03. Juli 2026 – dpa

Prozess am Landgericht Hamburg

Kokain neben Bananen: Neun mutmaßliche Schmuggler angeklagt

Mehrere Männer stehen in Hamburg vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, Drogenlieferungen aus Südamerika nach Deutschland organisiert zu haben. Ein Hinweis half den Zollbeamten.

sz55vijzzq-v4-ax-s2048.jpeg
Zum Prozessbeginn wurde die Anklage verlesen., Foto: Marcus Brandt/dpa

Neun Männer sind in Hamburg angeklagt worden, weil sie in Containern für Bananen und andere Agrarprodukte Hunderte Kilogramm Kokain nach Deutschland geschmuggelt haben sollen. Ob die Angeklagten sich zu den Vorwürfen äußern werden, ist bislang unklar. Der erste Prozesstag am Landgericht Hamburg endete nach der Verlesung der Anklage.

Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten in drei Fällen vor, Kokain aus Südamerika nach Deutschland geschmuggelt oder einen Transport geplant zu haben. Die Drogen wurden in Containern mit üblichen Handelswaren wie Ananas, Bananen, Mais und Dünger transportiert.

Der Anklage zufolge gelangte im Herbst 2024 eine Kokainlieferung, versteckt in einem Container mit gefrorener Ananas, unentdeckt über den Hafen Bremerhaven nach Deutschland. Die Drogen sollen anschließend von zwei Angeklagten abgeholt worden sein. Die Früchte ließ einer von ihnen der Anklage zufolge in einer Biogasanlage vernichten.

Zwei weitere Schmuggelversuche über den Hamburger Hafen scheiterten laut Staatsanwaltschaft. Im Februar 2025 entdeckte der Zoll in Hamburg rund 520 Kilogramm Kokain, das zwischen Bananen aus Ecuador versteckt war. Zuvor sei ein Hinweis eingegangen. Ein weiterer geplanter Transport aus Paraguay kam wegen Lieferproblemen nicht zustande.

Den Angeklagten wird Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen. Vier der neun Angeklagten sitzen derzeit in Haft. Der Prozess soll am 22. Juli um 13.30 Uhr fortgesetzt werden.

Weitere Nachrichten aus Hamburg & Schleswig-Holstein

Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

undefined
Audiothek