26. August 2026 – dpa

Handball

Neustart nach schwieriger Saison: THW Kiel setzt auf Köster

Julian Köster übernimmt direkt Verantwortung beim THW Kiel. Wie der neue Co-Kapitän das Team nach der schlechtesten Saison seit Jahrzehnten wieder auf Kurs bringen will.

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Julian Köster (M) setzt auch im Angriff viele Akzente. (Archivbild)

Für Bundestrainer Alfred Gislason steht fest: Julian Köster ist in den nächsten Jahren einer der Fixpunkte des deutschen Handballs. «Johannes Golla, Julian Köster und Andreas Wolff. Das ist unsere Achse», nannte der Isländer den 26-Jährigen als einen seiner wichtigsten Spieler. Der 2,03-Meter-Mann soll aber nicht nur das deutsche Nationalteam auf dem Weg zur Heim-Weltmeisterschaft Anfang 2027 tragen, sondern auch eine neue Ära beim deutschen Rekordmeister THW Kiel einleiten.

Welch große Rolle für Köster nach seinem Wechsel innerhalb der Bundesliga vom VfL Gummersbach nach Kiel bei den «Zebras» vorgesehen ist, zeigt eine der ersten Entscheidungen des neuen Trainers Börge Lund. Der Norweger, der die Nachfolge von Filip Jicha angetreten hat, berief den Neuen gleich in das Kapitäns-Trio. Künftig führt er gemeinsam mit den Ur-Kielern Rune Dahmke und Domagoj Duvnjak das Team. «Ich habe mich geehrt gefühlt und musste nicht lange überlegen», sagte der 26-Jährige.

In Kiel wartet eine große Aufgabe auf Köster. Platz sechs in der Vorsaison war die schlechteste Platzierung seit 23 Jahren. Erstmals seit 33 Jahren ist der THW nicht in einem Europapokal vertreten. Der Ex-Gummersbacher soll nun helfen, das Ziel zu erreichen, das Geschäftsführer Viktor Szilagyi ausgegeben hat: «Wir wollen wieder in einen internationalen Wettbewerb.»

Im Team ist Julian Köster gut angekommen. «Dass ich ein paar Jungs aus der Nationalmannschaft kenne, hilft schnell reinzukommen», sagt er. Es ist ein Gefühl, das auf Gegenseitigkeit beruht. «Ich habe das Gefühl, er ist schon seit zwei Jahren da», sagt Dahmke. Der Linksaußen weiß um die Qualitäten des Rückraumakteurs: «Er wird uns hinten und vorne helfen.»

Köster gilt als exzellenter Abwehrspieler, was er in der Nationalmannschaft nicht nur beim Gewinn der Silbermedaillen bei den Olympischen Spielen von Paris und der EM im Januar eindrucksvoll bewiesen hat. Auch im Umschaltspiel, als Regisseur und im Abschlussverhalten liegen seine Stärken.

«Ich spiele sehr zentrale Positionen, sowohl in der Abwehr als auch im Angriff», sagt er selbst und ergänzt: «Ich versuche, diese Verantwortung zu übernehmen und einfach mit meinen Qualitäten dem Team zu helfen.»

Kösters Wechsel vom Gummersbach nach Kiel wurde bereits im April 2025 bekanntgegeben. Damals war nicht davon auszugehen, dass in der Saison 2026/27 zwar sein Ex-Club Gummersbach, aber nicht sein neuer Verein Kiel international spielen würde: «Ich glaube, das haben sich alle ein bisschen anders vorgestellt», sagt der Rechtshänder: «Für Gummersbach freut es mich natürlich. Ich habe ja auch versucht, meinen Teil dazu beizutragen.»

Einen Nachteil darin, dass er und Torhüter Andreas Wolff vor der im Januar beginnenden Heim-WM nicht international spielen, sieht Julian Köster nicht. Vielmehr könne die Europapokal-Absenz auch «ins Positive» gedreht werden: «Wir haben weniger Reisebelastung, weniger Spielbelastung. Das heißt, man kann vielleicht ein bisschen mehr an unseren Baustellen arbeiten, wenn wir Wehwehchen haben, sodass wir dann hoffentlich fit in die Heim-WM gehen.»

Bis zum WM-Auftakt am 13. Januar 2027 in München gegen Tunesien werden noch viele Bälle geworfen. Für den Rekordmeister geht es in der Bundesliga am Donnerstag (19.00 Uhr/Dyn) mit dem Heimspiel gegen den TBV Lemgo Lippe los. Die 31:34-Heimpleite gegen die Lipper beendete die enttäuschende Saison 2025/26. Jetzt soll die Auftaktpartie gegen den TBV ein Signal für die Zukunft sein - für den THW Kiel und für Julian Köster.

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