28. Oktober 2026 – dpa
HSV-Trainer Merlin Polzin ist aktuell nicht zu beneiden. Beim Pokal-Aus gegen Eintracht Frankfurt fehlen ihm sechs Stammspieler. Dann fällt zur zweiten Halbzeit auch noch der Abwehrchef aus.
HSV-Trainer Merlin Polzin gab vorsichtig Entwarnung. Sein Abwehrchef Sebastiaan Bornauw habe einen «Schlag im Kieferbereich bekommen und ein bisschen unter der Nase und der Lippe irgendwie geblutet», sagte er nach dem 1:3 des Hamburger SV im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt.
Für das erneute Aufeinandertreffen mit den Hessen am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) - dann in der Bundesliga - rechnet Polzin mit einem Einsatz von Bornauw. «Seb ist absolut stabil in allem, was er darstellt. Deswegen wird er am Sonntag - Stand jetzt und soweit ich das beurteilen kann - auf jeden Fall dabei sein.»
Welch eine Erleichterung für den HSV an einem ansonsten enttäuschenden Abend. Noch ein Ausfall einer Stammkraft würde die ohnehin schon prekäre Personallage noch einmal dramatisch verschlechtern. Gegen die Frankfurter fehlten bereits sechs Akteure mit Startelf-Qualitäten.
Passen mussten Kapitän Nicolai Remberg (Kreuzbandriss), Spielmacher Fabio Vieira (Muskelfaserriss), Mittelfeldspieler Bilal Nadir (Sehnenriss), die Abwehrrecken Nicolas Capaldo (Zerrung) und Jordan Torunarigha (muskuläre Probleme) sowie Stürmer Yussuf Poulsen (Hüfte).
Als der bis dahin starke Bornauw zur zweiten Halbzeit beim Stand von 0:0 durch den erst 18 Jahre alten, unerfahrenen Jason Bissi-Mouelle ersetzt wurde, war keiner aus der Stammbesetzung der Dreier-Kette mehr dabei. Und auch wenn Bissi-Mouelle oder auch Shafiq Nandja ihre Sache sehr gut machten - letztlich setzte sich die Cleverness der Frankfurter mit den Torschützen Robin Koch, Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib durch.
Bemerkenswert: Niemand beim HSV klagt oder jammert, nutzt das Verletzungspech als Vorwand für die Niederlage. Insgesamt hielt die Notelf gegen die Frankfurter sehr gut mit, hatte auch ihre Chancen und bot eine bessere Leistung als die Mannschaft beim 0:1 am Samstag in der Bundesliga beim SC Paderborn. Bei etwas mehr Spielglück wie einem möglichen Foulelfmeter in der 35. Minute oder einer Gelb-Roten Karte für Frankfurts Pharrell Collins wäre vielleicht mehr drin gewesen.
«Wir können es jetzt nicht ändern», meinte HSV-Sportdirektor Claus Costa zum Verletzungspech. «Dementsprechend habe ich es gerade schon gesagt, wir fokussieren uns auf das, was wir haben. Wir haben genügend gute Spieler.» Er sei sehr zuversichtlich, «dass wir an den verbleibenden Spielen mindestens bis Weihnachten eine schlagkräftige Truppe und immer elf gesunde und sehr motivierte Spieler auf dem Platz haben». Dennoch räumte er auch ein: «Es nervt.»