13. Juni 2026 – dpa

Honorarkürzungen

Erneute Proteste von Psychotherapeuten im Norden

Psychotherapeuten und -therapeutinnen im Norden demonstrieren erneut gegen die bundesweiten Honorarkürzungen. Kritik gegen den Beschluss hagelt es auch auf der Gesundheitsministerkonferenz.

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Bereits im April gingen in Hamburg hunderte Menschen gegen den Beschluss auf die Straße. (Archivbild)

Der Norden schließt sich den erneuten bundesweiten Protesten gegen die Honorarkürzungen für Psychotherapeuten und -therapeutinnen und für eine bessere psychotherapeutische Versorgung an. An 13 Standorten in Deutschland wurden für den Sonntag Demonstrationen angekündigt. Auch in Kiel, Lübeck und Hamburg sind Menschen auf den Straßen.

Bereits um 12 Uhr versammelten sich trotz wechselhaften Wetters etwa 120 Demonstrierende auf dem Wilhelmplatz in Kiel, wie die Polizei mitteilt. In Lübeck stellten sich am Holstentorplatz ebenfalls rund 160 Menschen gegen die Kürzungen. Bei dem Demonstrationszug um 16 Uhr von der Großen Bergstraße bis zum Heiligengeistfeld in Hamburg werden bis zu 600 Menschen erwartet.

Nach dem Beschluss einer deutschlandweiten Honorarabsenkung um 4,5 Prozent für psychotherapeutische Leistungen gab es bereits im März und April in mehreren deutschen Großstädten Proteste. Das Aktionsbündnis Psychotherapie fordert, die Honorarkürzungen zurückzunehmen, zusätzlich benötigte Kassensitze zu schaffen, eine mit anderen Facharztgruppen vergleichbare Vergütung sowie die Finanzierung der Weiterbildung der Psychotherapeuten und -therapeutinnen.

Schleswig-Holstein hatte sich auf der Gesundheitsministerkonferenz am 10. und 11. Juni in Hannover dafür eingesetzt, die Folgen der Vergütungsanpassungen für Psychotherapeutinnen und -therapeuten zu überprüfen. Auch die übrigen Bundesländer schlossen sich dem Antrag an. «Wir sind uns einig, dass die ambulante psychotherapeutische Versorgung ein unverzichtbarer Bestandteil einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung ist», sagte Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU). Nun müsse der Bund kurzfristig eine Evaluierung vornehmen.

«Der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses vom 11. März 2026 zur Kürzung der Vergütung von psychotherapeutischen Leistungen um 4,5 Prozent betrachte ich mit Blick auf die möglichen Auswirkungen auf die Versorgungssituation mit großer Sorge», erklärte die Ministerin vor Beginn der Konferenz. Zudem sei die Nachfrage nach psychotherapeutischen Leistungen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Daher seien der Bund sowie die zuständigen Akteure der gemeinsamen Selbstverwaltung gefordert, die Auswirkungen der Vergütungsanpassungen kurzfristig zu evaluieren. Von der Decken betonte: «Bei der Vergütungssystematik muss der gestiegene Versorgungsbedarf für psychotherapeutische Leistungen angemessen berücksichtigt werden.»

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