01. November 2026 – dpa
Arbeitgeber und Gewerkschaften der Metall- und Elektroindustrie verhandeln im Norden - bislang ohne Einigung. Die Friedenspflicht ist Samstag abgelaufen. Eine Minute später gingen Warnstreiks los.
Eine Minute nach dem Ablauf der Friedenspflicht haben in Hamburg die ersten Warnstreik-Aktionen der Gewerkschaft IG Metall Küste begonnen. In der Nacht zu Sonntag haben Beschäftigte des Recycling- und Walzwerks Speira die Arbeit niedergelegt, wie die Gewerkschaft mitteilte. Weitere Warnstreiks sollen am Sonntagabend und Montag folgen. So sind neben anderen die Beschäftigten von Still, ArcelorMittal und Philips in Hamburg sowie Krones in Flensburg zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, wie die IG Metall weiter mitteilte.
Die Gewerkschaft hatte in den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie das Angebot der Arbeitgeber zurückgewiesen und Warnstreiks für November angekündigt. Die vorliegende Offerte verschärfe die Verhandlungen und erschwere eine Lösung, hatte Gewerkschaftsverhandlungsführer Daniel Friedrich nach der zweiten Verhandlung in Oldenburg gesagt.
«Bei einer Inflationsrate von aktuell 3,3 Prozent wäre das eine knallharte Minusrunde für die Beschäftigten.» Die Arbeitgeber hatten eine Einmalzahlung von 700 Euro zum 1. Juli 2027 und ein Jahr darauf eine Entgelterhöhung von 1,3 Prozent angeboten.
Die Gewerkschaft ist mit der Forderung von fünf Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsentschädigung in die Tarifverhandlungen gegangen. Die nächste Tarifrunde ist am 6. November in Bremen geplant.
Die IG Metall Küste verhandelt für insgesamt 130.000 Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nordwestlichen Niedersachsen.