03. August 2026 – dpa

Hohe Mieten, wenig Einkommen

Knapp 27.000 Wohngeldhaushalte in Hamburg

Knapp 27.000 Hamburger Haushalte erhielten Ende vergangenen Jahres im Schnitt monatlich 318 Euro Wohngeld. Die Unterstützung übernahm damit fast die Hälfte der durchschnittlichen Mietkosten.

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Hamburger Wohngeldhaushalte erhielten Ende vergangenen Jahres im Schnitt monatlich 318 Euro. (Symbolbild)

Knapp 27.000 der mehr als eine Million Haushalte in Hamburg haben Ende vergangenen Jahres Wohngeld erhalten. Im Schnitt erhielten sie einen staatlichen Mietzuschuss in Höhe von 318 Euro im Monat, wie das Statistikamt Nord mitteilte. Die Gesamtmiete der Wohngeldempfänger betrug den Angaben zufolge im Schnitt 645 Euro im Monat. «Damit deckte das Wohngeld im Mittel 49 Prozent der Mietausgaben», erklärte das Statistikamt.

Durch das Wohngeld konnten die Haushalte ihre Mietausgaben auf im Schnitt 21 Prozent ihres gesamten Haushaltseinkommens senken. Ohne die Hilfe hätte der Anteil bei durchschnittlich 41 Prozent gelegen. Die Statistiker berücksichtigten bei ihren Zahlen Haushalte, in denen alle Haushaltsmitglieder wohngeldberechtigt waren. Bei den Mieten eingerechnet wurden auch die Kosten für Wasserverbrauch, Abwasser- und Müllbeseitigung sowie die Treppenhausbeleuchtung.

Der Hamburger Sozialverband SoVD erinnerte an den Beschluss der schwarz-roten Bundesregierung, wonach beim Wohngeld vom kommenden Jahr an kräftig gekürzt werden soll. Der Bund will 2027 rund 1,5 Milliarden Euro und von 2028 sogar zwei Milliarden Euro pro Jahr beim Wohngeld einsparen. Konkret soll das Wohngeld vorerst nicht an Inflation und Mietpreisentwicklung angepasst werden. Zudem soll die Heizkostenkomponente halbiert werden.

Darüber hinaus will der Bund die sogenannte Wohngeldformel verändern, so dass weniger Haushalte die Hilfen bekommen. Ganz wegfallen soll die Leistung für Haushalte an der oberen Einkommensgrenze derer, die heute für Wohngeld infrage kommen. Wer heute Beträge von 50 bis 60 Euro im Monat bekommt, werde künftig darauf verzichten müssen. Insgesamt könnte bis zu einem Drittel der bisherigen Haushalte durch strengere Vorgaben und geringere Beträge aus dem Bezug fallen.

«Hamburg wird insgesamt von Mietstufe VI auf V heruntergesetzt, damit reduziert sich die Höhe der Unterstützung. Dabei ist aus meiner Sicht an keiner Stelle das Leben in Hamburg günstiger geworden - ganz im Gegenteil», sagte die Sozialverbandsvorständin Sally Peters. Die Reform werde dazu führen, «dass die Angst wächst, gekündigt zu werden», warnte sie. Aus ihrer Sicht müsste der Staat investieren statt zu kürzen. «Dafür muss sich die Politik hier in der Stadt, aber auch in Berlin sehr viel stärker positionieren.»

Bund und Länder zahlten 2024 nach Angaben des Statistischen Bundesamts je zur Hälfte rund 4,7 Milliarden Euro Wohngeld an gut 1,2 Millionen Haushalte. Anfang 2023 war mit dem Wohngeld-Plus-Gesetz der Kreis der Berechtigten deutlich erweitert worden. Nach Angaben des Wohnungsministeriums sind 44 Prozent der Bezieher Familien, in 52 Prozent der Wohngeldhaushalte leben Rentnerinnen und Rentner.

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