26. September 2020 – dpa

Bildungsministerin: Weite Schulschließungen vermeiden

Laptops für Lehrer und Schüler sind angesichts der Corona-Pandemie noch wichtiger als zuvor. Doch dies reicht nach Ansicht des Verbandes Bildung und Erziehung alleine nicht aus. Dies findet auch die Bildungsministerin. Sie hat zudem noch einen Appell an «alle».

Bettina Martin, die Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern.
Bettina Martin, die Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern. , Foto: Frank Hormann/dpa

Rostock (dpa) - Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hat an die «Vernunft aller» appelliert, um weitere flächendeckende Kita- und Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie zu vermeiden. «Dafür müssen wir in den Schulen die Schutzmaßnahmen einhalten, aber dafür muss sich vor allem die Gesellschaft insgesamt an die Regeln halten», sagte Martin am Samstag laut Redemanuskript auf dem Norddeutschen Lehrertag in Rostock. «Denn das Virus wartet ja nicht in der Schule, sondern wird von außen hineingetragen.» Sie hoffe deshalb auf die Vernunft aller, damit auch in den Winterwochen so viel Schule für die Kinder gemacht werden könne wie nur irgend möglich.

Martin dankte den Lehrern für ihren Einsatz. «Bei uns in Mecklenburg-Vorpommern gehen seit dem Start des Schuljahres täglich mehr als 99 Prozent der Schüler in die Schule – jeden Tag, fünf Tage die Woche. Das ist nur mit Ihrem Engagement möglich.»

Rund 250 Pädagogen aus ganz Norddeutschland hatten sich auf den Weg zum Norddeutschen Lehrertag gemacht. Veranstalter des Norddeutschen Lehrertages ist der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Dessen Landesvorsitzender für Mecklenburg-Vorpommern, Michael Blanck, forderte vor dem Kongress einen deutlich schnelleren Ausbau von Datenleitungen. Es nütze nicht viel, alle Lehrer mit einem Laptop auszustatten, wenn ein Teil der Schulen und auch viele Haushalte immer noch kein schnelles Internet hätten. Der Ausbau müsse deutlich an Tempo zulegen.

Der VBE fordert von der Politik ein schnelles Handeln, denn die Probleme seien groß, die sich in diesem Jahr durch die Pandemie nur verschärft hätten, teilte der Verband am Samstag mit. Um Schulen zukunftssicher zu machen, bedarf es demnach unter anderem einer schnellen digitalen Ausstattung, Verkleinerung der Lerngruppen in den vorhandenen Räumen und baulicher Veränderungen. Zudem sei viel mehr qualifiziertes Personal erforderlich. Es werde Zeit, dass die Politik endlich handle und die Bildungspolitik das Image eines ungeliebten Stiefkindes endlich verliere, sagte Blanck.

Martin sagte, es sei gut dass Bund und Länder mit dem DigitalPakt Schule 5,5 Milliarden Euro für den Ausbau der digitalen Infrastruktur der Schulen investieren. Und es sei auch der richtige Schritt, dass weitere 1,5 Milliarden Euro fließen, damit die Schulträger Geräte für Schülerinnen und Schüler anschaffen könnten, die zuhause keinen Zugang zu einem Computer oder Laptop haben. «Und - was mir besonders wichtig war – es ist gut, dass wir bald auch mobile Endgeräte für die Lehrkräfte im Land bereitstellen können, damit sie rechtssicher und verlässlich digital arbeiten können.»

Aber Digitalisierung an Schule sei weit mehr als die technische Ausstattung, sagte die Ministerin. «Wenn wir darüber sprechen, was die digitale Durchdringung aller unserer Lebensbereiche für Schule bedeutet, dann geht es auch um Themen wie vernetztes Denken, teamorientiertes Arbeiten, soziale Kompetenzen und selbstständiges Lernen. Das sind Fähigkeiten, die unsere Kinder für die Welt von morgen benötigen.» Und die die Lehrer hätten sich schon längst auf den Weg gemacht, «diese wichtigen Aspekte auch in Ihren Unterricht mit einzubeziehen».

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