23. Juni 2026 – dpa
Unklare Notfälle, schnelle Hilfe: Das Akut-Einsatzfahrzeug schließt laut dem Projektleiter eine «wichtige Lücke». Nachdem rund einjährigen Testbetrieb wird das Konzept der Fahrzeuge nun ausgeweitet.
Mit Akut-Einsatzfahrzeugen sollen Notärzte mögliche Patientinnen und Patienten direkt vor Ort medizinisch einschätzen und gezielt vermitteln. Nachdem das erste Fahrzeug vergangenen Juli an der Rettungswache Rendsburg (Kreis Rendsburg-Eckernförde) den Testbetrieb aufgenommen hatte, wurde es bereits zu rund 600 Einsätzen alarmiert, wie die Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein mitteilte.
Nun soll das Konzept auf vier weitere Standorte in Heide, Pinneberg, Kaltenkirchen und Nordoe ausgeweitet werden.
Die Fahrzeuge sind mit Notsanitätern besetzt und verfügen den Angaben nach über umfangreiche medizinische Ausstattung. Allerdings fehle eine Transportmöglichkeit. Die Leitstelle setze die Fahrzeuge ein, wenn sie einen Hilferuf nicht klar als akuten Notfall erkennt, aber dennoch eine medizinische Abklärung braucht. Ziel ist es, die Patientinnen und Patienten gezielt an geeignete ambulante Versorgungsstruktur zu vermitteln.
«Die gut 600 Einsätze in der Einführungsphase zeigen, dass das Akut-Einsatzfahrzeug eine wichtige Lücke zwischen klassischer Notfallrettung und
ambulanter medizinischer Betreuung schließen kann. Gleichzeitig gewinnen wir
wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Konzepts», sagte der Projektleiter für die Implementierung der Einsatzfahrzeuge, Tim Germann.
Neben der Vermittlung passender Hilfe könnten gleichzeitig die verfügbaren Rettungsmittel für lebensbedrohliche und zeitkritische Notfälle freigehalten werden.