04. August 2020 – dpa

MV-Corona-Gipfel: Regierung berät über weitere Lockerungen

Einen Tag nach dem Ende der Schulferien in Mecklenburg-Vorpommern steht die Regierung vor der Frage, ob es weitere Lockerungen der Corona-Vorschriften geben kann. Aus der Wirtschaft kommen einige Ideen. Doch zogen die Neuinfektionen zuletzt wieder an.

Im Außenbereich eines Lokals stehen die Tische auf Abstand.
Im Außenbereich eines Lokals stehen die Tische auf Abstand. , Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Schwerin (dpa/mv) - Die Landesregierung in Schwerin berät am Dienstag über weitere Lockerungen der Corona-Schutzvorkehrungen in Mecklenburg-Vorpommern. Zu der erweiterten Kabinettsklausur sind erneut auch Vertreter von Gewerkschaften, Wirtschaft, Kommunen und Sozialverbänden sowie Mediziner eingeladen. Bei ihrem letzten MV-Corona-Gipfel Anfang Juli hatten sich die Teilnehmer drauf verständigt, die Auswirkungen der damals beschlossenen Lockerungen wie den Verzicht auf das Kontaktverbot oder die Genehmigung größerer Veranstaltungen abzuwarten und dann gegebenenfalls weitere Verbote aufzuheben.

So dringen Gastronomie und Handel darauf, dass endlich auch wieder Tagestouristen an die Ostsee-Küste und in die Städte Mecklenburg-Vorpommerns reisen dürfen. Ihr Fernbleiben hat nach Branchenangaben zu spürbaren Umsatzeinbußen geführt. Zudem gab es Kritik aus dem Nachbarland Schleswig-Holstein, das wegen des großen Andrangs vor allem aus dem Raum Hamburg einige seiner Strände zeitweise hatte sperren müssen.

Die zuletzt wieder ansteigenden Infektionszahlen auch in Mecklenburg-Vorpommern dämpften allerdings die Hoffnungen auf eine Einreisegenehmigung für Tagestouristen merklich. Von Seiten der Regierung wurde darauf verwiesen, dass bei Tagesausflügen mögliche Infektionsketten nur schwer nachvollziehbar seien. Die Befürchtung, dass sich mit der Öffnung des Landes für Urlaubsgäste von Ende Mai an die Infektionszahlen erhöhen, hatte sich nicht bestätigt. Dass angesichts dieser Entwicklung auch Bars, Clubs und Diskotheken wieder öffnen dürfen, gilt dennoch als eher unwahrscheinlich.

Die von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ins Gespräch gebrachte Aufhebung der Maskenpflicht im Handel scheint vorerst vom Tisch zu sein. Stattdessen soll auf Veranlassung von Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) im Kabinett über eine Maskenpflicht für Schüler beraten werden. Bislang blieb es den Schulen überlassen, wie sie damit umgehen. Nachdem einige Bundesländer aber eine Maskenpflicht für den Schulbereich ankündigten, schwenkte auch Martin überraschend um. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte stets betont, dass für sie ein sicherer Schulstart und die Rückkehr zu einem vollständigen Kita-Angebot Priorität habe.

In Mecklenburg-Vorpommern waren am Montag drei neue Corona-Fälle registriert worden. Damit ist laut Landesamt für Gesundheit und Soziales die Zahl der bisher nachgewiesenen Infektionen im Land auf 880 gestiegen. Als genesen gelten - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - 793 der Infizierten. Bezogen auf die Bevölkerung weist Mecklenburg-Vorpommern mit 54 Fällen je 100 000 Einwohner bundesweit die niedrigste Infektionsquote auf. 20 Menschen starben bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung, bundesweit laut Robert Koch-Institut mehr als 9000.

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