05. November 2026 – dpa

Millionen-Defizite

Universitäten in MV schlagen Alarm: «Enorme Finanzprobleme»

Die Universitäten in Rostock und Greifswald warnen vor immer größer werdenden Finanzierungslücken. Sie sehen die künftige Landesregierung in der Pflicht. Es geht um Millionenbeträge.

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Die Uni Rostock warnt vor ernsthaften finanziellen Problemen.

Die Universitäten Greifswald und Rostock fordern angesichts drohender Millionendefizite von der künftigen Landesregierung eine verlässliche Finanzierung. Die Finanzierungsprobleme seien enorm, warnte Mecklenburg-Vorpommerns größte Universität in Rostock. Eine aktuelle, auf den vorhandenen Haushaltsdaten basierende Finanzprognose zeige, dass die verfügbaren Landesmittel künftig nicht mehr ausreichten, um die laufenden Aufgaben der Universität dauerhaft zu finanzieren.

Die Uni rechnet für 2028 und 2029 mit einem jährlichen Finanzierungsdefizit von mindestens vier bis fünf Millionen Euro. Bisher habe das jährliche Defizit durch Rücklagen ausgeglichen werden können, was aber von 2028 an nicht mehr möglich sei. «Die zur Verfügung stehenden Finanzmittel werden die anstehenden Ausgaben nicht dauerhaft decken», hieß es in einer Mitteilung.

Die Universität Greifswald steht von ähnlichen Problemen. Derzeit gebe es ein jährliches strukturelles Defizit von rund sieben Millionen Euro, auf das man das Wissenschaftsministerium bereits seit Anfang dieses Jahres wiederholt hingewiesen habe, teilte die Uni mit. Anfang 2026 sei ein umfassender Konsolidierungsprozess eingleitet worden. Für die Übergangsphase benötige die Universität eine zeitlich befristete Überbrückungs- und Transformationsfinanzierung von bis zu acht Millionen Euro bis 2032.

«Die künftige Landesregierung muss deshalb entscheiden, welchen Stellenwert sie Wissenschaft und Hochschulen für die Entwicklung unseres Landes beimisst. Wer Spitzenforschung, gute Lehre, Innovation und Fachkräftesicherung erwartet, muss auch die finanziellen Voraussetzungen dafür schaffen», sagte Rektorin Katharina Riedel der Deutschen Presse-Agentur.

Die Uni Rostock nannte als Ursache für die größer werdende Finanzlücke sieben Gründe. Dazu gehören deutlich gestiegene Kosten der betrieblichen Altersversorgung, ein zunehmender Sanierungs- und Instandhaltungsbedarf bei den Universitätsgebäuden, wachsende Anforderungen an die IT-Infrastruktur, an die Forschungssicherheit sowie an die Informations- und IT-Sicherheit sowie eine anhaltende Unterfinanzierung des vereinbarten Stellenplans.

Die Entwicklungen hätten sich in den vergangenen anderthalb bis zwei Jahren deutlich verschärft, wobei die Universität wiederholt auf die finanziellen Risiken hingewiesen und die entsprechenden Mehrbedarfe gegenüber dem Land thematisiert habe. Die Universität Rostock erwarte vom Land eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung ihrer Aufgaben.

Insbesondere müsse die vereinbarte Finanzierung des Stellenplans überprüft und an den tatsächlichen Personalbedarf angepasst werden. Eine Neuberechnung des Stellenhaushalts mit einer Finanzierung von 97 Prozent wäre ein wichtiger Schritt, um die finanzielle Situation zu stabilisieren, hieß es in der Mitteilung aus Rostock. Dort zählt die Uni knapp 13.000 Studentinnen und Studenten, an der Uni Greifswald sind es etwa 9.500.

In Schwerin laufen derzeit Verhandlungen für eine rot-rot-grüne Koalition. Das Thema Wissenschaft und Kultur wurde in dieser Woche abgeschlossen. Aus dem Sondervermögen des Bundes will MV 150 Millionen Euro in die Hochschulen investieren. Das Geld wird nach Angaben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) unter anderem in die Mensa Süd in Rostock und die Pflegeschule an der Uni-Medizin in Greifswald fließen.

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