21. Oktober 2026 – dpa

Öffentlicher Nahverkehr

«Deutschlandticket light»: Länder vertagen Vorstoß

Wer nur ab und an Bus und Bahn fährt, soll genauso unkompliziert unterwegs sein wie Vielfahrer mit dem D-Ticket: Das ist die Idee von NRW und Hamburg - ein Antrag hat aber zunächst keinen Erfolg.

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Kritik am Vorstoß kam auch vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen.

Eine Entscheidung über einen Vorstoß von Ländern zur Einführung eines «Deutschlandtickets light» wird vertagt. Ein entsprechender Antrag der Länder Nordrhein-Westfalen und Hamburg über einen bundesweiten elektronischen «Gelegenheitstarif» sei bei der Verkehrsministerkonferenz von der Tagesordnung abgesetzt worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Länderkreisen. Der Antrag sei zu kurzfristig eingebracht worden. Zuerst hatte der «Bayerische Rundfunk» berichtet.

Die Idee der beiden Länder: Per Smartphone werden Fahrtbeginn und -ende registriert und der günstigste Tarif automatisch berechnet. Fahrgäste sollen in einem Monat insgesamt aber nicht mehr als für ein Deutschlandticket zahlen.

Der Antrag von NRW und Hamburg für die zweitägige Verkehrsministerkonferenz im bayerischen Hohenschwangau sah vor, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die ein Konzept für das neue Ticketsystem erstellen soll. Entschieden werden solle dann im Herbst 2027.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Es ist bedauerlich, dass sich SPD und CDU den Diskussionen zu einem bundesweiten Gelegenheitstarif für den ÖPNV nicht stellen wollten. Das ist eine verpasste Chance für Digitalisierung, Kostensenkung und Komfort für die Fahrgäste.»

Der Antrag sei fristgerecht eingereicht worden und aus Sicht von Hamburg und Nordrhein-Westfalen dringend, sagte Krischer. «Wir setzen uns weiterhin dafür ein, den Ticketvertrieb deutschlandweit zu vereinfachen und den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr für noch mehr Menschen attraktiver zu machen.» Das Thema solle auf die nächste Tagesordnung der Verkehrsministerkonferenz gesetzt werden.

Krischer hatte am Dienstag zu dem Antrag gesagt: «Wer nur gelegentlich Bus und Bahn fährt, muss genauso unkompliziert und zu fairen Konditionen unterwegs sein können wie die Vielfahrer mit dem Deutschlandticket.» Vorbild sei das Angebot eezy.nrw in Nordrhein-Westfalen.

Zu dem Antrag hatte es Widerspruch aus Bayern gegeben. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), aktuell Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz, sagte: «Uns fehlt an allen Ecken und Enden Geld. Es ist nicht die Zeit für immer noch mehr Leistungen.»

Es sei gelungen, das Deutschlandticket an sich zu sichern. «Damit haben wir bereits ein sehr gutes Angebot», sagte Bernreiter und betonte: «Ich sehe weder die Zustimmung des Bundes noch die notwendige Einstimmigkeit der Länder für ein solches Vorhaben.»

Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte zum Antrag, Niedersachsen sehe das grundsätzlich positiv. «Wir werden ein D-Ticket light konstruktiv diskutieren.»

Kritik am Vorstoß kam vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen: «Ein solches Angebot verursacht Kosten und rüttelt an der Logik des Deutschlandtickets, das als Deutschland-Flatrate im monatlich kündbaren Abo zum Erfolg geworden ist», teilte der Verbandsgeschäftsführer für den öffentlichen Nahverkehr, Alexander Möller, mit. «Die Branche hat dafür kein Geld.»

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