16. Oktober 2026 – dpa
Zwischen Deutschland und Dänemark wird ein Tunnel gebaut. Nach einem Cyberangriff auf ein beteiligtes Baukonsortium können nun die Arbeiten am Fehmarnbelt schrittweise wie geplant weitergehen.
Nach einem Cyberangriff auf einen Auftragnehmer des Fehmarnbelttunnels laufen die Arbeiten an der Baustellen im dänischen Rødbyhavn schrittweise wieder hoch. «In der Nacht zum Montag waren die IT-Systeme des Auftragnehmers FLC Ziel eines Cyberangriffs», teilte die Projektgesellschaft Femarn A/S mit. Der Vorfall wirke sich weiterhin auf mehrere IT-Systeme der Baustelle aus.
Matthias Laubenstein, Vertragsdirektor beim Fehmarnbelt-Projekt erklärte: «Die Offshore-Tests mit unserem Absenkponton IVY konnten diese Woche stattfinden.» Damit gingen auch die Vorbereitungen für das Absenken des ersten Spezialelements weiter voran. Zuvor seien bereits vier der 89 Tunnelelemente in der Ostsee versenkt worden.
Die Erdarbeiten auf deutscher und dänischer Seite liefen den Angaben die gesamte Zeit ohne Unterbrechung weiter. Überdies fanden einzelne Betonierarbeiten statt. In der Montagehalle auf dänischer Seite arbeiten die Stahlarbeiter wie gewohnt an der Bewehrung weiter. Zudem ist geplant, dass auch die Produktionsanlage in Rødbyhavn ihren Betrieb wieder aufnimmt.
FLC steht für Femern Link Contractors. Es handelt sich um ein europäisches Konsortium, das gemeinsam mit einem anderen Konsortium den rund 18 Kilometer langen Tunnel baut.
Der Fehmarnbelttunnel soll die deutsche Ostseeinsel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden und dadurch die Fahrzeit mit dem Zug zwischen Hamburg und Kopenhagen auf rund zweieinhalb Stunden verkürzen. Ursprünglich sollte der Tunnel 2029 fertig werden. Das Vorhaben ist aber im Zeitverzug - mit einer Eröffnung wird bisher im Jahr 2031 gerechnet.
Nicht nur Dänemark geht von einem späteren Start aus, sondern auch Deutschland rechnet damit, dass sich der Bau der Hinterlandanbindung über 2029 hinaus verzögern wird. Nur die Straßenverbindung auf Deutscher Seite wird vermutlich schneller fertig - laut einem Mitarbeiter der Projektgesellschaft Deges im Jahr 2028. Zunächst rolle der Verkehr dann weiter über die Fehmarnsundbrücke. Nach Fertigstellung des Tunnels zwischen der Insel und dem Festland werde dann die neue Verbindung genutzt.