28. Juni 2026 – dpa

Premiere im Freilichttheater

Karl-May-Spiele starten mit Action, Feuer und lauten Lachern

Action, Explosionen und ein Superschurke: Im Kalkberg-Theater reiten Winnetou und Old Shatterhand für mehr als zwei Stunden durch Mexiko – inklusive feurigem Showdown und lauten Lachern.

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Imposante Kulisse: die Kalkberg-Arena in Bad Segeberg.

Es knallt laut, Pferde galoppieren, eine Hütte wird abgefackelt und der Schurke im dunklen Mantel lacht böse. Das neue Stück «Im Tal des Todes» der Karl-May-Spiele im schleswig-holsteinischen Bad Segeberg beginnt gewohnt explosiv und actionreich. In dieser Saison geht es nach Mexiko.

Als Titelheld Winnetou reitet wieder Sänger und Schauspieler Alexander Klaws durch das Freilichttheater mit den markanten Felsen im Hintergrund. Zum sechsten Mal ist er als Apachenhäuptling auf seinem Pferd Iltschi dabei. «Mein inneres Kind schlägt jedes Mal Purzelbäume, wenn ich das episch rote Apachen-Stirnband anlegen darf», postete er kurz vor der Premiere am Samstag auf Instagram. An seiner Seite ist Blutsbruder Old Shatterhand unterwegs, zum dritten Mal gespielt von Bastian Semm.

Und natürlich bereichern weitere bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler das Ensemble. Der Superschurke und geldgierige Geschäftsmann Roulin wird von Florian Fitz gespielt. Isabel Varell hat die Rolle der Bar-Chefin Miranda übernommen, die auf der Suche nach einem reichen Mann ist, aber eigentlich echte Liebe will. Als Komiker-Duo Sir John Raffley und Anwalt Don Fernando sorgen Heinrich Schafmeister und Alexis Kara für viele Lacher.

Zur Geschichte: «Im Tal des Todes» spielt im mexikanischen Dorf San Miguel. Roulin nimmt Menschen gefangen und zwingt sie, in seiner giftigen Quecksilbermine zu arbeiten. Damit sich niemand in die Nähe der Mine wagt, will Roulin einen Krieg zwischen den Stämmen der Maricopas und den Chiricahua-Apachen auslösen.

Damit das gelingt, macht er den Maricopas-Häuptling Eiserner Pfeil (gespielt vom langjährigen Publikumsliebling Josy Peters) mit Alkohol gefügig. Seine Krieger sollen eine wichtige Schamanin der Apachen, Paloma Nakana (Inés Cihal), entführen und töten. Winnetou und Old Shatterhand stellen sich Roulin in den Weg und versuchen, den Krieg zwischen den Völkern zu verhindern.

«Macht ist gefährlich, wenn sie in den falschen Händen liegt», sagt Winnetou seinem Blutsbruder Old Shatterhand nach dem spektakulären Showdown. «Wer sie besitzt, braucht einen wachen Verstand und vor allem ein gutes Herz», antwortet der Westmann. Wer will, sieht darin einen der Bezüge zu unserer Zeit, die Autor Michael Stamp stets in die Stücke einarbeitet. Winnetou: «Mögen die Häuptlinge dieser Welt das niemals vergessen». Old Shatterhand: «Und dass sie nicht sich selbst, sondern ihrem Volk zu dienen haben.»

Ein Karl-May-Stück in der Kalkberg-Arena wäre nicht komplett ohne das komische Duo, das auf seine ganz eigene Weise den Wilden Westen erkundet. Diesmal muss der versnobte Engländer Sir John Raffley (Heinrich Schafmeister) auf Reisen gehen und hat eine Liste mit abenteuerlichen und gefährlichen Dingen dabei, die er unbedingt erledigen muss. Richtig gefährlich wird das aber eigentlich nur für seinen Aufpasser, den Anwalt Don Fernando.

Die beiden avancieren schnell zu den Publikumslieblingen des Stückes und sorgen für viele herzhafte Lacher. Dabei gibt es auch wieder die üblichen Anlehnungen an berühmte Kinofilme. Ob James Bond, Monty Python oder Louis de Funès - vor allem die Generation 40 plus dürfte daran ihre Freude haben. Die jüngeren Gäste sind begeistert von der vielen Knallerei und den Explosionen.

«Im Tal des Todes» ist mitreißend, witzig, unterhaltsam, nimmt gerade im letzten Drittel von Minute zu Minute mehr Fahrt auf und begeistert mit einem feurigen Showdown. Das Stück bietet auch ein Plädoyer gegen den Missbrauch von Alkohol. «Feuerwasser tötet die Seele jeden Tag ein klein wenig mehr», sagt Winnetou an einer Stelle zum betrunkenen und kopflosen Maricopas-Häuptling.

Die Karl-May-Spiele sind für viele Menschen eine feste Familientradition. Die Mischung aus wilden Ritten, choreografierten Kampfszenen, bunten Tänzen, skurrilem Humor für jede Generation, romantischen Liebesszenen, Spezialeffekten, einem über das Publikum fliegenden Schreiseeadler und beeindruckenden Stunts begeistert die Fans Jahr für Jahr.

Die Karl-May-Spiele gehen in ihre 73. Saison. Die jährlichen Kosten für das Stück betragen sieben Millionen Euro, davon allein 1,2 Millionen für das Bühnenbild und die Instandhaltung des Freilichttheaters mit seinen etwa 7.500 Plätzen. Im vergangenen Jahr hatten mehr als 445.000 Menschen die Karl-May-Spiele besucht.

Den Startschuss zur ausverkauften Premiere an diesem ungewöhnlich heißen Sommerabend gibt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) - nachdem Bad Segebergs Bürgermeister Toni Köppen mit Bezug zur gerade laufenden Fußball-Weltmeisterschaft deutlich gemacht hat, dass hier immer die richtigen gewinnen. «Fouls werden von den Blutsbrüdern knallhart geahndet, statt Schwalben gibt es Adler und Falken und in der Nachspielzeit bekommen die Schurken regelmäßig die Rote Karte gezeigt.»

Das traditionelle Feuerwerk am Ende des Abends fällt wegen Trockenheit und Brandgefahr aus. Dafür kommt Popsänger Sasha zu einem Kurzauftritt und präsentiert gut gelaunt seinen zur gelungenen Premiere passenden Song «Lucky Day».

«Im Tal des Todes» wird bis zum 6. September jeweils donnerstags, freitags und samstags, 15.00 und 20.00 Uhr, sowie sonntags, 15.00 Uhr, aufgeführt. Wer sich schon auf 2027 freuen will: Dann steht mit «Unter Geiern» eines der meistgespielten Stücke auf dem Plan.

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