03. November 2026 – dpa
In Harburg gibt es zwischen Schulen und Kitas eine Drogenhilfeeinrichtung. Nach Angaben von Anwohnern kommt es häufig zu Problemen. Den geplanten Neubau der Einrichtung wollen sie nicht hinnehmen.
Rund 60 Anwohner haben in Hamburg-Harburg gegen den geplanten Neubau einer Drogenhilfeeinrichtung in ihrer Nachbarschaft demonstriert. Der neue Standort in der Nähe des alten direkt an der B75 wäre fatal, sagte die Elternratsvorsitzende einer Förderschule, Jenny Schiller. Im Umkreis lägen zwei Schulen, zwei Kitas, ein Frauenhaus, ein Senioren- und ein Studentenwohnheim. Auch eine Moscheegemeinde befinde sich in der Nachbarschaft und unterstütze den Protest.
Es müsse ein zentraler neuer Standort für die Drogenhilfeeinrichtung gefunden werden, sagte die Elternratsvorsitzende. Dieser müsse aber in einem gewissen Abstand zu Kitas und Schulen liegen. Die Bezirksversammlung Harburg habe diese Forderung der Anwohnerinitiative bereits einstimmig unterstützt. Der Hamburger Senat hatte Ende September erklärt, der Neubau an der Buxtehuder Straße solle noch in diesem Jahr beginnen.
Die Demonstranten zogen zum Harburger Rathaus. Auf mitgebrachten Schildern hieß es: «Kein Drogenmilieu in Wohngebieten» oder «Mama, kann ich noch alleine zur Schule gehen?» Nach Angaben von Schiller sind unter den Schülern der Förderschule Kinder mit Autismus und sozialen Schwächen. Sie würden von der Klientel der Drogenhilfeeinrichtung angebettelt und verunsichert werden. Den Schülern seien auch schon Drogen angeboten worden. Manche Kinder trauten sich nicht mehr, alleine zur Schule zu gehen. Unter den Demonstranten waren Eltern mit Kindern und Ältere.
In den vergangenen Monaten hatten mehrmals Schüsse vor der Drogenhilfeeinrichtung für Verunsicherung im Stadtteil gesorgt. Am 15. September war ein 55-Jähriger lebensgefährlich am Bein verletzt worden. Am 15. Juni hatte mutmaßlich ein 21-Jähriger auf einen 45 Jahre alten Mann geschossen und ihn am Bein verletzt. Am 23. Oktober hatte die Polizei bei einer Kontrolle eines Autofahrers an der Buxtehuder Straße eine scharfe Schusswaffe gefunden. Der 35-Jährige habe zudem unter dem Einfluss von Rauschmitteln gestanden, hieß es von der Polizei.