14. Oktober 2026 – dpa

Kleidung und Dokumente

Nachlass der Schauspielerin Renate Krößner kommt ins Museum

Mit «Solo Sunny» wurde Renate Krößner zum Star – später blieb sie in der DDR lange ohne Rollen. Nun kommen persönliche Stücke aus dem Nachlass der Schauspielerin nach Potsdam.

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Der Witwer und Schauspieler Bernd Stegemann war bei der Übergabe des Nachlasses dabei.

Plateau-Schuhe, Lederjacke, Drehbücher und Produktionsunterlagen: Teile des Nachlasses der Schauspielerin Renate Krößner kommen ins Filmmuseum Potsdam. Darunter sind auch Fotos, persönliche Dokumente und Plakate ihrer Filme.

Bei der Übergabe war auch Krößners Witwer, der Schauspieler Bernd Stegemann dabei. Auf die Frage, was für ein Mensch Krößner war, antwortete er: «Ich finde, der besonderste und schönste Mensch, den ich im Leben überhaupt kennengelernt habe, mit dem ich 50 Jahre verbracht habe und mit dem ich gerne vielleicht noch mal 50 hätte verbringen wollen.»

Im Filmmuseum Potsdam sei Krößner oft zu Gast gewesen, hieß es vom Museum. Für den neuen Sammlungsleiter Oliver Hanley sei die Übernahme ihres Nachlasses von besonderer Bedeutung - insbesondere zum 80. Gründungsjubiläum der Filmgesellschaft Defa.

Krößner starb vor sechs Jahren im Alter von 75 Jahren im brandenburgischen Blankenfelde. Sie stammt aus Osterode im Harz, wo sie 1945 geboren worden war. Nach einem Abschluss an der Staatlichen Schauspielschule Berlin arbeitete Krößner zunächst an Bühnen in Parchim, Stendal, Senftenberg und Brandenburg an der Havel, bis sie mit «Solo Sunny» einen der großen Erfolge des DDR-Films feierte.

Eine aktuelle Sonderausstellung im Potsdamer Filmmuseum, die noch bis Mai 2027 zu sehen ist, trägt einen Anklang an den Film im Titel: «Ohne Frühstück. Ohne Diskussion. 80 Jahre DEFA-Filme». Darin geht es um 40 bekannte und weniger bekannte Filme - darunter «Solo Sunny», die ihre Liebhaber mit den Worten «Is' ohne Frühstück. Is' auch ohne Diskussion» rausschmiss. Ein Kimono und ein hellblau gestreiftes Hemd aus dem Film von Regisseur Konrad Wolf sind in der Ausstellung zu sehen und gehören laut Museum zum Nachlass.

In dem Film von 1980 spielt Krößner die aufstrebende Jazz-Sängerin Ingrid «Sunny» Sommer, die an den Widerständen einer von Männern dominierten Gesellschaft scheitert. Dafür wurde sie im selben Jahr mit dem Silbernen Bären der Berlinale als beste Darstellerin ausgezeichnet. Da der Film der DDR-Kulturbürokratie missfiel, bekam Krößner lange Zeit keine Rollen mehr. So stellte sie 1983 einen Ausreiseantrag und reiste 1985 mit ihrem Sohn und ihrem Lebensgefährten Stegemann nach West-Berlin.

Im Westen konnte Krößner ihre Karriere fortsetzen und spielte unter anderem an Bühnen in Basel, am Residenztheater München und an der Berliner Schaubühne. Auch trat sie in Fernsehrollen auf, unter anderem im «Tatort» und Serien wie «Liebling Kreuzberg», «Stubbe - von Fall zu Fall» neben Wolfgang Stumph und in «Einmal Bulle, immer Bulle». Zu ihren Kinorollen gehörten Auftritte unter anderem in «Helden wie wir» und «Alles auf Zucker».

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