auswahl der geeigneten Schweißtechnik feststehen, kann eine Platte am Hinterkopf herausgelöst werden.»

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