03. Juli 2026 – dpa
Auf dem Stralsunder Volkswerftgelände werden wieder neue Schiffe gebaut. Nun ist eine neu entwickelte Yacht getauft worden. Daneben wird noch an einem deutlich größeren Neubau gearbeitet.
Erster vollständiger Neubau und erste Schiffstaufe - die Yacht «Pioneer One» markiert nach Angaben der Stadt Stralsund einen Meilenstein nach dem Neuanfang des Werftstandortes am Strelasund. Bei dem mehr als 18 Meter langen Katamaran handelt es sich laut dem Hersteller Pioneer Yachts um die erste in Deutschland entwickelte und gebaute Yacht ihrer Größe, die hundertprozentig mit Solarenergie angetrieben wird. Am Freitag wurde sie getauft. Das Zuwasserlassen per Kran wurde wetterbedingt verschoben.
Die Taufe war laut Stadt die erste auf der Werft seit der Taufe des Expeditions-Kreuzfahrtschiffes «Crystal Endeavour» im Jahr 2021. Damals gehörte der Standort noch zum Verbund MV Werften als Teil des asiatischen Genting-Konzerns. Dieser war durch die Corona-Pandemie in Schieflage geraten und meldete ebenso wie MV Werften Insolvenz an. Die Stadt Stralsund übernahm 2022 das rund 34 Hektar große Werftgelände und entwickelte einen maritimen Gewerbepark.
Rund 25 Unternehmen haben sich laut Stadt inzwischen angesiedelt. Das Spektrum reiche von Schiffsreparatur über Stahl- und Maschinenbau bis hin zu Innovationen im maritimen Bereich. Ende vergangenen Jahres war etwa die Ansiedlung des Schiffbauers Fassmer aus Berne (Niedersachsen) bekanntgeworden. Fassmer baut in Stralsund inzwischen an dem Forschungsschiff «Walther Herwig». In den rund 85 Meter langen Neubau im Auftrag des Bundes wird nach früheren Angaben ein dreistelliger Millionenbetrag investiert.
Die Stadt setzt auf Vielfalt am Standort, auch um nicht zu riskieren, dass eine einzelne Firmenpleite ihn wieder komplett lahmlegt. Pioneer Yachts hat sich 2024 gegründet und auf dem Werftgelände angesiedelt. Aktuell beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 20 Mitarbeiter. Geplant sei eine Vergrößerung auf rund 70 Mitarbeiter innerhalb der kommenden drei Jahre. Man wolle bis zu zehn Yachten pro Jahr bauen können. Auch das Unternehmen Dörries Yachts will laut Stadt künftig am Strelasund Yachten bauen.