22. Oktober 2026 – dpa
Das Klassenbuch soll in MV digital werden und viel mehr Möglichkeiten bieten. Für nostalgische Gefühle ist kein Platz.
Das gute alte Klassenbuch mit Papierseiten und Pappdeckel soll in Mecklenburg-Vorpommern bald der Vergangenheit angehören. Für 824.000 Euro hat das Schweriner Bildungsministerium Software und Lizenzen angeschafft, um das Klassenbuch auf Laptop oder iPad zu führen, wie Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) mitteilte.
Damit die Lehrer damit arbeiten können, muss in der Schule ein stabiles WLAN vorhanden sein und die Lehrkraft über ein digitales Endgerät verfügen, wie ein Ministeriumssprecher erläuterte. Bisher haben demnach 220 Schulen Nutzungsvereinbarungen für das virtuelle Klassenbuch unterzeichnet. Das seien 44 Prozent aller öffentlichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern.
Oldenburg betonte, dass die Nutzung freiwillig sei. Zugleich hieß es aber auch, dass das landesweite Angebot perspektivisch von allen Schulen im Nordosten genutzt werden soll.
Die neue Software verbindet den Angaben zufolge die digitale Stundenplanung mit dem digitalen Klassenbuch. Änderungen im Vertretungsplan, auch kurzfristige, würden über eine Verknüpfung ins Klassenbuch übernommen. «Damit bildet es stets den aktuellen Stand des Unterrichts ab.»
Auch die Dokumentation des Unterrichts sei nun digital möglich. «Lehrkräfte können beispielsweise Abwesenheiten eintragen sowie behandelten Unterrichtsstoff und Hausaufgaben festhalten», so Oldenburg. Auch die Prüfungsplanung und die Organisation von Klassendiensten könne dort erledigt werden. Für die gymnasiale Oberstufe sei außerdem die Wahl der Grund- und Leistungskurse möglich. «Die Angaben lassen sich anschließend in die Stundenplanung übernehmen.»
Die neuen Anwendungen sollen auch auf dem privaten Laptop oder iPad von Lehrkräften laufen können. Dafür werde der jüngst vorgestellte einheitliche digitale Arbeitsplatz geschaffen, hieß es. Über eine Open-Source-Plattform sollen Lehrerinnen und Lehrer künftig flexibel und von überall Zugang zu E-Mails, Kalender oder Dateien erhalten, wie Finanz- und Digitalisierungsminister Heiko Geue (SPD) bei der Vorstellung Anfang September erklärt hatte. Sie solle als Pilot-Projekt erprobt und dann schrittweise ab dem kommenden Schuljahr etabliert werden.