17. Juli 2026 – dpa

Schlafen unter Sternenhimmel

Nachts am Strand - Immer mehr Schlafstrandkörbe an der Küste

Vom Meeresrauschen in den Schlaf gewiegt werden und morgens den Sonnenaufgang über der See beobachten: Schlafstrandkörbe sind beliebt. Über eine Erfolgsgeschichte aus dem Norden.

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Schlafstrandkörbe sind beliebt.

Schlafen am Strand - und das legal: In sogenannten Schlafstrandkörben ist das in immer mehr Orten entlang der Küsten möglich. Mehr als 50 Schlafstrandkörbe zählt die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH) allein an den Küsten des nördlichsten Bundeslandes.

Ein Schlafstrandkorb ist 1,40 Meter breit und 2,30 Meter lang. Er bietet damit zwei Erwachsenen ausreichend Platz. Er lässt sich mit einer wetterfesten, mit Fenstern versehenen Persenning schließen. «Damit bleiben Sie im Trockenen, wenn es regnet oder der Wind bläst», sagte die TA.SH-Sprecherin.

In der Nähe befinden sich immer Sanitäranlagen. Das wird nach TA.SH-Angaben über den Betreiber gewährleistet. Außerdem besteht bei vielen Anbietern die Möglichkeit zusätzlicher Buchungen wie etwa eines Picknickkorbs oder eines Frühstücks.

Einen zentralen Ansprechpartner für die Schlafstrandkörbe gibt es in Schleswig-Holstein nicht. Die Orte und Gemeinden entscheiden selbst, ob sie einen anschaffen und wer beziehungsweise wie sie ihn betreiben wollen.

Die Idee entwickelte die Tourismus-Agentur im Rahmen einer Image-Initiative. Gemeinsam mit Partnern sollte der Strandkorb neu interpretiert werden. Dabei stammt nach Angaben der TA.SH nicht nur die Idee, sondern auch die Produktion aus dem nördlichsten Bundesland: Der Schlafstrandkorb wird hier von der Stiftung Mensch von Menschen mit Behinderung handgefertigt.

2016 gewann das Projekt um den Schlafstrandkorb sowohl den ersten Platz beim Deutschen Tourismuspreis als auch den Publikumspreis.

Die ersten Schlafstrandkörbe wurden übrigens vor zehn Jahren an der Ostseeküste aufgestellt - und hier gibt es nach Angaben der TA.SH immer noch die meisten in Schleswig-Holstein, etwa in Travemünde, Timmendorfer Strand, Eckernförde und Heikendorf. Eine vollständige Liste liegt der TA.SH nicht vor, da das Aufstellen ja nicht gemeldet werden muss.

Besonders viele Schlafstrandkörbe stehen am Strand von Grömitz. Vier Betriebe bieten hier von etwa Mitte April bis Mitte Oktober insgesamt 19 dieser ungewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten. Die Schlafstrandkörbe seien sehr gut ausgelastet, sagte ein Sprecher des Tourismus Service Grömitz der dpa. «Pro Strandkorb werden durchschnittlich rund 70 bis 80 Übernachtungen pro Saison gebucht.»

Insbesondere für Wochenenden empfehle sich eine frühzeitige Buchung: «Besonders die Nächte von Freitag auf Samstag sind sehr beliebt und häufig bereits im Herbst des Vorjahres ausgebucht.» Unter der Woche seien auch kurzfristig während der Saison noch Termine buchbar.

Die Preise für eine Übernachtung variieren in Grömitz je nach Anbieter. Sie kostet den Angaben zufolge um die 79 Euro ohne Bettwäsche und 99 Euro mit Bettwäsche. Inklusive sind meist Leistungen wie eine LED-Beleuchtung, WLAN, eine Taschenlampe, eine Sitzgruppe sowie die Nutzung nahegelegener Sanitäranlagen. Zusätzlich können - je nach Anbieter - Extras wie Picknick, Bademäntel, Frühstück oder Abendessen gebucht werden.

An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste stehen unter anderem auf Helgoland und Föhr sowie in Büsum Schlafstrandkörbe. «Die Schlafstrandkörbe erfreuen sich großer Beliebtheit», sagte der Bürgermeister von Büsum, Oliver Kumbartzky. Die Übernachtungen werden seinen Angaben zufolge gerne als besonderes Erlebnis verschenkt. Die Wochenenden insbesondere in den Ferien sind besonders beliebt und werden gerne gebucht. Er empfiehlt bei Interesse eine frühzeitige Buchung.

Die Übernachtung in einem der vier Büsumer Körbe kostet 64 Euro - inklusive einer Taschenlampe. Die Strandkörbe selbst sind zudem mit einem LED-Licht ausgestattet. Auf der Watt'n Insel, wo die Körbe stehen, gibt es Grill- und Picknickplätze. Ein Frühstück im nahe gelegenen Bistro könne reserviert werden. Für die Übernachtung selbst empfiehlt Kumbartzky, «warme Schlafsäcke und gute Kissen» mitzunehmen.

Auch einige Orte in Mecklenburg-Vorpommern bieten Schlafstrandkörbe an. Im Ostseebad Boltenhagen vermietet die Regenbogen AG zwei solcher ungewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten. In der Marina Martinshafen auf Rügen gibt es ebenfalls zwei Schlafstrandkörbe, die nach Angaben der MV Tourismus GmbH gerade jetzt in der Hochsaison regelmäßig gebucht werden - vor allem von Paaren. Auch im Ostseebad Ückeritz können Urlauber in einem Strandkorb übernachten. Das Angebot werde sehr gut angenommen, erklärt MV Tourismus. In der Hauptsaison sei er bereits ausgebucht.

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