03. Oktober 2026 – dpa
Wer für einen schönen, kostenlosen Blick auf Hafen und Hamburg bisher die Plaza der Elbphilharmonie angesteuert hat, muss von Montag an entweder zahlen oder neue Ziele mit Aussicht finden.
Auch, wenn die Plaza der Elbphilharmonie ein sehr besonderer Platz für einen Blick über den Hafen, die Elbe und die Stadt ist - Hamburg hat mehr als diesen einen Hotspot in Sachen Ausblick zu bieten. Und viele davon sind kostenlos. Eine Auswahl.
Die wohl gesprächswertigste kostenlose Aussicht - nun, da die Elbphilharmonie-Plaza von Montag an Eintritt kosten wird - hat sicherlich der Grüne Bunker auf dem Heiligengeistfeld gleich neben dem Millerntorstadion. Dort kann man nicht nur entspannt auf einem begrünten Pfad entlang der Außenmauern nach oben laufen. Besucher haben oben - immerhin in 58 Metern Höhe und damit sogar rund 20 Meter höher als auf der «Elphi»-Plaza - einen beeindruckenden Rundumblick auf die ganze Stadt. Ein Fernglas lohnt sich.
Weitläufig, grün und mit eindrucksvollem Ausblick - das ist der Altonaer Balkon. Er findet sich am Geesthang in Altona in der Nähe des Altonaer Rathauses. Die Aussichtsplattform liegt etwa 27 Meter über der Elbe. Von hier aus kann man den Containerhafen, die auffällige Köhlbrandbrücke und natürlich auch kleine Schiffe und große Pötte sehen und beobachten. Zudem liegt drumherum ein weitläufiger Park, der ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel ist. Der Altonaer Balkon liegt außerdem direkt auf der Strecke, die den Elbuferwanderweg, den Fischmarkt und den Grünzug Neu-Altona verbindet.
Wer den Weg zur Jugendherberge gefunden hat, steht gleichzeitig vor Hamburgs einzigem Weinberg. Die Lage «Am Stintfang» mit seinen 99 Rebstöcken bietet in guten Jahren nicht nur Rotwein. Hier gibt es zudem einen perfekten Blick auf die Landungsbrücken, den Hafen und die Elbphilharmonie. Wichtig: Nur gucken, nicht anfassen! Zuletzt wurden kurz vor der Ernte so viele reife Weintrauben geklaut, dass mit Blick auf den kümmerlichen Rest die Weinproduktion auf der Kippe stand.
Der Energieberg Georgswerder in Hamburg-Wilhelmsburg liegt rund 40 Meter hoch. Damit ist auch dieser Aussichtspunkt höher als die Plaza der Elbphilharmonie, die bei 37 Metern Höhe liegt. Der Berg ist eine ehemalige Deponie, die mittlerweile Lern- und Ausflugsort ist. Er gehört zur Stadtreinigung Hamburg. Der rund 900 Meter lange Horizontweg ist von April bis Ende Oktober tagsüber zugänglich. Besonders schön ist der Energieberg übrigens in Sternschnuppennächten. An manchen Tagen öffnet die ehemalige Deponie im Hamburger Süden ausnahmsweise - und nach Voranmeldung - auch abends ihre Tore.
Bornsteinplatz - noch nie gehört? Ist aber durchaus ein Hotspot. Der Ausflug zu diesem Platz lohnt sich schon allein deshalb, weil der Weg dorthin so spannend ist. Er führt nämlich durch den Alten Elbtunnel, der mittlerweile nur noch mit Rad, Roller und zu Fuß begangen und befahren werden kann. Der Blick auf die nun frisch restaurierten, mehr als 100 Jahre alten Fliesen-Elemente lohnt sich ebenfalls. Auf der Südseite der Elbe angekommen, muss man nur noch links um das Eingangsgebäude herum und steht schon auf dem Bornsteinplatz. Der liegt nicht sonderlich hoch, bietet aber einen schönen Blick auf die Landungsbrücken, die Elbphilharmonie und Co - und das einmal von der anderen Seite der Elbe aus.
Das Dockland am Elbufer in Hamburg-Altona ist zwar vor allem ein Bürogebäude. Der sechsgeschossige Bau aus Glas und Stahl kann aber auch bestiegen werden. Denn das Gebäude in Form eines Parallelogramms hat eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform. 136 Stufen und schon ist man oben und kann das Treiben im Hamburger Hafen beobachten.
Das im Zweiten Weltkrieg als Flakbunker errichtete Gebäude in Hamburg-Wilhelmsburg wird von Hamburg Energie und dem Café Vju betrieben. Es gibt öffentliche, kostenlose Führungen und eine Terrasse zum Ausblick genießen. Wer mag, kann hier ganz viel lernen. Zum Beispiel, dass der Bunker nach der inneren Sprengung durch die britische Besatzung 1947 mehr als 60 Jahre lang nicht genutzt wurde und einfach als Klotz im Park der Elbinsel herumstand.
Erst dank der Internationalen Bauausstellung Hamburg (2006-2013) zog wieder Leben ein. Er wurde saniert und zum regenerativen Kraftwerk mit Großwärmespeicher ausgebaut. Auf der Terrasse in 30 Meter Höhe gibt es einen Blick über Hamburg, den Hamburger Hafen und bis zu den Harburger Bergen.
Es noch sehr viele andere Orte in Hamburg, die einen fantastischen Ausblick bieten, aber beispielsweise nur in Kombination mit dem Besuch eines Restaurants oder einer Bar zu haben sind.