28. September 2020 – dpa

Tödlicher Wohnhausbrand: Fremdverschulden ausgeschlossen

In Neustrelitz ist bei einem Wohnungsbrand ein Mann ums Leben gekommen und ein größerer Hausschaden zu beklagen. Ein Gutachter hat nun Fremdverschulden ausgeschlossen.

Das Blaulicht an einem Polizeiauto leuchtet.
Das Blaulicht an einem Polizeiauto leuchtet. , Foto: Patrick Pleul/dpa/Archivbild

Neustrelitz (dpa/mv) - Nach einem Feuer mit einem Toten in einem Mehrfamilienhaus in Neustrelitz ist die genaue Brandursache weiter unklar. Es gebe aber keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung, sagte eine Polizeisprecherin am Montag nach einer ersten Untersuchung durch einen Brandgutachter. In der Wohnung des 55-jährigen Brandopfers seien mehrere beschädigte Gasflaschen entdeckt worden. Diese könnten die Ursache für die Verpuffung sein, die Zeugen vor Ausbruch des Feuers gehört hatten. Inwieweit der 55-Jährige selbst mit den Gasflaschen hantiert hatte oder ob diese durch das Feuer erst gezündet haben, das sei noch nicht geklärt.

Nach den bisherigen Ermittlungen hatte es am Freitagnachmittag in der Wohnung des 55-Jährigen erst eine Verpuffung gegeben und dann gebrannt. Polizeikräfte hatten den Mann liegend am Boden in der Wohnung gefunden und geborgen. Er kam in eine Spezialklinik nach Berlin, wo er später an seinen Verletzungen starb. In sozialen Netzwerken hatte der Mann vorher mitgeteilt, dass er nach seiner Auffassung rituelle Handlungen mit Feuer aus Propangasflaschen in dem Haus vollzogen hatte.

Der Mann war nach Angaben der Polizei zur Brandzeit allein in der Wohnung. Die anderen Bewohner konnten das Haus rechtzeitig verlassen. Der Sachschaden wird vom Hauseigentümer auf deutlich mehr als 100 000 Euro geschätzt.

Der Verunglückte war in der Region bekannt, weil er sich wegen des Todes seiner früheren Lebensgefährtin in einem Dorf bei Neubrandenburg seit 2016 mehrfach wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht verantworten musste. Auch in dem Fall soll er in seinem damaligen Haus vor Jahren schon einmal Feuer gelegt haben. Das letzte Urteil gegen den 55-Jährigen von Mitte Juni war noch nicht rechtskräftig, da wieder Rechtsmittel eingelegt worden waren.

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