26. September 2026 – dpa

Proteste

DGB-Aktionstag für den Sozialstaat - Demos im Norden

Arbeit, Gesundheit, Rente - Deutschlands Gewerkschaften fürchten Verschlechterungen für viele Menschen im Land. Auch in Hamburg, Kiel und Rostock gingen deshalb Tausende auf die Straßen.

bnkn6sbpbx-v6-ax-s2048.jpeg
Tausende Teilnehmer bei DGB-Kundgebung auf dem Hamburger Rathausmarkt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat am Samstag bundesweit gegen Sozialkürzungen protestiert - auch im Norden versammelten sich tausende Demonstranten. In Kiel waren es nach Angaben der Polizei 3.500 Menschen, in Rostock 700. Der DGB Nord teilte deutlich höhere Zahlen mit: 5.500 in Kiel und 1.400 in Rostock. In Hamburg waren es demnach 13.000 Demonstranten. Die Polizei dort sprach lediglich von 4000 bis 5000 Teilnehmern.

Der DGB hatte unter dem Motto «Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.» zu dem bundesweiten Aktionstag aufgerufen. Gesetzt werden sollte «ein deutliches Zeichen für einen starken Sozialstaat, sichere Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen und den Schutz von Arbeitnehmerrechten», so der Gewerkschaftsbund.

Demos in 15 Großstädten bundesweit

Der DGB und seine acht Mitgliedsgewerkschaften vertreten nach eigenen Angaben 5,4 Millionen Mitglieder. In 15 Großstädten waren Kundgebungen und Demonstrationen geplant. Die Hauptkundgebung fand laut DGB in Essen statt.

«Wir haben eingezahlt. Wir haben dieses Land zusammen stark gemacht», sagte die Vorsitzende des DGB Nord, Laura Pooth, in Kiel. «Nicht Jung gegen Alt. Nicht Beschäftigte gegen Erwerbslose. Nicht Frauen gegen Männer. Nicht Menschen mit deutschem Pass gegen Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Unsere Superkraft heißt Solidarität.» Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Kritik der Arbeitgeber

Deutschlands Arbeitgeber übten scharfe Kritik an dem Aktionstag. «Die Gewerkschaften sagen zu fast jeder Veränderung Nein», sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, der Deutschen Presse-Agentur. «Sie träumen von der Welt von gestern.» Alle wollten sichere Renten, gute Pflege und eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung. «Aber Demografie, Fachkräftemangel und internationaler Wettbewerb lassen sich nicht wegdemonstrieren.»

Weitere Nachrichten aus Hamburg & Schleswig-Holstein

Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

undefined
Audiothek