29. Juli 2026 – dpa
In Hamburg hat die Polizei nach dem tödlichen Anschlag am Rande des Christopher Street Days in Berlin ihr Sicherheitskonzept nachgeschärft. Deshalb sind nun viel mehr Kräfte beim CSD im Einsatz.
Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Angriff auf feiernde Menschen am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin werden bei der Hamburger CSD-Demonstration deutlich mehr Polizistinnen und Polizisten im Einsatz sein als 2025. «Wir werden mit rund doppelt so viel Kräften wie beim letzten Mal vor Ort sein», sagte Hamburgs Polizeipräsident Falk Schnabel am Morgen dem Deutschlandfunk.
Das Sicherheitskonzept zu der Veranstaltung sei nach dem Angriff in Berlin intensiv überarbeitet und nachgeschärft worden. «Dass jemand (...) im Umfeld der Veranstaltung in die Menge gefahren ist, das bereitet uns Sorge, und wir werden deswegen in diesem Umfeld verstärkt mit uniformierten, aber auch mit zivilen Kräften und mit einer Luftkomponente unterwegs sein.»
Zu der Demonstration in Hamburg erwarten die Veranstalter nach Angaben der Polizei 250.000 Teilnehmer. Der Zug soll um 12.00 Uhr an der Lübecker Straße im Stadtteil Hohenfelde starten und durch den Stadtteil St. Georg in die Innenstadt führen, wo er gegen 19.00 Uhr endet. Das Motto lautet: «Solidarisch queer. Haltung zeigen - für eine Zukunft ohne Angst!»
Polizeipräsident Falk Schnabel gab aber zu bedenken, dass auch hohe Sicherheitsvorkehrungen keine Garantie für eine Veranstaltung ohne Zwischenfälle sind. «Allerdings gehört auch zur Wahrheit dazu: Eine absolute Sicherheit, gerade im Innenstadtbereich, wird auch von uns nicht leistbar sein.»
Für Deutschland gilt der Polizei zufolge eine abstrakt hohe Gefährdungslage, entsprechend wachsam sind die Sicherheitsbehörden. Für die Veranstaltungen rund um den Hamburger CSD bestünden jedoch keine konkreten Gefährdungshinweise, hieß es zu Wochenbeginn. Die Polizei greife auf ihr bewährtes Einsatzkonzept zurück. Streckenschutz und technische Sperren zum Überfahrschutz seien dabei wichtige Elemente.
Ein 21-jähriger Deutscher mit libanesischen Wurzeln und Verbindungen zum islamistischen Terror soll am Rande des Berliner CSD am Samstagabend Menschen mit einem Van angefahren und mit einer Stichwaffe angegriffen haben. Eine Frau aus Polen wurde tödlich und weitere 29 Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Bei seiner Festnahme am Sonntagabend wurde Abdul B. von Einsatzkräften erschossen.